2021


 

November/Dezember





Im November kein Baumschnitt! „Während der Wintermonate (November bis Februar) werden Wunden nicht abgeschottet. Deshalb sollte man den Obstbäumen in diesem Zeitraum auch keine Schnittwunden zufügen“, schreibt Heiner Schmid in seinem Buch „Obstbaumwunden – versorgen, pflegen, verhüten“ (Schmid 1992). Klarer und deutlicher kann man das nicht formulieren. Wer sich nicht da-ran hält, riskiert die Gesundheit seiner Obstbäume, das gilt besonders bei Steinobst. Es gab Zeiten, da war man davon überzeugt, dass man bei Frost schneiden muss. Vielleicht wusste man es nicht besser …

Dagegen ist der November Hauptsaison für die Pflanzung von wurzelnackten Gehölzen. Im Fernsehen wird oftmals gezeigt, wie Bäume in ein Pflanzloch von etwa 60 bis 90 Liter gepflanzt werden. Der Boden drum herum, meistens unter einer Rasenfläche, kann aber sehr fest sein. Wenn das so ist, wird sich die Wurzel des Obstbäumchens nicht aus dem lockeren Bereich in den festen Boden ausdehnen, besonders dann, wenn in den ersten Jahren direkt am Stamm gegossen wird. Die Entstehung einer Drehwurzel ist da vorprogrammiert.

Dem kann man entgegenwirken, indem man mit der Grabegabel ein paar Löcher zur Probe in den Rasen sticht und bei Bedarf den Boden lockert. Auch das geht mit der Gabel und ohne Aufreißen der Rasenfläche. Man kann es auch im Frühjahr nachholen und das ganze Medium über Sommer mit Flüssigdünger (zum Beispiel mit einer wässrigen Kompostlösung) versorgen. Dann lockert sich die Erde unterm Rasen mithilfe der Bodenmikroorganismen. Die Graspflanzen werden die Wirkung der Bodenlockerung mit üppigem Wuchs und sattgrüner Färbung bestätigen.
Im Fernsehen wird ebenfalls gezeigt, wie Kompost, Komposterde und allerlei Dünger in die Pflanzerde gemischt werden. Tun Sie das bitte nicht! Die organische Masse fault ohne Luftzufuhr in tieferen Erdschichten und es entstehen schädliche Säuren. Die extrem zarten Wurzelhaare leiden darunter. Nach der Verpflanzung und der damit verbundenen brutalen Verstümmelung der Wurzeln ist das absolut kontraproduktiv. Im November hat die Beimischung von Kompost und Dünger fast keinen Wert, da während dieser Zeit mikrobiologisch sowieso nicht viel geschehen wird. Wenn man das Pflanzloch mulchen kann (keine Wühlmäuse im Hausgarten beziehungsweise ein Wurzelkorb auf der Wiese), dann kann man an der Oberfläche (maximal fünf Zentimeter tief) ein wenig Kompost einarbeiten, um unter der warmen Mulchdecke das Bodenleben anzukurbeln. Die „Hauptmahlzeit“ kommt aber erst im März!



Im November kann man die Brutkästen der Singvögel reinigen und technisch untersuchen. Manchmal dringt Nässe ein und dann entsteht bis zum Frühjahr ein kleiner Komposthaufen darin – mit feuchten und angefaulten Holzwänden! Für die zarte Vogelbrut kann das fatal sein. Man sollte unbedingt eine Staubmaske und eine Schutzbrille aufsetzen. Durch und durch vernässte Brutkästen montiere ich ab. Sie werden direkt aussortiert oder später repariert.  

Insektenhotels bestehen oftmals aus einem Regal mit allerlei Blöcken. Man kann diese über Winter in einem Gerätehaus oder in einem Schuppen trocken lagern. Luft und Kälte sollten drankommen, sonst fliegen unsere fleißigen Helfer vorzeitig aus. Im luftigen Lager sind sie auch vor Temperaturschwankungen und kurzen Wärmeperioden geschützt.

Die hohen Insektenhotels mit schmalem Dach auf Feldern und Wiesen sind über Winter, durch Sprühregen und Flugschnee, oftmals total vernässt. Die Dächer könnten da ruhig etwas breiter sein, die Insekten nutzen auch beschattete Brutlöcher. Die Höhe des Insektenhotels sollte an die Breite des Daches angepasst sein. Wer sich um solche Bauten kümmert, sollte sie über Winter regelmäßig inspizieren. Feuchtigkeit gehört naturgemäß dazu, aber Fäulnis und Schimmel sind bestimmt nicht günstig für die nächste Insektengeneration. 

Die Arbeiten im Dezember unterscheiden sich nur unwesentlich von jenen aus dem November. Man kann auch jetzt noch Bäume pflanzen. Wenn leichter Frost zu erwarten ist, kann man die Oberfläche vorher warm abdecken (Plane, Heu, Stroh und anderes) und sie erst vor der Pflanzung an einem frostfreien Tag freilegen. Selbstverständlich hat man die Wurzeln der Bäumchen vorher im Einschlag vor Frost geschützt.



