2021


 

Mai/Juni


Im Mai kann es schon sehr heiß und trocken werden. Frisch verpflanzte Bäumchen sollten wöchentlich wenigstens zehn Liter Wasser bekommen. Das Gießwasser sollte nicht zu kalt sein und muss bis zu den Wurzeln gelangen.

Bei Bäumchen im zweiten Jahr reicht es, wenn sie nur jede zweite Woche gegossen werden. Aber nicht mehr direkt am Stamm, sonst entsteht eine Drehwurzel. Wurzeln wachsen niemals aus feuchter Erde in trockene Erde. Gleiches gilt für die Textur des Bodens. Auch hier wird eine Wurzel niemals den lockeren Boden verlassen und in verdichteten Boden eindringen, es sei denn, sie findet einen Wurmkanal. Man sollte einen Gießrand mit größerem Durchmesser anlegen und die Wurzeln mit Wasser und gelockertem Boden nach außen „ködern“. Es ist regelmäßig nachzusehen, ob die Bäume von Blattläusen befallen sind. Das einfachste Mittel gegen sie ist die Spritzung mit einer Lösung aus Schmierseife. Deren Haut ist sauer und die alkalische Seifenlösung löst eine chemische Reaktion mit tödlichem Ausgang aus. Diese muss aber direkt auf die Haut der Blattläuse gelangen, bei eingerollten Blättern ist das so gut wie unmöglich. Das Sprühmittel ist auch schnell vom Regen abgespült. 





Verlässlicher sind da die Raupen der Marienkäfer. Sie sind extrem gefräßig, werden aber von den Ameisen durch Bisse in ihre Gliedmaßen abgewehrt. Wenn den Ameisen aber der Zugang zur Krone mit einem klebrigen Leimring versperrt ist, verputzen die Larven des Marienkäfers alle Blattläuse innerhalb von etwa einer Woche. Daher sollte man die Klebrigkeit der Leimringe regelmäßig überprüfen. Singvögel picken oftmals Insekten vom Leimring ab und das ist gar nicht gut, manchmal findet man sogar große Federn daran. Wenn Insekten in großer Zahl daran kleben, sollte man die Leimringe erneuern.

Der Leimring bringt aber auch Risiken für die Stammrinde mit sich. Altes Material, zum Beispiel vom Vorjahr, oder über mehrere Jahre verdickte Schichten werden hart wie Glas und die Rinde bekommt tiefe Risse. Man sollte auch darauf achten, dass sich keine Feuchtigkeit darunter staut. Es ist wie immer und überall: Mit jedem Vorteil handelt man sich Risken ein …

Bei kleinen Bäumen kann man eventuell vorhandene Frostspannerraupen auflesen beziehungsweise die Gespinnstmotten einfach entfernen und zertreten. Im Handel bekommt man biologische Mittel gegen blattfressende „Schädlinge“. Hier sollte man konsequent sein, denn der Druck nimmt sonst von Jahr zu Jahr zu.

Auch andere Bäume und Sträucher können davon befallen sein und als Wirt für die nächste Generation fungieren. Die mit Gespinnstmotten befallenen Triebspitzen von hohen Baumkronen habe ich mit der Seilzugschere an der langen Stange abgeschnitten. Das ist ein Grund mehr, die Baumkronen in die Breite zu formieren und ihren Höhenwuchs zu begrenzen.

Die vorher mit Kompost gedüngten Baumscheiben sollten nun mit frischem und vorgetrocknetem Gras gemulcht werden.

Das Dickenwachstum der Stämme kann ab jetzt sehr deutlich sein und die Anbindung an den Pfahl sollte geprüft und gegebenenfalls gelockert werden.

Im Juni werden die Pflegearbeiten vom Mai fortgesetzt. Ab Monatsmitte und je nach Wachstumsverlauf (milder Winter, früher Austrieb?) kann man mit dem sogenannten Sommerriss beginnen: Es geht jetzt darum, alle unnötigen Triebe abzureißen, damit der nächste Wachstumsschub ab Johanni nicht in die falsche Richtung treibt und so wertvolle Wuchskraft in der zweiten Vegetationshälfte vergeudet wird.

