2021


 

November/Dezember

Wenn es kühler wird
Wie es im Gemüsegarten weitergeht, kommt sehr auf die Witterung an. In den letzten Jahren gab es kaum Frost oder nur sehr vereinzelt vor Mitte Dezember. In Folientunneln und unter Vlies halten sich Salate und Endivien, überleben sogar leichten Frost. Ist abzusehen, dass Möhren, Rettiche, Rote Bete bis Weihnachten verbraucht sind, lässt man sie in der Erde, wo sie bestens aufgehoben sind, deckt sie hoch mit trockenem Falllaub und breitet gegebenenfalls noch Vlies über, sodass umständliches Einwintern entfällt. Chicoréewurzeln können zum Treiben vorbereitet werden. 


 

Wenn stärkerer Frost droht
Es kommt selbstverständlich bei all dem entscheidend auf die örtliche Lage und Witterung an. Wo die Witterung weniger mild ist, erntet man vorsichtshalber Wurzelgemüse, falls stärkerer Frost droht. Die Wettervorhersagen sind da recht hilfreich. Wer ein Frühbeet hat, lagert einfach und gut dort, kann bequem mit aufgelegten Fenstern schützen. Erdgruben sind ebenfalls gut brauchbar und oft günstiger als ein zu warmer und trockener Keller. 
 


Gezielte Bodenbearbeitung
Leere Beete werden zum Beispiel mit einem Sauzahn oder einem ähnlichen Bodenbearbeitungsgerät nur aufgelockert, schwerer Boden kann ausnahmsweise gegraben werden. Solange er noch einigermaßen trocken ist, leidet deswegen die Bodenstruktur nicht ganz so arg.  

Obstgehölze rechtzeitig bestellen …
Die wichtigste Arbeit im November, nicht praktischer Art, sondern theoretischer, ist jedoch sehr wichtig. Es geht darum, wie viel und welche Obstarten und -sorten im Garten wo wachsen sollen. Das muss alles gut überlegt werden, bevor man gewünschte Obstgehölze bei einer guten Obstbaumschule bestellt. Wer gerade heutzutage zeitig bestellt, bekommt sicher Art oder Sorte, Unterlage, Baumform und dergleichen, die er haben möchte.



… und beizeiten pflanzen
Man pflanzt Obstgehölze also möglichst schon im November, vor allem zeitig treibende Obstarten wie Himbeeren, Stachel- und Johannisbeeren. Es folgen Blaubeeren und Brombeeren. Letztere pflanzt man in Gegenden mit kalten Wintern allerdings besser im Nachwinter, ebenso Pfirsich, Aprikose, Kiwi und Wein. 

Auch in kleinen Gärten wächst allerlei Obst, falls man es geschickt anfängt. Himbeeren und Brombeeren setzt man platzsparend als Hecke entlang einer Grenze, wozu sich außerdem Johannis- und Stachelbeersträucher eignen. Oder man kombiniert Büsche mit Stämmchen. Tafelbirnen, Wein, Pfirsiche kommen als Spaliere an Südmauern unter. Niedrige, schwachwüchsige Süßkirschen und Pflaumen brauchen wenig Platz, noch weniger ganz schmal gezogene Apfel-, Birnen-, Kirschen- oder Pflaumensäulen. 
 



Die bestellten Obstgehölze sind da  
Treffen bestellte Gehölze ein, bevor die Pflanzplätze für sie hergerichtet sind, werden sie vorübergehend an schattiger, windgeschützter Stelle eingeschlagen. Zur Pflanzung gehören: Pflanzschnitt, Stützpfähle für Bäume und Anbinden, gründliches Wässern vor und nach der Pflanzung, Bodendecke auf Pflanzscheiben. Wird die Zeit für geplante Pflanzung zu knapp, verschiebt man dies Vorhaben besser auf den Nachwinter. 
Stattdessen nimmt man sich Gehölzpflege vor. Es geht um Aufbau-, Auslichtungs- oder Verjüngungsschnitt an Obstbäumen, alles nur an frostfreien Tagen. Beerenobststräucher sollten schon längst geschnitten sein, andernfalls nachholen! Besonders Beerensträucher sind dankbar, wenn noch vor Wintereinbruch im Wurzelbereich gemulcht wird.

