2021


 

Mai/Juni






Wer erntet zuerst Bohnen? 
Derjenige, der den 10. Mai als Stichtag für die erste Saat von Buschbohnen nutzt, denn die sind am schnellsten reif. Stangenbohnen und Feuerbohnen kommen danach dran. Um Mitte Mai pflanzt man Neuseeländer Spinat, Tomaten, Auberginen, Paprika ins Freie, Knollen- und Bleichsellerie gegen Ende Mai. Merke: Es ist vorteilhafter, vorgezogene Gurkenpflanzen zu setzen, als an Ort und Stelle zu säen. Ähnliches gilt für Kürbisse, Zucchinis, Melonen. Gleich Anfang Mai in Töpfe säen, dann kann man schon Ende Mai pflanzen. Man schütze die Pflanzen noch weiter mit Folien vor der Schafskälte in der ersten Junihälfte.





Lange Pflanzliste
Im Mai wird ferner Rosenkohl gepflanzt und Grünkohl gesät. Auf der Pflanzliste stehen weiter Kohlrabi, Kopfkohlarten, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel. Man sät Radies, Rettich, Möhren, Rote Bete, Mangold, Zuckererbsen, Zuckermais, Salat, Kohlrabi. Alle zu dicht stehenden Saaten müssen unbedingt auf genügend Abstand in den Reihen vereinzelt werden. 
Kartoffeln und Erbsen sind anzuhäufeln, Rhabarber und Spargel zu ernten. Man hackt häufig, besonders nach Regen, damit die Erde locker und beikrautfrei bleibt.
 



Die Eisheiligen Mitte Mai
stressen mitunter gewaltig, weil jetzt so viele Obstbäume blühen, nach sehr frühen Pfirsichen und etwas späteren Stachel- und Johannisbeeren fast zeitgleich Süß- und Sauerkirschen, dann Birnen und endlich auch Äpfel und Erdbeeren. Was kann da alles kaputtgehen! Drohen tatsächlich Spätfröste, schützen Folientunnel Erdbeeren, Sackleinen oder Ähnliches Beerenobststräucher und Spalierobstbäume. Ansonsten muss man hoffen, dass von den vielen Blüten, die ja nicht alle gleichzeitig blühen, genug intakt bleiben, dass es reicht. Meist kann man sich darauf verlassen. Totalschaden ist selten. Deswegen: nur die Ruhe!
Pfirsiche blühen bekanntlich besonders früh, sodass eventuell schon zu dichter Fruchtansatz auf eine Frucht je sieben bis acht Zentimeter Trieblänge ausgedünnt werden kann. 


Pflanzenschutz beachten
Frostspanner und Eichenwickler gehören nachgerade zu den weniger erfreulichen Begleiterscheinungen des Frühjahrs. Man kann sie umweltschonend mit Präparaten auf der Basis von Bacillus thuringiensis regulieren, noch junge Raupen besser als schon ältere. 

Deuten absterbende Triebspitzen an Sauerkirschen auf Spitzendürre (Monilia-Pilz) hin, schneidet man kranke Triebe radikal bis ins gesunde Holz zurück. Vorbeugend kann ein (natürliches) Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden.
Erdbeeren bewahrt ein Folientunnel vor Grauschimmelbefall. An sonnigen Tagen gut lüften, damit Insekten die Blüten bestäuben können. 
 



Achtung Schafskälte
Im Juni wird es jetzt selbst in weniger günstigen Lagen so warm, dass Kürbisarten, Zucchini, Zuckermais ausgesät oder gepflanzt werden können. Dennoch kann sich die sogenannte Schafskälte Anfang des Monats noch unangenehm bemerkbar machen. Also schützt man empfindliche Gemüsearten mit Folie oder Vlies. 
 



Folgesaaten stehen an
Für Sellerie und Feuerbohnen ist Pflanzung vorgezogener Setzlinge empfehlenswert. Tomaten im Freien unter Regenschutz stellen und so vor Befall mit Braunfäule schützen. Zuckerhut wird frühestens am 20. Juni, spätestens am 20. Juli gesät, Radicchio zwischen Mitte Juni und Mitte Juli. Ferner stehen Folgesaaten von Möhren, Buschbohnen, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Fenchel, verschiedenen Salatarten auf dem Programm. Es wird höchste Zeit, Rosenkohl, Grünkohl und Porree für spätes Ernten zu pflanzen. Auf ein Anzuchtbeet sät man im Abstand von acht bis zehn Tagen zwei Sätze Endivien, damit man im Juli beliebig pflanzen kann. 