Wenn Regenwürmer in großer Zahl vorhanden sind und wenn der Herbst warm und feucht war, könnte es sein, dass sie die Mulchdecke schon deutlich abgebaut haben. Das ist ein Grund zur Freude, denn was an ihrem hinteren Ende rauskommt, ist der beste Dünger für unsere Pflanzen. Man sollte die Abdeckschicht aber ergänzen, damit keine Kahlstellen entstehen. Das würde der Bodenfruchtbarkeit schaden.



In den Wintermonaten ist Werkstattzeit! Das Gartenwerkzeug kann man nun untersuchen, reparieren, schärfen und gegebenenfalls einfetten. Gesammeltes oder gekauftes Holzmaterial kann man zu Vogelbrutkästen, Igelhäusern oder Komponenten für das Insektenhotel verbauen. Nur unbehandeltes Holz aus bekannter Quelle verwenden. Pressplatten sind höchstwahrscheinlich chemisch behandelt und verklebt, sie verhindern auch den Feuchtigkeitsaustausch.

Jetzt kann man Bilanz über das vergangene Jahr ziehen, Literatur studieren und Pläne fürs nächste Jahr schmieden. Wer das ganze Jahr über fleißig war, darf sich jetzt auch mal ein wenig Ruhe gönnen und die Advents- und Weihnachtszeit genießen.


September/Oktober

Ende August/Anfang September kann man die Walnussbäume schneiden. Hier wird der Kronenaufbau weitestgehend der Natur überlassen. Es werden nur störende beziehungsweise vertrocknete Äste entfernt. Der Zeitpunkt ist aber ideal, da fast kein Saft aus den Schnittwunden austritt.



Abgeerntete Zwetschgenbäume kann man nun schneiden oder, besser noch, sie mit der Säge beziehungsweise Schere abernten – genauso wie im Hochsommer bei den Süßkirschen und Mirabellen. Mit der Ernte und Verwertung der nur kurz haltbaren Früchte hat man gegebenenfalls schon genug zu tun, aber mit dem Schnitt zu diesem Zeitpunkt erspart man sich circa 30 bis 50 Prozent der Schnittarbeiten. Der Baum kann sich durch den regen Saftfluss selber gegen das Eindringen von Krankheitserregern schützen und das Unfallrisiko für den Menschen reduziert sich so auch noch. Früher war man der Meinung, dass sich Zwetschgenbäume selber „reinigen“. Das sollte man sich mal genauer anschauen, es gibt genug ungepflegte Musterbeispiele: Die untersten Astpartien vertrocknen und fallen ab, die verbliebenen Aststummel sind vertrocknet oder angefault und so der beste Nährboden für allerlei Krankheitserreger. Der Stamm wird immer länger, bis man nicht mehr an die fruchttragenden Partien der Krone rankommt. Danach kann man das Obst noch bestenfalls abschütteln oder die Ernte wird riskant. Zwetschgenholz ist extrem brüchig!

Wenn der Druck durch die Raupen des Frostspanners im Frühjahr und Sommer extrem war, so sollte man jetzt Leimringe an den Stamm anbringen, denn in kühlen Nächten können die Falter ihr Treiben schon beginnen. Der Leimring muss bis zum Frühjahr durchgehend klebrig gehalten werden. Für die flugunfähigen Weibchen dürfen keine „Umwege“ zur Baumkrone bestehen bleiben.



Umgekehrt, wenn es keine Schäden gab oder wenn man die Raupen im Hausgarten (gegebenenfalls mit Unterstützung der Singvögel) restlos entfernen konnte, so kann man sich und dem Baum die Schmiere ersparen. Die Weibchen migrieren nur auf kleinstem Raum. Die Verbreitung findet eher durch den Wind statt, der im Frühjahr die kleinen Raupen an langen Fäden durch die Gegend weht.

Die im September reifenden Apfelsorten kann man nun auch mit der Säge abernten. Kleine Schnittkorrekturen kann man dann im März noch durchführen. Das Wuchsverhalten der Obstbäume wurde in den letzten Jahren durch Hitze und Dürre im Sommer wesentlich beeinflusst. Wenn der Junitrieb deshalb ausgefallen ist, kann es sein, dass der Obstbaum seinen zweiten Wachstumsschub im feuchteren Herbst nachholt. Die Blätter mancher Sorten bleiben so bis weit in den Oktober grün. In diesem Fall sollte man mit dem Schnitt noch warten, bis die ersten Blätter anfangen zu vergilben. 

Im Oktober kann man die Apfel- und Birnbäume schneiden, deren Krone man als zu groß beziehungsweise zu hoch einschätzt. Jetzt darf man den Wipfel absetzen und gegebenenfalls bis zu 20 Prozent des Kronenvolumens entfernen. Die Wuchsreaktion auf den Schnitt zu diesem Zeitpunkt wird im Frühjahr minimal sein. 