Spätes Gemüse ernten
Frostfreie Zeit ist auch günstig für spätes Ernte von frischem Grünkohl, Feldsalat, Winterspinat. Das geht aber nicht mehr lange so, es sei denn, Vlies deckt und schützt, erster Schnee kann abgeschüttelt werden. Wurden rechtzeitig Spinat und Feldsalat auch im Frühbeet gesät und Endivien gepflanzt, kann man noch bis Ende des Monats ernten. 
Freie Frühbeete dienen als Einschlag für Rosenkohl, Grünkohl, Porree. Das lohnt jedoch nur, wenn es sich um größere Mengen handelt. Kleinere macht man küchenfertig und friert ein. Wurzelgemüse wie Möhren, Rote Bete, Rettiche, auch Schwarzwurzeln und Pastinaken halten sich eingeschlagen im Frühbeet pri-ma. Wurzeln von Chicorée, Petersilie, Löwenzahn treibt man an kühlem Platz.

Obstvorräte kontrollieren
Wöchentlich sind die im Haus untergebrachten Obstvorräte durchzusehen und die Früchte je nach sortenspezifischer Reifezeit zu verwerten. Etwa nicht mehr ganz einwandfreie Früchte aussortieren, bevor sie andere, ge-sunde anstecken. Entsprechend der Witterung sind die Lagerräume ausgie-big zu lüften, dabei trotz etwaiger großer Kälte frostfrei zu halten.


September/Oktober

Jetzt wird es Zeit für vorletzte Saaten und Pflanzungen
Im Gemüsegarten sind die letzten Saaten in diesem Gartenjahr fällig. Das betrifft Radieschen und Winterzwiebeln in der ersten Septemberdekade, Schnittsalat in der ersten Septemberwoche, Löffelkraut, Winterportulak, Gartenkresse im Laufe des Monats. Wer gleich Anfang September Feldsalat sät, kommt noch zurecht für die Herbsternte, vor allem in Gegenden mit langem Herbst. Feldsalat zur Überwinterung sät man spätestens Mitte September, ebenfalls Spinat. Unter Vlies hält sich Bodenfeuchtigkeit besser, sodass Samen zügiger keimen und Radieschen vor Rettichfliegen sicher sind. Die überwinternden Gemüsearten brauchen unbedingt beikrautfreien Boden, weil sie sonst gegenüber den vitaleren Beikräutern chancenlos sind.

Zwischen Ende September und Mitte Oktober steckt man winterharte Steckzwiebeln und Knoblauchzehen an warmem, geschütztem Platz in lockere Erde. Der frühe Herbst ist eine gute Gelegenheit, mehrjährige Gewürzkräuter zu pflanzen, einschließlich Winterheckzwiebeln. Auch teilen lassen sie sich jetzt mit Erfolg. Rhabarber lohnt frühes Pflanzen Ende September mit einer kleinen Ernte schon im nächsten Frühjahr. Die Einsaat von Roggen oder Phacelia zum Zwecke der Gründüngung lockert die Fruchtfolge auf.

Kernobsternte
Jetzt werden mittelspäte Apfel- und Birnensorten pflückreif, festzumachen an Sorteneigentümlichkeit, Färbung von Schale, Kernen, Fruchtfleisch und dessen Geruch, Löslichkeit des Stiels vom Fruchtholz. Je treffsicherer der Erntetermin, desto besser halten sich die Früchte und desto besser schmecken sie genussreif. Es geht weiter, denn außer Kernobst sind späte Pfirsiche und Pflaumen zu pflücken, ferner Brombeeren sowie herbsttragende Himbeeren und Erdbeeren. Hasel- und Walnüsse reifen, am Weinspalier süße Trauben. Möglichst viel davon verzehrt man frisch, denn das schmeckt und ist gesund. Da sich Weinbeeren lange am Spalier halten und dabei immer süßer werden, nutze man die Chance zu einer wochenlangen Traubenkur. 

Fallobst, Rutenschnitt ...
Vor allem unter noch nicht abgeernteten Apfel- und Birnbäumen ist regelmäßig Fallobst aufzulesen. Pfirsich- und Sauerkirschbäume sind auszulichten, Beerensträucher ebenso. Abgetragene Ruten sommertragender Himbeeren werden entfernt, junge Pflanzen angebunden. Erdbeeren nicht später als Anfang September pflanzen. Pflanzung in Strohmulch spart Arbeit, lässt die Pflanzen besser wachsen und erleichtert das Ernten im nächsten Jahr. Wer demnächst ab Ende Oktober Obstgehölze pflanzen will, kümmere sich um Sortenwahl und Bestellung.