Falllaub auflesen und Fanggürtel anlegen
Ab Anfang/Mitte Juni fliegen Apfelwickler und legen ihre Eier an die noch jungen Früchte. Von da an ist es wichtig, täglich Fallobst aufzulesen und Fanggürtel um die Stämme anzubringen, damit sich Apfelwicklerraupen in ihnen verkriechen, man sie so einsammeln und vernichten kann. Die Fanggürtel sind täglich zu kontrollieren. 
 



Zu reichen Fruchtansatz ausdünnen
Obstbäume, vor allem Apfel- und Birnbäume, die mehr Früchte ansetzten, als sie ernähren können, stoßen einen Teil der jungen Früchte ab, genannt Junifall. Dünnt man vor diesem Termin zu reichen Fruchtansatz aus und gibt Nährstoffe, fördert das die Bildung von Blütenknospenanlagen fürs nächste Jahr und verringert die Neigung zu unerfreulichem Ertragswechsel. 

An Weinreben ist Rückschnitt der Seitentriebe mit Blütenständen (Gescheinen) fällig.


März/April


Frühe Aussaaten schützen
Bevor man auf Beete im Freien sät, muss die Erde genügend abtrocknen und sich ausreichend erwärmen. Ist das geschehen, sind als Erste dran: Spinat, Stielmus beziehungsweise Blattstielgemüse, Schnittsalat, Melde, Kresse, Petersilie, Kerbel, Sauerampfer, Palerbsen, Dicke Bohnen, Schwarzwurzeln, Radieschen, Möhren, Speiserüben, Zwiebeln. Man steckt Steckzwiebeln, Schalotten und Knoblauchzehen, pflanzt mehrjährige Gewürzkräuter. Alle Saaten und Pflanzungen sind gegen ungünstige Witterungseinflüsse mit Vlies oder Folie zu schützen.
 



In Frühbeet und Kleingewächshaus
Wer über Frühbeet oder Kleingewächshaus verfügt, kann freier planen. Vorgezogen für späteres Pflanzen werden Kopfsalat, Kohlrabi, Butterkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, frühe Kopfkohlsorten, Porree, Sellerie, gegen Ende März auch Tomaten und Paprika. Wo wegen kleinerer Haushalte jeweils weniger Gemüse gebraucht wird, spart man sich die Jungpflanzenanzucht und kauft Setzlinge zu. 

In kühleren Gegenden empfiehlt es sich, Dicke Bohnen und Kartoffeln unbedingt vorzukeimen. Damit man möglichst früh besonders zarte Rhabarberstiele ernten kann, wird eine Pflanze mit Mistumschlag versehen und ein mit Folie bespannter Korb/Kiste übergestülpt.
 



Pflanzzeit für praktisch alle Obstarten
Vorrangig gepflanzt werden Beerenobststräucher sowie Pfirsiche, Aprikosen, Mandeln. Es folgen Stein- und Kernobstarten. Schlusslichter sind Wein und Kiwi, deren Pflanzung bis April oder gar Mai zurückgestellt wird. Beste Plätze für sie: vor Südmauern oder an besonnten Pergolen für Laubengänge.

Man kümmert sich ums Erdbeerbeet, lockert die Erde zwischen den Reihen, entfernt Beikraut, verteilt Kompost.  


Gesät unf gepflanzt wird im Beet
Diese Gemüsearten sind jetzt dran: Schwarzwurzeln, Möhren, Rettich, Radieschen, Pastinaken, Mairüben, Rote Bete, Zwiebeln, Erbsen, Mangold, Schnitt- und Pflücksalat, im Kräutergärtchen Bohnenkraut, Dill, Petersilie, Borretsch, Kerbel, Sauerampfer. Vlies oder wachsende Folien schützen alle Saaten vor ungünstiger Aprilwitterung.

Dann geht´s ans Pflanzen: Kopfsalat, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, selbst gezogene oder gekaufte Setzlinge, falls eventuell nur wenige gebraucht werden und sich daher eigene Anzucht nicht lohnt. 

Ist die Witterung günstig, können schon vorgezogene Dicke Bohnen, eventuell sogar vorgekeimte Kartoffeln gesetzt werden. 

Man pflanzt Steckzwiebeln und Schalotten, vervollständigt das Kräutergärtchen mit Schnittlauch, Zitronenmelisse, ausdauerndem Majoran und Bohnenkraut. Für alle Saaten und Pflanzungen verbessert man die Erde mit Humus und Nährstoffen. 
 