An jeder kräftigen Astspitze befinden sich höchstwahrscheinlich eine Verlängerung und mehrere krautige Triebe. Davon sollten nur die aufstrebende Verlängerung und der Außentrieb am Baum verbleiben. Alle krautigen Triebe, die nach innen oder störend zur Seite treiben, werden gegen die Wuchsrichtung umgeklappt und brutal abgerissen. Die dabei entstehenden Wunden werden sich bestimmt nicht entzünden und von dem jungen Astring werden die Adventivknospen gleich mitentfernt. In den Jahren 2018 bis 2020 ist, bedingt durch Dürre und Hitze, der Junitrieb an meinen jungen Bäumchen ausgefallen. Sie warteten regelrecht auf den ersten wirksamen Regenguss im September. Dann haben sie ihren genetisch fixierten Wachstumsschub nachgeholt und blieben bis Ende November belaubt. Das ist riskant, denn ein plötzlicher Frost stört die natürlichen und genetisch fixierten Abläufe vor der Winterruhe beträchtlich.





Wenn die Johannisbeeren Ende Juni reifen, kann man diese Tätigkeit mit einem leichten Rückschnitt der Sträucher kombinieren. Auch hier entfernt man Ruten, die störend kreuz und quer in den Strauch hineinwachsen.

Der Zweigstecher, ein kleiner dunkelgrüner Käfer, legt je ein Ei in eine zarte Triebspitze der ganz jungen Obstbäumchen und beißt sie unterhalb des Einstiches rasiermesserscharf ab. Seine Made ernährt sich dann von dem verwelkten Material. Ich habe ein junges Apfelbäumchen der Sorte ´Riesenboiken´ im Hausgarten, das seit Jahren anscheinend gar nicht wachsen darf?! Jede Triebspitze mit mehr als vier Blättchen wird sofort abgebissen.  An etwas ältere Bäume geht er nicht ran. Was signalisiert er damit? Erst der Austrieb in der zweiten Hälfte der Vegetationsperiode hat eine geringe Chance. Der Käfer kann fliegen und überwintert an jedem Baum. Man kann nur seinen Nachwuchs bekämpfen, indem man die welken Triebspitzen aufsammelt und auf einer harten und glatten Oberfläche zertritt.

Den Fruchtbesatz an den Obstbäumen sollte man genau beobachten und gegebenenfalls mit dem Ausdünnen der Früchte beginnen.

Im Allgemeinen sollte man Ende Juni den vorhandenen Kompost verbrauchen und flach einarbeiten sowie die Mulchschicht mit Grasschnitt ergänzen. Kurzum, die Flächen für den Hochsommer vorbereiten.


März/April

Sobald die Witterung es zulässt, entfernen wir die letzten Fruchtmumien aus den Baumkronen. Im Herbst werden sie oftmals übersehen, da noch welke Blätter an den Zweigen sind. Sie sind Träger vieler Krankheitserreger. Moos und Flechten signalisieren ein biologisch gesundes Medium, aber sie speichern Feuchtigkeit und diese könnte das Eindringen von Schaderregern begünstigen. Man kann sie schonend mit einem Spachtel entfernen. Bitte keine Drahtbürste verwenden! In extremen Fällen habe ich eine schwache Kalklösung angerührt und die frei geschabten Flächen zusätzlich eingesprüht. Man kommt so auch an schwer zugängliche Ritzen und Stellen. Nach ein paar Anwendungen war die Rinde wieder kahl. Es reicht, wenn der Stamm und die Basis der untersten Äste gereinigt sind. Besonders wichtig sind die Stellen, an denen herabrinnendes Regenwasser nur langsam abtrocknen kann.

Wenn der Boden über Winter durchgehend gefroren war, so ist jetzt höchste Zeit, um die letzten Bäume zu pflanzen. Wenn es in unteren Bodenschichten aber eisig glitzert, noch ein wenig abwarten.