Täglich frisches Gemüse und letzte Pflanzungen  
Wurzelgemüse aller Art, Chinakohl, Kohlrabi, Kopfkohl, Blumenkohl, verschiedene Salate, Radieschen und Rettich, dazu Stielmus, Pflücksalat, Spinat, Tomaten, Bohnen, Gurken, Zucchini sind ebenfalls noch vorhanden, bis erster Frost oder anhaltend kühl-feuchte Witterung das beenden. Radieschen, Rettiche, Chinakohl und Salate finden gegebenenfalls Schutz unter Folien oder Vlies. 

Man pflanzt Rhabarber und härtere mehrjährige Küchenkräuter, denen Herbstpflanzung nichts ausmacht wie Schnittlauch, Liebstöckel, Zitronenmelisse und dergleichen, während man solche aus wärmeren Gebieten wie Salbei oder Ysop besser im Frühjahr setzt. Ferner ist die Pflanzung von Knoblauchzehen möglich. Noch ist Zeit, Gründüngung einzusäen, zum Beispiel Roggen. Auch geplante Frühjahrspflanzung von Spargel kann man jetzt mit dem Herrichten der Pflanzstellen einleiten.

Obsternte geht weiter
Die Ernte von Äpfeln und Birnen geht weiter. Gerade die späten Sorten sollen möglichst lange am Baum hängen, um optimale Pflückreife zu erlangen. Ist Frost angesagt, muss man unter Umständen doch gleich ernten. Bereits eingelagerte Äpfel und Birnen sollen alle paar Tage durchgesehen wer-den, damit keine Fäulnisherde entstehen und sich ausbreiten. Quitten reifen sehr unterschiedlich je nach klimatischen Verhältnissen und Sorte. Am besten sind Früchte, die man reif pflückt, kurz bevor sie abfallen. Mit der Zeit kommt die Erfahrung.

Kulturpreiselbeeren pflückt man gut ausgefärbt, Weinbeeren möglichst vollreif und süß, Kiwis so spät wie möglich, aber vor Frost.

Reicht die Zeit, bereitet man bei beabsichtigter Neupflanzung von weiteren Sorten schon mal Pflanzlöcher vor. Man widmet sich dem Schnitt von Beerenobststräuchern, Pfirsich- und Sauerkirschbüschen und krautet vorsichtig Erdbeerbeete.


Juli/August

Gemüse ausreichend feucht halten, säen und ernten
Hoffentlich regnet es im Juli genug, denken alle, die Gemüse im eigenen Garten ziehen. Oft hapert es, wie die letzten Jahre zeigten, und so gärtnert man immer häufiger mit der Gießkanne in der Hand. Gemüse, das zügig wachsen soll, ist darauf angewiesen, dass es immer ausreichend feucht steht. Besonders viel Wasser brauchen Blattgemüse, Kopfkohlarten, Blumenkohl, Sellerie, Gurken. Wurzelgemüse kommt auch mal mit weniger Wasser zurecht, doch hat das seine Grenzen. Zwiebeln werden nicht gewässert. Im Gegenteil, sie müssen jetzt ausreifen. Legt sich der größte Teil der Schlotten (röhrenartige Blätter) um, nimmt man die Zwiebeln aus der Erde und trocknet mehrere Tage in voller Sonne nach, ersatzweise bei schlechtem Wetter in einem warmen Raum. Zu ernten sind Würzkräuter für den Wintervorrat. Gut trocknen lassen sich Thymian, Bohnenkraut, Oreganum, Salbei, schlecht Schnittlauch, Dill, Borretsch. Auch Teekräuter wie Pfefferminz und Zitronenmelisse sind zu trocknen.

Fürs Ernten in der zweiten Jahreshälfte ist zu säen, wobei häufig bestimmte Termine einzuhalten sind: Chinakohl, Pak Choi, Radicchio, Zuckerhut, Fenchel, Radieschen, Rettich für Herbst und Winterernte, außerdem Schnitt- oder Pflücksalat, Herbstrüben. Man pflanzt Endivien, Kopfsalat, Kohlrabi, Blumenkohl, Fenchel. Vor jeder Saat oder Pflanzung die Erde des vorgesehenen Beetes mit Humus und Nährstoffen anreichern.



Auch im Obstgarten wässern und mulchen
Das meiste Wasser brauchen im Obstgarten flach wurzelnde Beerenobststräucher sowie schwachwüchsige Birnen- und Apfelbäume, außerdem Spalierobstbäume vor Wänden oder Mauern. Beerenobststräucher sollten grundsätzlich gemulcht werden, um Wasser zu sparen. Auch tragende Erdbeeren sind durstig. Nach der Ernte düngt man sowohl einmal tragende als auch öfter tragende Sorten und entrankt immer wieder. An Spalierobstbäumen ist Grünschnitt mit Einkürzen diesjähriger Triebe durchzuführen. Beim Weinspalier sind die tragenden Triebe auf zwei bis drei Blätter über den Fruchtständen einzukürzen, an Kiwipflanzen vor allen Dingen einjährige lange Triebe, um sie auf diese Weise zu bändigen. 