Im Frühbeet wächst es bereits
Und zwar: Spinat, Melde, Stielmus, Schnittsalat, Kerbel, Kresse. Das Kleingewächshaus nutzt man zur Anzucht von Tomaten, Paprika, Knollen- und Bleichsellerie, Gurken, Melonen, Zucchini. Wer dort demnächst Tomaten und Gurken für die Sommernutzung vorsieht, kann den jetzt noch zur Verfügung stehenden Raum mit Schnittsalat, Kopfsalat oder Kohlrabi nutzen. 


Noch Pflanzung von Obstgehölzen
Jetzt muss man sich fast doppelt schlagen, denn das eilt nun wirklich, vor allen Dingen die von Pfirsich- und Aprikosenbäumen. Nur Kiwi und Wein haben noch bis Mai Zeit, aber man kann schon mal die Pflanzstellen vorbereiten, am besten vor einer warmen, sonnigen Südwand. In warmen Gegenden treiben bereits vorhandene Pfirsichbäume mächtig, sodass man wahre Fruchttriebe mit sowohl Blatt- wie Blütenknospen und falsche nur mit Blütenknospen unterscheiden und entsprechend schneiden kann. Triebe nur mit Blütenknospen sind zu entfernen; es fehlen ihnen die sie ernährenden Blätter.


Achtung Spätfrostgefahr
Frühblühende Obstarten wie Pfirsiche sind spätfrostgefährdet, daher gegebenenfalls zu schützen. Spätfrostempfindlich sind außerdem bereits blühende Stachelbeersträucher und Erdbeerpflanzen. Letztere überbaut man im Ernstfall mit einem Folientunnel. Obstgehölze, vor allem Beerenobststräucher, werden gern gemulcht, jedoch sollte man die Decke nicht gerade jetzt aufbringen, damit etwa im Boden inzwischen gespeicherte Wärme in kalten Nächten aufsteigen und so Schlimmes verhüten kann.


Januar/Februar


 

Sinnvoller Winterschutz
Während man draußen beim Gemüse kaum etwas zu besorgen hat außer eventuellem Zurechtrücken des Winterschutzes bei Feldsalat, Spinat, Winterteckzwiebeln und dergleichen, geht es im Haus zur Sache mit der Treiberei von Chicorée, Löwenzahn- und Petersilienwurzeln, von Schnittlauch, Kresse, Senf, Keimsprossen als Vitaminspendern im Winter.
 


 

Bestellplan ausarbeiten
Der Januar lässt genug Zeit, sich den Bestellungsplan für die Gemüsebeete vorzunehmen. Dabei sollte man nicht jedes Jahr isoliert sehen, sondern unbedingt vorhergehende mit einbeziehen, mindestens die drei letzten Jahre, damit Fruchtfolge sinnvoll erfolgt, möglichst keine Gemüseart nach sich selbst steht und es so abwechslungsreich wie nur möglich zugeht. Das ist besonders wichtig, falls die zur Verfügung stehende Fläche nicht sonderlich groß ist. 

Man bestimmt Vor-, Haupt-, Nach- und Mischkulturen. Aus der Quadratmeterzahl für die verschiedenen Gemüsearten ergibt sich der Bedarf an Saatgut beziehungsweise Pflanzenanzahl. Vorteilhaft arbeitet man anhand eines maßstabgerechten Anbauplanes. Auch was man an Dünger, Pflanzenpflege- und sonstigen Hilfsmitteln braucht, kann schon im Laufe des Januar besorgt werden. 
 


 

Erste Freilandsaaten
Je nach Klima und Witterung sowie den örtlichen Gegebenheiten rücken erste Freilandsaaten in greifbare Nähe. Aber langsam! Nur nichts überstürzen. Wichtiger als frühe, erste Saat ist es, anhand eines fertigen Bestellungsplans alle nötigten Sämereien zu besorgen. Trocknete die Erde tatsächlich genügend ab, kann man es mit der Saat von Melde, Spinat, Schnittsalat wagen, allerdings nur unter Zuhilfenahme von Folie oder Vlies. Man bedenke stets, dass jede frühe Saat im Freiland mit einem Risiko verbunden ist und man deswegen Schutz einkalkulieren muss.

Aussaaten sin dim Frühbeet sicherer
Im Frühbeet geht es unabhängig von der Witterung los mit Schnittsalat, Radieschen, Kresse, Stielmus. Vorher sollte die verbrauchte Erde im Beet durch frische ergänzt oder ersetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Abstand zwischen Erdoberfläche und Glas am unteren Kastenrand mindestens 25 Zentimeter beträgt. Das ergibt zwangsläufig am oberen Kastenrand einen größeren Abstand. Danach gleich Fenster auflegen, damit die Sonne das Beet genügend erwärmt, ehe man sät.
 