Bei großen und ungepflegten Bäumen ist der Schnitt im belaubten Zustand gar nicht so leicht. Es gibt aber eine einfache Methode, um mit dem größten Durcheinander aufzuräumen: Man stelle sich mit dem Rücken an den Stamm und gucke nach oben. Das muntere Wirrwarr der armdicken Äste ist durch den kahlen Innenbereich gut zu sehen. Alles, was kreuz und quer steht beziehungsweise Übereinanderliegt, kann nun entfernt werden. 

Das Sonnenlicht sollte aus allen Richtungen bis in das Kroneninnere durchdringen können. Manchmal liegen mehrere abgesenkte Astschichten übereinander, sie beschatten sich und die untersten sind meistens nur mit grasigem Schattenobst garniert. Radikale Maßnahmen sollte man aber auf mehrere Jahre verteilen, denn den Wurzeln werden durch weniger Laub die Zuckerstoffe entzogen und sie „leiden“ mit. Daher sollte man stets nur die oberste Schicht entfernen und so die Kronenhöhe langsam reduzieren. Selbstverständlich wartet man bis zur Ernte.

Über mehrere Jahre betrachtet, erspart man sich mit dem Schnitt zu dieser Jahreszeit viel Arbeit und die Bäume produzieren weniger Reisig für die Häckselmaschine. Große Mengen Schnittgut können ja noch liegen bleiben und zu einem späteren Zeitpunkt entfernt beziehungsweise verwertet werden. Einige Äste lasse ich über Winter auf der Wiese liegen, sie lenken Nager von den Baumstämmen ab.

Der Oktober ist die Zeit der Obstgehölzbestellungen. Man sollte sich bei der Auswahl der Sorten an den vorhandenen Standortbedingungen orientieren und sich nicht von spaßigen oder lieb gemeinten Sortenbezeichnungen verführen lassen. Im Vordergrund sollte die Gesundheit des Gehölzes stehen! Es gibt Sorten, die über mehrere Jahrhunderte allen Wetter- und Klimakapriolen getrotzt haben, auch der Misshandlung durch Schnitt zur falschen Jahreszeit. Lassen Sie sich von den lokalen Gartenbauvereinen beziehungsweise den Baumschulen in Ihrer Region beraten. Der Klimawandel macht in einigen Regionen große Probleme. Die Robustheit gegen Hitze und Trockenheit wird so zum Hauptkriterium für die Sortenwahl bei Neupflanzungen.



Es gibt robuste Wildgehölze, deren Früchte man gut verwerten beziehungsweise sie den Singvögeln für den Winter überlassen kann. 

Zum Schutz der Baumrinde gegen Frostrisse im Spätwinter streiche ich die Stämme schon im Herbst an. Der Anstrich braucht einen Tag lang wenigstens fünf Grad Celsius und trockenes Wetter. Jetzt kann man sich den günstigsten Zeitpunkt auswählen und bei angenehmer Witterung arbeiten. „Der Untergrund muss sauber sein“, schreiben die Farbhersteller aufs Etikett. Das gilt auch für die

Rinde der Obstbäume und man kann schon vorher dafür sorgen. Die einfachste Farbmischung für den Hausgarten besteht zur Hälfte aus anwendungsfertigem Bio-Baumanstrich (teuer!) und zur Hälfte aus Silikatgrund aus der Farbabteilung der Baumärkte. Nur bedarfsgerechte Mengen mischen. Dieser Anstrich, auf gereinigter Rinde, hält der Witterung sehr lange stand beziehungsweise bis Rindenpartien abplatzen. 


Juli/August


In diesem Monat kann es sehr trocken werden. Auf den Wiesen sollte das gemähte Gras liegen bleiben, sonst ist der kahle Boden Sonne, Wind, Starkregen und Hagel ausgesetzt. Das ist genauso schädigend für die Bodenfruchtbarkeit wie die Schwarzbrache im Winter.

Süßkirschen erntet man am besten mit der Astsäge. Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dazu. Mit der langen Leiter an dünne Äste im Außenbereich der Krone angelehnt, riskiert man wortwörtlich Leib und Leben. Leider werden immer noch solche Erntemethoden in den Medien gezeigt, die Anzahl der damit verbundenen schweren Unfälle ist sehr hoch, wird aber nicht erwähnt. Mit der Schwertsäge an einer vier Meter langen Stange kann man unterarmdicke Äste gut erreichen, eventuell nutzt man noch eine freistehende Leiter. Die abgesägten Äste kann man dann am Boden abernten. Daraus kann man ein Erntefest mit lieben Menschen machen, für Kinder und ältere Semester ist das ein Riesenspaß.

Für die Gesundheit der Bäume gibt es auch einen wichtigen Grund für den Schnitt zu diesem Termin: Im Juli wird die Ansteckung mit dem Valsa-Pilz minimiert, da zu diesem Zeitpunkt keine Übertragung der Erreger stattfindet. Die Höhepunkte der Sporenproduktion liegen im Frühjahr und im Herbst. Die Valsa-Pilze schädigen das Holz und die Infektionsstellen sind schwierig zu behandeln. 