Fallobst auflesen, düngen, ernten, schneiden
Man liest Fallobst auf und versieht die Stämme mit speziellen Fanggürteln, um den Apfelwickler (Obstmade) zu regulieren. Abgeerntete Johannis- und Stachelbeersträucher tut eine Düngung mit einem organischen Dünger, wie zum Beispiel Hornspänen in Verbindung mit Effektiven Mikroorganismen, zur Kräftigung von Blütenknospenanlagen fürs nächste Jahr gut. Auch Schnitt sollte bereits jetzt erfolgen. Viel Beerenobst reift, angefangen von Erdbeeren. Lückenlos schließt sich die Ernte von Stein- und Kernobst an. Pfirsiche und großfruchtige Pflaumen schmecken vollreif am besten. Ende des Monats reifen erste Äpfel und Birnen. 

Gemüse für die zweite Jahreshälfte
In klimatisch günstigen Gegenden mit langem Herbst erfolgt Anfang August noch die Pflanzung von Endivien ins Freiland, andern-
orts besser ins Frühbeet zur Ernte bis in den Dezember. Pflanzung von gut entwickelten Kohlrabisetzlingen ist bis Anfang August möglich, von Fenchel bis spätestens Mitte August. Damit diese späten Gemüsekulturen zügig wachsen, sind Humus- und Nährstoffnachschub sowie ständig ausreichende Wasserversorgung bei Trockenheit nötig. Ein paar wichtige Termine zur Saat einiger Gemüsearten darf man nicht verpassen. Feldsalat: Saat Anfang bis Mitte August für Herbsternte, Saat Ende August bis Mitte September für Winterernte. Spinat: Saat Mitte August bis Mitte September für Ernte im September/Oktober. Speiserüben: ´Tokyo Cross´ Saat Anfang August für Ernte ab Mitte/Ende September. Blattstielgemüse: Saat Anfang bis Mitte August für Ernte September/Oktober mit Folgesaaten im ganzen August. Chinakohl: Saat spätestens Anfang August für Herbsternte. Pak Choi: Saat Anfang August für Ernte Ende September/Anfang Oktober. Radieschen: Saat in der ersten Augustwoche für Ernte Ende August bis Mitte September. Lauchzwiebeln: Saat Mitte bis Ende August zur Überwinterung. Petersilie: Saat Mitte August zur frühen Ernte im nächsten Frühjahr. Schnittsalat wächst ebenso und versorgt noch viele Wochen bis zum ersten Frost mit frischem Grün.
 




Äpfel und Birnen ernten
Nach Beeren- und Steinobst kommt jetzt auch die Ernte von Äpfeln und Birnen, also von Kernobst, richtig in Gang. In der ersten Monatshälfte sind Apfel- und Birnensorten dran, die bis zur Genussreife nur einige Tage nachreifen, wie ´Klarapfel’ oder Birne ´Williams Christ´. Im weiteren Verlauf des Monats folgen Sorten, die erst eine gewisse Zeit lagern müssen, ehe sie nach der Baumreife Genussreife erlangen. 

Steinobstarten erntet man im Garten vollreif …
… so Pfirsiche und die verschiedenen Pflaumenarten von Mirabellen bis Renekloden. Mit bis in den Herbst fruchtenden Himbeeren, leckeren Heidelbeeren sowie ersten Brombeeren geht die Ernte von Beerenobst erfreulicherweise noch lange weiter.

Sträucher und Bäume licht halten
Das hält nicht davon ab, abgeerntete Johannis-, Stachel- und Himbeersträucher möglichst bald zu schneiden, ebenso abgeerntete Pfirsich- und Sauerkirschbäume. Die Sträucher und Bäume müssen unbedingt licht gehalten werden, außerdem triebkräftig, damit immer wieder junges Holz nachwächst. An Apfel- und Birnenspalieren führt man weiter Grünschnitt durch. Möglichst früh pflanzt man Erdbeeren, damit sich schon im nächsten Jahr der Ertrag sehen lassen kann.  
Ilse Jaehner


Mai/Juni






Wer erntet zuerst Bohnen? 
Derjenige, der den 10. Mai als Stichtag für die erste Saat von Buschbohnen nutzt, denn die sind am schnellsten reif. Stangenbohnen und Feuerbohnen kommen danach dran. Um Mitte Mai pflanzt man Neuseeländer Spinat, Tomaten, Auberginen, Paprika ins Freie, Knollen- und Bleichsellerie gegen Ende Mai. Merke: Es ist vorteilhafter, vorgezogene Gurkenpflanzen zu setzen, als an Ort und Stelle zu säen. Ähnliches gilt für Kürbisse, Zucchinis, Melonen. Gleich Anfang Mai in Töpfe säen, dann kann man schon Ende Mai pflanzen. Man schütze die Pflanzen noch weiter mit Folien vor der Schafskälte in der ersten Junihälfte.