2020


November/Dezember


Im Gemüsegarten wird es jetzt richtig Herbst
Die Beete lichten sich. Es wird abschließend viel geerntet: Möhren, Rote Bete, Rettich, Chicoréewurzeln, Rübchen, Sellerie und so weiter, alles an einem möglichst trockenen Tag. Drängt die Zeit, weil Nachtfrost angesagt ist, rodet man erst alles und bringt es an einem frostgeschützten Platz wie Keller, Garage, Schuppen unter, ehe man es lagerfertig putzt. 

Einige Grade Frost vertragen Grünkohl, Rosenkohl, Porree. Schwarzwurzel- und Pastinakenrüben sind an sich winterfest, doch da man bei länger anhaltendem Frost nicht an sie herankann, schlägt man sie ebenfalls geschützt ein. Alternativ zu meist gedämmten und deswegen zu warmen und trockenen Kellern bietet sich das Frühbeet an.



 

Pflanzzeit für Obstgehölze
Im November ist Pflanzzeit für viele Obstgehölze, für Him- und Brombeeren, Stachel- und Johannisbeeren, Äpfel und Birnen, Süß- und Sauerkirschen, sämtliche Pflaumenarten, Quitten.

Wer pflanzt, sollte die Neuentwicklungen im Obstbau berücksichtigen und bei der Pflanzung widerstandsfähige Sorten bevorzugen wie mehltauresistente Stachelbeeren. Spätsommer- und herbsttragende Himbeeren sind weitgehend immun gegen Ruten- und Wurzelkrankheit. 

Es gibt mehrfach resistente Apfelsorten, die gegen Schorf, Mehltau, Rote Spinne, Kragenfäule gefeit sind, alles gute Ansätze für ökologischen Obstanbau auch im Garten. Dazu kommen selbstfruchtbare Süßkirschen auf schwachwachsenden Unterlagen, die wenig Platz beanspruchen, Pflege und Ernte erleichtern. Auch extrem schwachwüchsige Pflaumenbäume sind ein Gewinn für heutige, meist kleine Gärten. 




Wurzeln im Frühbeet einschlagen
Pastinaken, Rettich, Möhren, Schwarzwurzeln sind zwar winterfest, doch man kommt besser an sie heran, wenn man sie nicht auf dem Beet lässt, sondern im Frühbeet einschlägt. Porree, Grün- und Rosenkohl werden zügig verbraucht oder küchenfertig eingefroren. Anschließend wird mit einer Grabegabel gelockert. Das noch anfallende Grünzeug kann dabei leicht eingearbeitet werden oder kommt auf den Komposthaufen. Man schichte den Haufen eventuell noch einmal mit Zusatz von Steinmehl um, deckt dann schwarze Abdeckfolie darüber, damit die entstehende Wärme im Haufen bleibt.  


Pflegeschnitt fortsetzen?
Nur bei frostfreier Witterung kann man den Pflegeschnitt von Obstgehölzen fortsetzen. Obstbaumkronen brauchen viel Licht und Luft. Bei Hochstämmen ist besonders darauf zu achten, dass die Kronen nicht zu hoch, sondern immer wieder entsprechend zurückgesetzt werden und dass Hauptäste nicht zu weit nach außen wachsen. Nicht unten herum, sondern oben muss man rechtzeitig Äste stutzen oder entfernen.


Nährstoffversorgung sichern
Wie steht es mit der Nährstoffversorgung von Obstbäumen, besonders auch älteren? Jüngere düngt man meist ausreichend, ältere kommen oft weniger gut weg. Das sollte sich ändern. Dazu bohrt man im Bereich der Kronentraufe etwa alle zwei Meter 40 bis 50 Zentimeter tiefe Löcher und streut dort Hornspäne und/oder reifen Kompost, der mit einem guten Präparat aus Effektiven Mikroorganismen (MikroVeda) veredelt wurde. Hornspäne wie Kompost geben im Verlauf des Winters langsam ihre Nährstoffe ab und werden von den Pflanzen zur Kräftigung von Wurzelwerk, Blüten und Blättern ganz langsam aufgenommen.
 

Gartengeräte einwintern
Als Abschluss des diesjährigen Tuns im Nutzgarten bringt man alle Handgeräte trocken unter, säubert sie gründlich und fettet Metallteile ein. Dabei stellt sich heraus, was schadhaft ist, repariert oder ersetzt werden muss. Unbedingt trocken überwintern alle Motorgeräte, ferner Kannen, Wannen, Regentonnen, Folien, Frühbeetfenster und was dergleichen mehr ist. Zuletzt wird noch der Absperrhahn für die Wasserleitung im Haus zugedreht, der Hahn draußen aufgedreht, sodass die Leitung leerläuft.