Zu diesem Zeitpunkt nur die Bäume schneiden, deren Wuchs man anregen möchte. Im März schneide ich nur am Kernobst (Apfel, Birne, Quitte), das Steinobst muss noch warten, bis der Saftfluss besser in Schwung kommt. Um den Stamm und an seiner Basis werden nun alle wilden Triebe entfernt. An Bäumen im Ertragsalter sollten jetzt nur die Zweige und Äste entfernt werden, die störend kreuz und quer durch die Krone wachsen beziehungsweise mit dem Wuchs von außen nach innen die Krone verdichten. Krankes und totes Material entfernt man kompromisslos. Eine Wundbehandlung ist bei robusten Sorten nicht erforderlich. Bei größeren Wunden und anfälligen Sorten, zum Beispiel bei edlem Tafelobst, kann man eine ganz dünne Schicht auftragen. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Wasserbeutel über einer Schnittwunde!

Wenn vorhandene Pfirsichbäume im Vorjahr von der Kräuselkrankheit geschwächt wurden, kann man spätestens jetzt mit einer Austriebsspritzung dagegenwirken (am einfachsten mit einem biologischen Mittel aus dem Fachhandel; Anm. d. Red.). Die Erreger überwintern direkt auf der Knospe, sozusagen an Ort und Stelle.

Beerenobst sollte man jetzt auch kontrollieren und krankes sowie altes Material entfernen. Gleichzeitig kann man den ganzen Strauch auslichten. Alte Triebe sind leicht an abgelösten Rindenschichten, am dickeren Holz und an daran haftendem Moos und Flechten zu erkennen.
 





Den Baumschnitt am Kernholz kann man jetzt beenden und am robusten Steinholz, wie Zwetschgen und Sauerkirschen, beginnen. Süßkirschen und Mirabellen lasse ich noch warten.



Neupflanzungen vom Herbst oder vom zeitigen Frühjahr brauchen jetzt ihren Pflanzschnitt, unabhängig von anderen Risiken. Die hier relativ kleinen Wunden kann man mit künstlicher Rinde gegen das Eindringen von Pilzerregern schützen.

Wer beim Baumschnitt noch im Zweifel ist, welche Zweige Fruchtknospen und welche nur Holzknospen tragen, kann bis zur Blüte abwarten. Den Bäumen schadet das nicht. Zu diesem Zeitpunkt wird ganz bestimmt kein verkehrter Zweig entfernt. Das Gleichgewicht zwischen Austrieb und Ertrag sollte aber gewährt sein.

Blattläuse beziehungsweise die winterfesten Eier merken jetzt auch, dass es wieder losgeht. Sie warten schon auf die zarten Blättchen. Wenn der Befall im Vorjahr störend war, kann man jetzt mit einer Austriebsspritzung mit biologischen Mitteln aus dem Handel vorbeugen. Leimringe gegen Ameisen kann man schon vor jedem Schaden durch Blattläuse am Stamm anbringen.

In der ersten Vegetationshälfte sind die kleinen Plagegeister besonders hartnäckig, alles kümmert sich jetzt um die Fortpflanzung, und die Widerstandskräfte der Bäume sind noch nicht ganz aktiviert. Ein genaues Beobachten des Geschehens ist daher in dieser Zeit ganz wichtig.
Gegen Pilze, Insekteneier und anderes „Kleinzeug“ habe ich ein nebenwirkungsfreies Universal-Zaubermittel: Ackerschachtelhalm. Der Sud daraus lackiert alles zu, wenn ich nicht achtgebe, sogar meine Schutzbrille. Bei Bedarf füge ich noch ein wenig Kalk dazu.

Im April kann man das verbliebene Restmaterial der Mulchschicht von den Baumscheiben entfernen und den Boden ein paar Wochen frei atmen lassen. Der Komposthaufen sollte jetzt durchgesiebt werden; das Restmaterial ist sehr gut geeignet, um eine neue Mischung anzusetzen.

Eventuell eingenistete Krankheitserreger von der alten Mulchschicht landen so in dem großen Gartenmixer der Verrottung und haben keine Chance, um Schaden im Obstgarten anzurichten. Das gesiebte Kompostmaterial kann jetzt, in einer Mischung mit Gesteinsmehl und Hornspänen, auf die Baumscheiben ausgebracht und mit der obersten Erdschicht durchmischt werden. Bei steigender Bodentemperatur und ausreichender Feuchtigkeit vom letzten Winter müsste das für die Bodenfruchtbarkeit optimal sein.