Lange Pflanzliste
Im Mai wird ferner Rosenkohl gepflanzt und Grünkohl gesät. Auf der Pflanzliste stehen weiter Kohlrabi, Kopfkohlarten, Blumenkohl, Brokkoli, Fenchel. Man sät Radies, Rettich, Möhren, Rote Bete, Mangold, Zuckererbsen, Zuckermais, Salat, Kohlrabi. Alle zu dicht stehenden Saaten müssen unbedingt auf genügend Abstand in den Reihen vereinzelt werden. 
Kartoffeln und Erbsen sind anzuhäufeln, Rhabarber und Spargel zu ernten. Man hackt häufig, besonders nach Regen, damit die Erde locker und beikrautfrei bleibt.
 



Die Eisheiligen Mitte Mai
stressen mitunter gewaltig, weil jetzt so viele Obstbäume blühen, nach sehr frühen Pfirsichen und etwas späteren Stachel- und Johannisbeeren fast zeitgleich Süß- und Sauerkirschen, dann Birnen und endlich auch Äpfel und Erdbeeren. Was kann da alles kaputtgehen! Drohen tatsächlich Spätfröste, schützen Folientunnel Erdbeeren, Sackleinen oder Ähnliches Beerenobststräucher und Spalierobstbäume. Ansonsten muss man hoffen, dass von den vielen Blüten, die ja nicht alle gleichzeitig blühen, genug intakt bleiben, dass es reicht. Meist kann man sich darauf verlassen. Totalschaden ist selten. Deswegen: nur die Ruhe!
Pfirsiche blühen bekanntlich besonders früh, sodass eventuell schon zu dichter Fruchtansatz auf eine Frucht je sieben bis acht Zentimeter Trieblänge ausgedünnt werden kann. 


Pflanzenschutz beachten
Frostspanner und Eichenwickler gehören nachgerade zu den weniger erfreulichen Begleiterscheinungen des Frühjahrs. Man kann sie umweltschonend mit Präparaten auf der Basis von Bacillus thuringiensis regulieren, noch junge Raupen besser als schon ältere. 

Deuten absterbende Triebspitzen an Sauerkirschen auf Spitzendürre (Monilia-Pilz) hin, schneidet man kranke Triebe radikal bis ins gesunde Holz zurück. Vorbeugend kann ein (natürliches) Pflanzenstärkungsmittel eingesetzt werden.
Erdbeeren bewahrt ein Folientunnel vor Grauschimmelbefall. An sonnigen Tagen gut lüften, damit Insekten die Blüten bestäuben können. 
 



Achtung Schafskälte
Im Juni wird es jetzt selbst in weniger günstigen Lagen so warm, dass Kürbisarten, Zucchini, Zuckermais ausgesät oder gepflanzt werden können. Dennoch kann sich die sogenannte Schafskälte Anfang des Monats noch unangenehm bemerkbar machen. Also schützt man empfindliche Gemüsearten mit Folie oder Vlies. 
 



Folgesaaten stehen an
Für Sellerie und Feuerbohnen ist Pflanzung vorgezogener Setzlinge empfehlenswert. Tomaten im Freien unter Regenschutz stellen und so vor Befall mit Braunfäule schützen. Zuckerhut wird frühestens am 20. Juni, spätestens am 20. Juli gesät, Radicchio zwischen Mitte Juni und Mitte Juli. Ferner stehen Folgesaaten von Möhren, Buschbohnen, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Fenchel, verschiedenen Salatarten auf dem Programm. Es wird höchste Zeit, Rosenkohl, Grünkohl und Porree für spätes Ernten zu pflanzen. Auf ein Anzuchtbeet sät man im Abstand von acht bis zehn Tagen zwei Sätze Endivien, damit man im Juli beliebig pflanzen kann. 


Falllaub auflesen und Fanggürtel anlegen
Ab Anfang/Mitte Juni fliegen Apfelwickler und legen ihre Eier an die noch jungen Früchte. Von da an ist es wichtig, täglich Fallobst aufzulesen und Fanggürtel um die Stämme anzubringen, damit sich Apfelwicklerraupen in ihnen verkriechen, man sie so einsammeln und vernichten kann. Die Fanggürtel sind täglich zu kontrollieren. 
 