Kirschbäume ohne Obstertrag sollte man selbstverständlich auch im Juli schneiden. Der Baum kann sich zu diesem Zeitpunkt durch den regen Saftfluss in zumutbarem Maße gegen allerlei Erreger selber schützen. Größere Wunden aber, das heißt solche, die man mit der Säge verursacht hat, sollten sofort mit künstlicher Rinde überpinselt werden. In den letzten Jahren wurden kahle Rindenpartien von der sengenden Sonne geschädigt. Daher sollte man sich mit dem schockartigen Auslichten der Baumkrone zurückhalten.
Ab Juli nicht mehr düngen, nur noch die Mulchschicht der Baumscheiben ergänzen und locker halten. Und bei Bedarf wässern, wässern …

Bei Kernobst (Äpfel, Birnen und so weiter) kann man mit dem Ausdünnen der Früchte beginnen. Einen zweiten Durchgang kann man auf den August verlegen. Dabei sollte man auf allerlei Beschädigungen der Baumrinde achten und gegebenenfalls sofort handeln.

Jetzt ist Erntezeit bei den Mirabellen. Auch hier erntet man am besten mit dem Schnittwerkzeug. Durch den regen Saftfluss zu dieser Jahreszeit ist der Baum maximal gegen das Eindringen von Schaderregern geschützt. Und trotzdem ist wieder zu beachten: Große Schnittwunden sofort mit Kunstrinde dünn verstreichen. Jetzt kann man den Wipfel in Maßen herabsetzen! Die Maßnahme sollte aber auf mehrere Jahre verteilt werden, sonst leiden die Wurzeln an Unterernährung.

Einen Sommerriss bei Steinobst (Kirschen, Mirabellen, Zwetschgen und anderen) würde ich nicht empfehlen. Eine regelmäßig gepflegte Krone braucht das nicht.



In der zweiten Vegetationshälfte sind die Bäume robuster als im Frühjahr und der Druck durch Schadinsekten nimmt ab. Man sollte trotzdem regelmäßig nachschauen und sofort Maßnahmen dagegen ergreifen. Bei für sie günstigem Wetter folgt oftmals noch eine zweite Generation, der sollte man keine Chance geben. Viele Parasiten sind standorttreu und man sollte ihnen keine Schonung gönnen. Das erspart uns so manchen Leimring oder andere Maßnahmen im nächsten Jahr. Mit einer durchgehenden Sommerfütterung und regelmäßig frischem Wasser halte ich die Singvögel von meinem Obst fern.  

Die Baumscheiben der frisch verpflanzten und jungen Bäumchen sollten noch immer gewässert werden, diese Routine wird langsam unser aller Schicksal …



Auf den Streuobstwiesen sind Schäden durch Mäuse nicht zu unterschätzen. Man sollte jetzt Teilflächen gegebenenfalls noch einmal mähen, der Steinkauz kann nur auf kurzem Gras jagen. Greifvögel kreisen, bestimmt nicht ganz zufällig, direkt über frisch gemähten Flächen. Das hat sich auf meiner Streuobstwiese oftmals so abgespielt.

Jetzt kann man Erdbeeren gut verpflanzen. Ich ziehe mir rechtzeitig ausgewählte und kräftige Ausläufer vor, meistens die ersten von einer Mutterpflanze. Ich durchmische den gelockerten Boden mit gut ausgereiftem Kompost an einer freien Stelle zwischen den Reihen und fixiere die zarte Wurzel mit einem Haken aus festem Draht. Alles, was dahinter noch dranhängt, schneide ich ab. Das zarte Pflänzchen bekommt zwar noch Nährstoffe von der Mutterpflanze, bildet aber eine eigene kräftige Wurzel aus. Im August kappe ich die Verbindung zur Mutterpflanze, grabe es mit dem Spaten tief aus und verpflanze es in das neue Beet. Für den Transport an einen anderen Standort kann man die Wurzel auch in einem Pflanztopf vorziehen.


Mai/Juni


Im Mai kann es schon sehr heiß und trocken werden. Frisch verpflanzte Bäumchen sollten wöchentlich wenigstens zehn Liter Wasser bekommen. Das Gießwasser sollte nicht zu kalt sein und muss bis zu den Wurzeln gelangen.

Bei Bäumchen im zweiten Jahr reicht es, wenn sie nur jede zweite Woche gegossen werden. Aber nicht mehr direkt am Stamm, sonst entsteht eine Drehwurzel. Wurzeln wachsen niemals aus feuchter Erde in trockene Erde. Gleiches gilt für die Textur des Bodens. Auch hier wird eine Wurzel niemals den lockeren Boden verlassen und in verdichteten Boden eindringen, es sei denn, sie findet einen Wurmkanal. Man sollte einen Gießrand mit größerem Durchmesser anlegen und die Wurzeln mit Wasser und gelockertem Boden nach außen „ködern“. Es ist regelmäßig nachzusehen, ob die Bäume von Blattläusen befallen sind. Das einfachste Mittel gegen sie ist die Spritzung mit einer Lösung aus Schmierseife. Deren Haut ist sauer und die alkalische Seifenlösung löst eine chemische Reaktion mit tödlichem Ausgang aus. Diese muss aber direkt auf die Haut der Blattläuse gelangen, bei eingerollten Blättern ist das so gut wie unmöglich. Das Sprühmittel ist auch schnell vom Regen abgespült. 