Ich wünsche Ihnen und den Bäumen ein optimales Blühwetter und einen munteren Bestäuberflug!


Januar/Februar


 

Obstbaumpflanzung vorplanen
Soll der eine oder andere Obstbaum demnächst gepflanzt werden, muss man früh genug, am besten im Januar, Art, Sorte und gegebenenfalls Unterlage bestimmen und baldmöglichst auch den Baum oder die Bäume bei einer guten Gartenbaumschule bestellen. Geplante Pflanzung von Obstgehölzen gleich nach dem Winter kann eventuell schon vorbereitet werden – falls der Boden offen ist – mit Ausheben der Pflanzgrube, Verbesserung des Aushubs und Einschlagen des Pfahls. 


Wichtige Pflegemaßnahmen
Bei frostfreiem Wetter widmet man sich der Gehölzpflege, lichtet zu dichte Kronen aus, setzt zu hoch gewordene zurück, entfernt Wasserschosse oder Abgestorbenes. Man überprüft, ob Stützpfähle noch den nötigen Halt geben, und lockert eventuell Baumbänder, die mit der Zeit zu stramm sitzen. Spätestens Mitte Januar werden Stämme und größere Hauptäste mit weißem Anstrich gegen Frostschäden versehen. Spalierobstbäume sollten bei scharfem Frost etwas geschützt werden.
 




Edelreise schneiden
Sollen Obstbäume veredelt oder umveredelt werden, sind im Januar bei völliger Winterruhe die Edelreiser zur Pfropfung hinter die Rinde im Frühjahr zu schneiden und an einem kühlen, schattigen Platz in feuchtem Sand einzuschlagen. Anschriften von Reisermuttergärten, die virusfreies/virusgetestetes Reisermaterial liefern, erfährt man von Landwirtschaftskammern oder entsprechenden Instituten.

Schnittarbeiten beenden
Im Obstgarten werden bis Ende des Monats Erziehungs-, Auslichtungs- und Verjüngungsschnitte an Obstgehölzen beendet, nicht weil nicht auch noch später geschnitten werden könnte, sondern weil im März so viel anderes zu tun ist, dass dann ein unter Umständen nötiger Schnitt unterbleibt. 

Gegen Frostspannerraupen, die früh aus den Eiern schlüpfen, sind umweltverträgliche Präparate auf der Basis von Bazillus thuringiensis ausreichend wirksam.

Pflanzarbeiten gehen weiter
Weitgehend unabhängig von der Witterung können Obstgehölze gepflanzt werden. Allerdings muss die Erde frostfrei sein. Zunächst sind vorrangig früh treibende Arten dran wie Stachel- und Johannisbeere, Pfirsich, Mandel, Aprikose. Es folgen Pflaumen und Kirschen, zuletzt Birnen und Äpfel.
 

2020


November/Dezember


Obstbaumpflanzung vorbereiten
Besonders in trockeneren Regionen eignet sich die frostfreie Zeit zu Winterbeginn gut für die Obstbaumpflanzung. Bei Bodentemperaturen über dem Gefrierpunkt können sich Feinwurzeln ausbilden, die zu Vegetationsbeginn die Wasser- und Nährstoffversorgung der Obstgehölze unterstützen. Eine sorgfältige Pflanzvorbereitung trägt zum guten Gelingen bei.

In schweren, tonigen Böden besteht die Gefahr von Bodenverdichtungen, die zu „Atemnot“ im Wurzelsystem führen und eine geregelte Wasser- und Nährstoffaufnahme unmöglich machen. Die Bäume verkümmern wie bei Wassermangel.

Neben gutem Bodenschluss brauchen die Obstgehölze auch genügend Sauerstoff im Boden, damit die Wurzeln wachsen und Wasser und Nährstoffe erschließen können. Besonders bei schweren Böden ist daher ausnahmsweise eine sogenannte Frostgare vor der Pflanzung hilfreich, die aus einem klotzigen, dichten Boden eine feine, lockere Pflanzerde erzeugt. Dazu muss der Boden vor dem Frost umgegraben, gespatet oder zumindest die Pflanzlöcher ausgehoben werden.