Zu reichen Fruchtansatz ausdünnen
Obstbäume, vor allem Apfel- und Birnbäume, die mehr Früchte ansetzten, als sie ernähren können, stoßen einen Teil der jungen Früchte ab, genannt Junifall. Dünnt man vor diesem Termin zu reichen Fruchtansatz aus und gibt Nährstoffe, fördert das die Bildung von Blütenknospenanlagen fürs nächste Jahr und verringert die Neigung zu unerfreulichem Ertragswechsel. 

An Weinreben ist Rückschnitt der Seitentriebe mit Blütenständen (Gescheinen) fällig.


März/April


Frühe Aussaaten schützen
Bevor man auf Beete im Freien sät, muss die Erde genügend abtrocknen und sich ausreichend erwärmen. Ist das geschehen, sind als Erste dran: Spinat, Stielmus beziehungsweise Blattstielgemüse, Schnittsalat, Melde, Kresse, Petersilie, Kerbel, Sauerampfer, Palerbsen, Dicke Bohnen, Schwarzwurzeln, Radieschen, Möhren, Speiserüben, Zwiebeln. Man steckt Steckzwiebeln, Schalotten und Knoblauchzehen, pflanzt mehrjährige Gewürzkräuter. Alle Saaten und Pflanzungen sind gegen ungünstige Witterungseinflüsse mit Vlies oder Folie zu schützen.
 



In Frühbeet und Kleingewächshaus
Wer über Frühbeet oder Kleingewächshaus verfügt, kann freier planen. Vorgezogen für späteres Pflanzen werden Kopfsalat, Kohlrabi, Butterkohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli, frühe Kopfkohlsorten, Porree, Sellerie, gegen Ende März auch Tomaten und Paprika. Wo wegen kleinerer Haushalte jeweils weniger Gemüse gebraucht wird, spart man sich die Jungpflanzenanzucht und kauft Setzlinge zu. 

In kühleren Gegenden empfiehlt es sich, Dicke Bohnen und Kartoffeln unbedingt vorzukeimen. Damit man möglichst früh besonders zarte Rhabarberstiele ernten kann, wird eine Pflanze mit Mistumschlag versehen und ein mit Folie bespannter Korb/Kiste übergestülpt.
 



Pflanzzeit für praktisch alle Obstarten
Vorrangig gepflanzt werden Beerenobststräucher sowie Pfirsiche, Aprikosen, Mandeln. Es folgen Stein- und Kernobstarten. Schlusslichter sind Wein und Kiwi, deren Pflanzung bis April oder gar Mai zurückgestellt wird. Beste Plätze für sie: vor Südmauern oder an besonnten Pergolen für Laubengänge.

Man kümmert sich ums Erdbeerbeet, lockert die Erde zwischen den Reihen, entfernt Beikraut, verteilt Kompost.  


Gesät unf gepflanzt wird im Beet
Diese Gemüsearten sind jetzt dran: Schwarzwurzeln, Möhren, Rettich, Radieschen, Pastinaken, Mairüben, Rote Bete, Zwiebeln, Erbsen, Mangold, Schnitt- und Pflücksalat, im Kräutergärtchen Bohnenkraut, Dill, Petersilie, Borretsch, Kerbel, Sauerampfer. Vlies oder wachsende Folien schützen alle Saaten vor ungünstiger Aprilwitterung.

Dann geht´s ans Pflanzen: Kopfsalat, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, selbst gezogene oder gekaufte Setzlinge, falls eventuell nur wenige gebraucht werden und sich daher eigene Anzucht nicht lohnt. 

Ist die Witterung günstig, können schon vorgezogene Dicke Bohnen, eventuell sogar vorgekeimte Kartoffeln gesetzt werden. 

Man pflanzt Steckzwiebeln und Schalotten, vervollständigt das Kräutergärtchen mit Schnittlauch, Zitronenmelisse, ausdauerndem Majoran und Bohnenkraut. Für alle Saaten und Pflanzungen verbessert man die Erde mit Humus und Nährstoffen. 
 



Im Frühbeet wächst es bereits
Und zwar: Spinat, Melde, Stielmus, Schnittsalat, Kerbel, Kresse. Das Kleingewächshaus nutzt man zur Anzucht von Tomaten, Paprika, Knollen- und Bleichsellerie, Gurken, Melonen, Zucchini. Wer dort demnächst Tomaten und Gurken für die Sommernutzung vorsieht, kann den jetzt noch zur Verfügung stehenden Raum mit Schnittsalat, Kopfsalat oder Kohlrabi nutzen. 