Verlässlicher sind da die Raupen der Marienkäfer. Sie sind extrem gefräßig, werden aber von den Ameisen durch Bisse in ihre Gliedmaßen abgewehrt. Wenn den Ameisen aber der Zugang zur Krone mit einem klebrigen Leimring versperrt ist, verputzen die Larven des Marienkäfers alle Blattläuse innerhalb von etwa einer Woche. Daher sollte man die Klebrigkeit der Leimringe regelmäßig überprüfen. Singvögel picken oftmals Insekten vom Leimring ab und das ist gar nicht gut, manchmal findet man sogar große Federn daran. Wenn Insekten in großer Zahl daran kleben, sollte man die Leimringe erneuern.

Der Leimring bringt aber auch Risiken für die Stammrinde mit sich. Altes Material, zum Beispiel vom Vorjahr, oder über mehrere Jahre verdickte Schichten werden hart wie Glas und die Rinde bekommt tiefe Risse. Man sollte auch darauf achten, dass sich keine Feuchtigkeit darunter staut. Es ist wie immer und überall: Mit jedem Vorteil handelt man sich Risken ein …

Bei kleinen Bäumen kann man eventuell vorhandene Frostspannerraupen auflesen beziehungsweise die Gespinnstmotten einfach entfernen und zertreten. Im Handel bekommt man biologische Mittel gegen blattfressende „Schädlinge“. Hier sollte man konsequent sein, denn der Druck nimmt sonst von Jahr zu Jahr zu.

Auch andere Bäume und Sträucher können davon befallen sein und als Wirt für die nächste Generation fungieren. Die mit Gespinnstmotten befallenen Triebspitzen von hohen Baumkronen habe ich mit der Seilzugschere an der langen Stange abgeschnitten. Das ist ein Grund mehr, die Baumkronen in die Breite zu formieren und ihren Höhenwuchs zu begrenzen.

Die vorher mit Kompost gedüngten Baumscheiben sollten nun mit frischem und vorgetrocknetem Gras gemulcht werden.

Das Dickenwachstum der Stämme kann ab jetzt sehr deutlich sein und die Anbindung an den Pfahl sollte geprüft und gegebenenfalls gelockert werden.

Im Juni werden die Pflegearbeiten vom Mai fortgesetzt. Ab Monatsmitte und je nach Wachstumsverlauf (milder Winter, früher Austrieb?) kann man mit dem sogenannten Sommerriss beginnen: Es geht jetzt darum, alle unnötigen Triebe abzureißen, damit der nächste Wachstumsschub ab Johanni nicht in die falsche Richtung treibt und so wertvolle Wuchskraft in der zweiten Vegetationshälfte vergeudet wird.

An jeder kräftigen Astspitze befinden sich höchstwahrscheinlich eine Verlängerung und mehrere krautige Triebe. Davon sollten nur die aufstrebende Verlängerung und der Außentrieb am Baum verbleiben. Alle krautigen Triebe, die nach innen oder störend zur Seite treiben, werden gegen die Wuchsrichtung umgeklappt und brutal abgerissen. Die dabei entstehenden Wunden werden sich bestimmt nicht entzünden und von dem jungen Astring werden die Adventivknospen gleich mitentfernt. In den Jahren 2018 bis 2020 ist, bedingt durch Dürre und Hitze, der Junitrieb an meinen jungen Bäumchen ausgefallen. Sie warteten regelrecht auf den ersten wirksamen Regenguss im September. Dann haben sie ihren genetisch fixierten Wachstumsschub nachgeholt und blieben bis Ende November belaubt. Das ist riskant, denn ein plötzlicher Frost stört die natürlichen und genetisch fixierten Abläufe vor der Winterruhe beträchtlich.





Wenn die Johannisbeeren Ende Juni reifen, kann man diese Tätigkeit mit einem leichten Rückschnitt der Sträucher kombinieren. Auch hier entfernt man Ruten, die störend kreuz und quer in den Strauch hineinwachsen.