Umpflanzungen von Obstbäumen
Wenn Umpflanzungen von Obstbäumen erforderlich sind, ist jetzt im Spätherbst der optimale Zeitpunkt. Die Wurzelentwicklung ist besonders aktiv und findet bei Bodentemperaturen ab plus vier Grad Celsius statt, sodass sich die Pflanzen bis zum Austrieb im nächsten Frühjahr gut etablieren können.
 
Junge Bäume (bis zu vier Jahre Standzeit) lassen sich in der Regel problemlos verpflanzen. Je älter der Baum, je länger er an einem Standort war und je starkwüchsiger die Unterlage beziehungsweise weitverzweigter der Wurzelraum ist, desto riskanter ist die Aktion. Das Entscheidende ist, einen ausreichenden Anteil an Feinwurzeln (zuständig für die Wasser- und Nährstoffaufnahme) zu erhalten. Da sie sich größtenteils am äußeren Wurzelbereich befinden, gilt: Je größer der ausgestochene Ballen, desto besser.

Um auch ältere Bäume verpflanzfähig zu halten, ist es ratsam, bereits im Vorfeld (ab Pflanzung alle zwei bis drei Jahre) den Wurzelraum zu umstechen. So bilden sich an den Schnittstellen feine Haarwurzeln und das Wurzelwachstum wird insgesamt kompakter und entwickelt sich näher um den Stamm herum.

Bei größeren Bäumen sollte im Herbst (spätestens Frühjahr) vor der geplanten Umpflanzung ein Graben im genannten Abstand um den Stamm herum ausgehoben werden, um auch die tiefer liegenden Wurzeln zu kappen. Den Graben mit lockerer Gartenerde auffüllen und feucht halten.

Beim Verpflanzen ist ein scharfer Spaten zu verwenden und darauf zu achten, dass möglichst wenig Erde und mit ihr feine Faserwurzeln vom Wurzelballen abfallen. Zum Transport kann der Ballen mit Jute oder dicker Folie umwickelt werden. Den Baum möglichst bald in das vorbereitete Pflanzloch verbringen. Gut fixieren (Pfahl) hilft dem Baum beim Einwurzeln.





Herbsthimbeeren: Sorten und Pflege
Herbsthimbeeren werden vom Himbeerkäfer verschont und die Rutenkrankheiten sind nicht relevant. Bis zu den ersten Frösten reifen die Früchte, in milden Lagen bis Dezember, in Jahren mit später Vegetation beginnt die Ernte erst im August. Gibt es zudem früh starke Fröste, fallen die Erträge deutlich niedriger aus als bei Sommerhimbeeren. 

Herbsthimbeeren fruchten im oberen Teil der diesjährigen Triebe. Alle Ruten werden im März vor dem Austrieb dicht am Boden abgeschnitten. Bereits im Dezember, wenn keine reifen Früchte mehr zu erwarten sind, schneidet man alle Triebe auf zehn Zentimeter Länge ab. Um die sich noch entwickelnden Adventivknospen nicht zu stören, entfernt man die Stummel in einem zweiten Arbeitsschritt erst im März. 

Kompost, Rindenhumus oder Laub schützen die Wurzeln vor dem Austrocknen und aktivieren das Bodenleben. Die Auflage sollte nicht höher als fünf Zentimeter sein, sodass die Triebreste noch gut erkennbar sind. Die Himbeerwurzeln bleiben im Winter aktiv und können sich ausbreiten, es treiben mehr Ruten im Frühjahr aus.

Die bekannteste Herbstsorte ist ´Autumn Bliss´ mit der gelben Selektion ´Golden Bliss´. Die Sorte ´Polka´ aus Polen hat runde, aromatische Früchte. Die aufrechten Ruten wachsen 120 bis 160 Zentimeter hoch und benötigen nur eine niedrige Unterstützung. ´Polka´ reift etwas nach ´Autumn Bliss´ und ist ertragreicher. ´Himbo Top®´ aus der Schweiz reift zehn Tage nach ´Autumn Bliss´. Die großen, kegeligen, sehr aromatischen Früchte bleiben entsprechend hellrot. Die Ruten werden knapp zwei Meter hoch.