Noch Pflanzung von Obstgehölzen
Jetzt muss man sich fast doppelt schlagen, denn das eilt nun wirklich, vor allen Dingen die von Pfirsich- und Aprikosenbäumen. Nur Kiwi und Wein haben noch bis Mai Zeit, aber man kann schon mal die Pflanzstellen vorbereiten, am besten vor einer warmen, sonnigen Südwand. In warmen Gegenden treiben bereits vorhandene Pfirsichbäume mächtig, sodass man wahre Fruchttriebe mit sowohl Blatt- wie Blütenknospen und falsche nur mit Blütenknospen unterscheiden und entsprechend schneiden kann. Triebe nur mit Blütenknospen sind zu entfernen; es fehlen ihnen die sie ernährenden Blätter.


Achtung Spätfrostgefahr
Frühblühende Obstarten wie Pfirsiche sind spätfrostgefährdet, daher gegebenenfalls zu schützen. Spätfrostempfindlich sind außerdem bereits blühende Stachelbeersträucher und Erdbeerpflanzen. Letztere überbaut man im Ernstfall mit einem Folientunnel. Obstgehölze, vor allem Beerenobststräucher, werden gern gemulcht, jedoch sollte man die Decke nicht gerade jetzt aufbringen, damit etwa im Boden inzwischen gespeicherte Wärme in kalten Nächten aufsteigen und so Schlimmes verhüten kann.


Januar/Februar


 

Sinnvoller Winterschutz
Während man draußen beim Gemüse kaum etwas zu besorgen hat außer eventuellem Zurechtrücken des Winterschutzes bei Feldsalat, Spinat, Winterteckzwiebeln und dergleichen, geht es im Haus zur Sache mit der Treiberei von Chicorée, Löwenzahn- und Petersilienwurzeln, von Schnittlauch, Kresse, Senf, Keimsprossen als Vitaminspendern im Winter.
 


 

Bestellplan ausarbeiten
Der Januar lässt genug Zeit, sich den Bestellungsplan für die Gemüsebeete vorzunehmen. Dabei sollte man nicht jedes Jahr isoliert sehen, sondern unbedingt vorhergehende mit einbeziehen, mindestens die drei letzten Jahre, damit Fruchtfolge sinnvoll erfolgt, möglichst keine Gemüseart nach sich selbst steht und es so abwechslungsreich wie nur möglich zugeht. Das ist besonders wichtig, falls die zur Verfügung stehende Fläche nicht sonderlich groß ist. 

Man bestimmt Vor-, Haupt-, Nach- und Mischkulturen. Aus der Quadratmeterzahl für die verschiedenen Gemüsearten ergibt sich der Bedarf an Saatgut beziehungsweise Pflanzenanzahl. Vorteilhaft arbeitet man anhand eines maßstabgerechten Anbauplanes. Auch was man an Dünger, Pflanzenpflege- und sonstigen Hilfsmitteln braucht, kann schon im Laufe des Januar besorgt werden. 
 


 

Erste Freilandsaaten
Je nach Klima und Witterung sowie den örtlichen Gegebenheiten rücken erste Freilandsaaten in greifbare Nähe. Aber langsam! Nur nichts überstürzen. Wichtiger als frühe, erste Saat ist es, anhand eines fertigen Bestellungsplans alle nötigten Sämereien zu besorgen. Trocknete die Erde tatsächlich genügend ab, kann man es mit der Saat von Melde, Spinat, Schnittsalat wagen, allerdings nur unter Zuhilfenahme von Folie oder Vlies. Man bedenke stets, dass jede frühe Saat im Freiland mit einem Risiko verbunden ist und man deswegen Schutz einkalkulieren muss.

Aussaaten sin dim Frühbeet sicherer
Im Frühbeet geht es unabhängig von der Witterung los mit Schnittsalat, Radieschen, Kresse, Stielmus. Vorher sollte die verbrauchte Erde im Beet durch frische ergänzt oder ersetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass der Abstand zwischen Erdoberfläche und Glas am unteren Kastenrand mindestens 25 Zentimeter beträgt. Das ergibt zwangsläufig am oberen Kastenrand einen größeren Abstand. Danach gleich Fenster auflegen, damit die Sonne das Beet genügend erwärmt, ehe man sät.
 