Der Zweigstecher, ein kleiner dunkelgrüner Käfer, legt je ein Ei in eine zarte Triebspitze der ganz jungen Obstbäumchen und beißt sie unterhalb des Einstiches rasiermesserscharf ab. Seine Made ernährt sich dann von dem verwelkten Material. Ich habe ein junges Apfelbäumchen der Sorte ´Riesenboiken´ im Hausgarten, das seit Jahren anscheinend gar nicht wachsen darf?! Jede Triebspitze mit mehr als vier Blättchen wird sofort abgebissen.  An etwas ältere Bäume geht er nicht ran. Was signalisiert er damit? Erst der Austrieb in der zweiten Hälfte der Vegetationsperiode hat eine geringe Chance. Der Käfer kann fliegen und überwintert an jedem Baum. Man kann nur seinen Nachwuchs bekämpfen, indem man die welken Triebspitzen aufsammelt und auf einer harten und glatten Oberfläche zertritt.

Den Fruchtbesatz an den Obstbäumen sollte man genau beobachten und gegebenenfalls mit dem Ausdünnen der Früchte beginnen.

Im Allgemeinen sollte man Ende Juni den vorhandenen Kompost verbrauchen und flach einarbeiten sowie die Mulchschicht mit Grasschnitt ergänzen. Kurzum, die Flächen für den Hochsommer vorbereiten.


März/April

Sobald die Witterung es zulässt, entfernen wir die letzten Fruchtmumien aus den Baumkronen. Im Herbst werden sie oftmals übersehen, da noch welke Blätter an den Zweigen sind. Sie sind Träger vieler Krankheitserreger. Moos und Flechten signalisieren ein biologisch gesundes Medium, aber sie speichern Feuchtigkeit und diese könnte das Eindringen von Schaderregern begünstigen. Man kann sie schonend mit einem Spachtel entfernen. Bitte keine Drahtbürste verwenden! In extremen Fällen habe ich eine schwache Kalklösung angerührt und die frei geschabten Flächen zusätzlich eingesprüht. Man kommt so auch an schwer zugängliche Ritzen und Stellen. Nach ein paar Anwendungen war die Rinde wieder kahl. Es reicht, wenn der Stamm und die Basis der untersten Äste gereinigt sind. Besonders wichtig sind die Stellen, an denen herabrinnendes Regenwasser nur langsam abtrocknen kann.

Wenn der Boden über Winter durchgehend gefroren war, so ist jetzt höchste Zeit, um die letzten Bäume zu pflanzen. Wenn es in unteren Bodenschichten aber eisig glitzert, noch ein wenig abwarten.

Zu diesem Zeitpunkt nur die Bäume schneiden, deren Wuchs man anregen möchte. Im März schneide ich nur am Kernobst (Apfel, Birne, Quitte), das Steinobst muss noch warten, bis der Saftfluss besser in Schwung kommt. Um den Stamm und an seiner Basis werden nun alle wilden Triebe entfernt. An Bäumen im Ertragsalter sollten jetzt nur die Zweige und Äste entfernt werden, die störend kreuz und quer durch die Krone wachsen beziehungsweise mit dem Wuchs von außen nach innen die Krone verdichten. Krankes und totes Material entfernt man kompromisslos. Eine Wundbehandlung ist bei robusten Sorten nicht erforderlich. Bei größeren Wunden und anfälligen Sorten, zum Beispiel bei edlem Tafelobst, kann man eine ganz dünne Schicht auftragen. Es gibt nichts Schlimmeres als ein Wasserbeutel über einer Schnittwunde!

Wenn vorhandene Pfirsichbäume im Vorjahr von der Kräuselkrankheit geschwächt wurden, kann man spätestens jetzt mit einer Austriebsspritzung dagegenwirken (am einfachsten mit einem biologischen Mittel aus dem Fachhandel; Anm. d. Red.). Die Erreger überwintern direkt auf der Knospe, sozusagen an Ort und Stelle.

Beerenobst sollte man jetzt auch kontrollieren und krankes sowie altes Material entfernen. Gleichzeitig kann man den ganzen Strauch auslichten. Alte Triebe sind leicht an abgelösten Rindenschichten, am dickeren Holz und an daran haftendem Moos und Flechten zu erkennen.
 





Den Baumschnitt am Kernholz kann man jetzt beenden und am robusten Steinholz, wie Zwetschgen und Sauerkirschen, beginnen. Süßkirschen und Mirabellen lasse ich noch warten.



Neupflanzungen vom Herbst oder vom zeitigen Frühjahr brauchen jetzt ihren Pflanzschnitt, unabhängig von anderen Risiken. Die hier relativ kleinen Wunden kann man mit künstlicher Rinde gegen das Eindringen von Pilzerregern schützen.

Wer beim Baumschnitt noch im Zweifel ist, welche Zweige Fruchtknospen und welche nur Holzknospen tragen, kann bis zur Blüte abwarten. Den Bäumen schadet das nicht. Zu diesem Zeitpunkt wird ganz bestimmt kein verkehrter Zweig entfernt. Das Gleichgewicht zwischen Austrieb und Ertrag sollte aber gewährt sein.

Blattläuse beziehungsweise die winterfesten Eier merken jetzt auch, dass es wieder losgeht. Sie warten schon auf die zarten Blättchen. Wenn der Befall im Vorjahr störend war, kann man jetzt mit einer Austriebsspritzung mit biologischen Mitteln aus dem Handel vorbeugen. Leimringe gegen Ameisen kann man schon vor jedem Schaden durch Blattläuse am Stamm anbringen.

In der ersten Vegetationshälfte sind die kleinen Plagegeister besonders hartnäckig, alles kümmert sich jetzt um die Fortpflanzung, und die Widerstandskräfte der Bäume sind noch nicht ganz aktiviert. Ein genaues Beobachten des Geschehens ist daher in dieser Zeit ganz wichtig.
Gegen Pilze, Insekteneier und anderes „Kleinzeug“ habe ich ein nebenwirkungsfreies Universal-Zaubermittel: Ackerschachtelhalm. Der Sud daraus lackiert alles zu, wenn ich nicht achtgebe, sogar meine Schutzbrille. Bei Bedarf füge ich noch ein wenig Kalk dazu.

Im April kann man das verbliebene Restmaterial der Mulchschicht von den Baumscheiben entfernen und den Boden ein paar Wochen frei atmen lassen. Der Komposthaufen sollte jetzt durchgesiebt werden; das Restmaterial ist sehr gut geeignet, um eine neue Mischung anzusetzen.

Eventuell eingenistete Krankheitserreger von der alten Mulchschicht landen so in dem großen Gartenmixer der Verrottung und haben keine Chance, um Schaden im Obstgarten anzurichten. Das gesiebte Kompostmaterial kann jetzt, in einer Mischung mit Gesteinsmehl und Hornspänen, auf die Baumscheiben ausgebracht und mit der obersten Erdschicht durchmischt werden. Bei steigender Bodentemperatur und ausreichender Feuchtigkeit vom letzten Winter müsste das für die Bodenfruchtbarkeit optimal sein.

Ich wünsche Ihnen und den Bäumen ein optimales Blühwetter und einen munteren Bestäuberflug!


Januar/Februar


 

Obstbaumpflanzung vorplanen
Soll der eine oder andere Obstbaum demnächst gepflanzt werden, muss man früh genug, am besten im Januar, Art, Sorte und gegebenenfalls Unterlage bestimmen und baldmöglichst auch den Baum oder die Bäume bei einer guten Gartenbaumschule bestellen. Geplante Pflanzung von Obstgehölzen gleich nach dem Winter kann eventuell schon vorbereitet werden – falls der Boden offen ist – mit Ausheben der Pflanzgrube, Verbesserung des Aushubs und Einschlagen des Pfahls. 


Wichtige Pflegemaßnahmen
Bei frostfreiem Wetter widmet man sich der Gehölzpflege, lichtet zu dichte Kronen aus, setzt zu hoch gewordene zurück, entfernt Wasserschosse oder Abgestorbenes. Man überprüft, ob Stützpfähle noch den nötigen Halt geben, und lockert eventuell Baumbänder, die mit der Zeit zu stramm sitzen. Spätestens Mitte Januar werden Stämme und größere Hauptäste mit weißem Anstrich gegen Frostschäden versehen. Spalierobstbäume sollten bei scharfem Frost etwas geschützt werden.
 




Edelreise schneiden
Sollen Obstbäume veredelt oder umveredelt werden, sind im Januar bei völliger Winterruhe die Edelreiser zur Pfropfung hinter die Rinde im Frühjahr zu schneiden und an einem kühlen, schattigen Platz in feuchtem Sand einzuschlagen. Anschriften von Reisermuttergärten, die virusfreies/virusgetestetes Reisermaterial liefern, erfährt man von Landwirtschaftskammern oder entsprechenden Instituten.

Schnittarbeiten beenden
Im Obstgarten werden bis Ende des Monats Erziehungs-, Auslichtungs- und Verjüngungsschnitte an Obstgehölzen beendet, nicht weil nicht auch noch später geschnitten werden könnte, sondern weil im März so viel anderes zu tun ist, dass dann ein unter Umständen nötiger Schnitt unterbleibt. 

Gegen Frostspannerraupen, die früh aus den Eiern schlüpfen, sind umweltverträgliche Präparate auf der Basis von Bazillus thuringiensis ausreichend wirksam.

Pflanzarbeiten gehen weiter
Weitgehend unabhängig von der Witterung können Obstgehölze gepflanzt werden. Allerdings muss die Erde frostfrei sein. Zunächst sind vorrangig früh treibende Arten dran wie Stachel- und Johannisbeere, Pfirsich, Mandel, Aprikose. Es folgen Pflaumen und Kirschen, zuletzt Birnen und Äpfel.
 

2020


November/Dezember


Obstbaumpflanzung vorbereiten
Besonders in trockeneren Regionen eignet sich die frostfreie Zeit zu Winterbeginn gut für die Obstbaumpflanzung. Bei Bodentemperaturen über dem Gefrierpunkt können sich Feinwurzeln ausbilden, die zu Vegetationsbeginn die Wasser- und Nährstoffversorgung der Obstgehölze unterstützen. Eine sorgfältige Pflanzvorbereitung trägt zum guten Gelingen bei.