2020


November/Dezember


Im Gemüsegarten wird es jetzt richtig Herbst
Die Beete lichten sich. Es wird abschließend viel geerntet: Möhren, Rote Bete, Rettich, Chicoréewurzeln, Rübchen, Sellerie und so weiter, alles an einem möglichst trockenen Tag. Drängt die Zeit, weil Nachtfrost angesagt ist, rodet man erst alles und bringt es an einem frostgeschützten Platz wie Keller, Garage, Schuppen unter, ehe man es lagerfertig putzt. 

Einige Grade Frost vertragen Grünkohl, Rosenkohl, Porree. Schwarzwurzel- und Pastinakenrüben sind an sich winterfest, doch da man bei länger anhaltendem Frost nicht an sie herankann, schlägt man sie ebenfalls geschützt ein. Alternativ zu meist gedämmten und deswegen zu warmen und trockenen Kellern bietet sich das Frühbeet an.



 

Pflanzzeit für Obstgehölze
Im November ist Pflanzzeit für viele Obstgehölze, für Him- und Brombeeren, Stachel- und Johannisbeeren, Äpfel und Birnen, Süß- und Sauerkirschen, sämtliche Pflaumenarten, Quitten.

Wer pflanzt, sollte die Neuentwicklungen im Obstbau berücksichtigen und bei der Pflanzung widerstandsfähige Sorten bevorzugen wie mehltauresistente Stachelbeeren. Spätsommer- und herbsttragende Himbeeren sind weitgehend immun gegen Ruten- und Wurzelkrankheit. 

Es gibt mehrfach resistente Apfelsorten, die gegen Schorf, Mehltau, Rote Spinne, Kragenfäule gefeit sind, alles gute Ansätze für ökologischen Obstanbau auch im Garten. Dazu kommen selbstfruchtbare Süßkirschen auf schwachwachsenden Unterlagen, die wenig Platz beanspruchen, Pflege und Ernte erleichtern. Auch extrem schwachwüchsige Pflaumenbäume sind ein Gewinn für heutige, meist kleine Gärten. 




Wurzeln im Frühbeet einschlagen
Pastinaken, Rettich, Möhren, Schwarzwurzeln sind zwar winterfest, doch man kommt besser an sie heran, wenn man sie nicht auf dem Beet lässt, sondern im Frühbeet einschlägt. Porree, Grün- und Rosenkohl werden zügig verbraucht oder küchenfertig eingefroren. Anschließend wird mit einer Grabegabel gelockert. Das noch anfallende Grünzeug kann dabei leicht eingearbeitet werden oder kommt auf den Komposthaufen. Man schichte den Haufen eventuell noch einmal mit Zusatz von Steinmehl um, deckt dann schwarze Abdeckfolie darüber, damit die entstehende Wärme im Haufen bleibt.  


Pflegeschnitt fortsetzen?
Nur bei frostfreier Witterung kann man den Pflegeschnitt von Obstgehölzen fortsetzen. Obstbaumkronen brauchen viel Licht und Luft. Bei Hochstämmen ist besonders darauf zu achten, dass die Kronen nicht zu hoch, sondern immer wieder entsprechend zurückgesetzt werden und dass Hauptäste nicht zu weit nach außen wachsen. Nicht unten herum, sondern oben muss man rechtzeitig Äste stutzen oder entfernen.


Nährstoffversorgung sichern
Wie steht es mit der Nährstoffversorgung von Obstbäumen, besonders auch älteren? Jüngere düngt man meist ausreichend, ältere kommen oft weniger gut weg. Das sollte sich ändern. Dazu bohrt man im Bereich der Kronentraufe etwa alle zwei Meter 40 bis 50 Zentimeter tiefe Löcher und streut dort Hornspäne und/oder reifen Kompost, der mit einem guten Präparat aus Effektiven Mikroorganismen (MikroVeda) veredelt wurde. Hornspäne wie Kompost geben im Verlauf des Winters langsam ihre Nährstoffe ab und werden von den Pflanzen zur Kräftigung von Wurzelwerk, Blüten und Blättern ganz langsam aufgenommen.
 

Gartengeräte einwintern
Als Abschluss des diesjährigen Tuns im Nutzgarten bringt man alle Handgeräte trocken unter, säubert sie gründlich und fettet Metallteile ein. Dabei stellt sich heraus, was schadhaft ist, repariert oder ersetzt werden muss. Unbedingt trocken überwintern alle Motorgeräte, ferner Kannen, Wannen, Regentonnen, Folien, Frühbeetfenster und was dergleichen mehr ist. Zuletzt wird noch der Absperrhahn für die Wasserleitung im Haus zugedreht, der Hahn draußen aufgedreht, sodass die Leitung leerläuft.