In schweren, tonigen Böden besteht die Gefahr von Bodenverdichtungen, die zu „Atemnot“ im Wurzelsystem führen und eine geregelte Wasser- und Nährstoffaufnahme unmöglich machen. Die Bäume verkümmern wie bei Wassermangel.

Neben gutem Bodenschluss brauchen die Obstgehölze auch genügend Sauerstoff im Boden, damit die Wurzeln wachsen und Wasser und Nährstoffe erschließen können. Besonders bei schweren Böden ist daher ausnahmsweise eine sogenannte Frostgare vor der Pflanzung hilfreich, die aus einem klotzigen, dichten Boden eine feine, lockere Pflanzerde erzeugt. Dazu muss der Boden vor dem Frost umgegraben, gespatet oder zumindest die Pflanzlöcher ausgehoben werden.





Umpflanzungen von Obstbäumen
Wenn Umpflanzungen von Obstbäumen erforderlich sind, ist jetzt im Spätherbst der optimale Zeitpunkt. Die Wurzelentwicklung ist besonders aktiv und findet bei Bodentemperaturen ab plus vier Grad Celsius statt, sodass sich die Pflanzen bis zum Austrieb im nächsten Frühjahr gut etablieren können.
 
Junge Bäume (bis zu vier Jahre Standzeit) lassen sich in der Regel problemlos verpflanzen. Je älter der Baum, je länger er an einem Standort war und je starkwüchsiger die Unterlage beziehungsweise weitverzweigter der Wurzelraum ist, desto riskanter ist die Aktion. Das Entscheidende ist, einen ausreichenden Anteil an Feinwurzeln (zuständig für die Wasser- und Nährstoffaufnahme) zu erhalten. Da sie sich größtenteils am äußeren Wurzelbereich befinden, gilt: Je größer der ausgestochene Ballen, desto besser.

Um auch ältere Bäume verpflanzfähig zu halten, ist es ratsam, bereits im Vorfeld (ab Pflanzung alle zwei bis drei Jahre) den Wurzelraum zu umstechen. So bilden sich an den Schnittstellen feine Haarwurzeln und das Wurzelwachstum wird insgesamt kompakter und entwickelt sich näher um den Stamm herum.

Bei größeren Bäumen sollte im Herbst (spätestens Frühjahr) vor der geplanten Umpflanzung ein Graben im genannten Abstand um den Stamm herum ausgehoben werden, um auch die tiefer liegenden Wurzeln zu kappen. Den Graben mit lockerer Gartenerde auffüllen und feucht halten.

Beim Verpflanzen ist ein scharfer Spaten zu verwenden und darauf zu achten, dass möglichst wenig Erde und mit ihr feine Faserwurzeln vom Wurzelballen abfallen. Zum Transport kann der Ballen mit Jute oder dicker Folie umwickelt werden. Den Baum möglichst bald in das vorbereitete Pflanzloch verbringen. Gut fixieren (Pfahl) hilft dem Baum beim Einwurzeln.





Herbsthimbeeren: Sorten und Pflege
Herbsthimbeeren werden vom Himbeerkäfer verschont und die Rutenkrankheiten sind nicht relevant. Bis zu den ersten Frösten reifen die Früchte, in milden Lagen bis Dezember, in Jahren mit später Vegetation beginnt die Ernte erst im August. Gibt es zudem früh starke Fröste, fallen die Erträge deutlich niedriger aus als bei Sommerhimbeeren. 

Herbsthimbeeren fruchten im oberen Teil der diesjährigen Triebe. Alle Ruten werden im März vor dem Austrieb dicht am Boden abgeschnitten. Bereits im Dezember, wenn keine reifen Früchte mehr zu erwarten sind, schneidet man alle Triebe auf zehn Zentimeter Länge ab. Um die sich noch entwickelnden Adventivknospen nicht zu stören, entfernt man die Stummel in einem zweiten Arbeitsschritt erst im März. 

Kompost, Rindenhumus oder Laub schützen die Wurzeln vor dem Austrocknen und aktivieren das Bodenleben. Die Auflage sollte nicht höher als fünf Zentimeter sein, sodass die Triebreste noch gut erkennbar sind. Die Himbeerwurzeln bleiben im Winter aktiv und können sich ausbreiten, es treiben mehr Ruten im Frühjahr aus.

Die bekannteste Herbstsorte ist ´Autumn Bliss´ mit der gelben Selektion ´Golden Bliss´. Die Sorte ´Polka´ aus Polen hat runde, aromatische Früchte. Die aufrechten Ruten wachsen 120 bis 160 Zentimeter hoch und benötigen nur eine niedrige Unterstützung. ´Polka´ reift etwas nach ´Autumn Bliss´ und ist ertragreicher. ´Himbo Top®´ aus der Schweiz reift zehn Tage nach ´Autumn Bliss´. Die großen, kegeligen, sehr aromatischen Früchte bleiben entsprechend hellrot. Die Ruten werden knapp zwei Meter hoch.