Gemüse-, Kräuter- und Obstgarten

04.12.2019 08:00


 
... im Dezember

Wer im Dezember noch aus dem Garten Gemüse ernten will, schützt Beete mit Spinat oder Feldsalat mit Vlies oder Folientunnel, schüttet zwischen Porree- und Mangoldreihen Laub auf. Rosenkohl wird nun zügig geerntet, und auch Grünkohl sollte bis Ende Dezember das Beet räumen. Gegebenenfalls wird eingefroren. Frühbeete mit Feldsalat, Winterspinat, Löffelkraut sind bei milder Witterung gut zu lüften, auch nachts. Steht das Frühbeet über den Winter leer, bringt man die Fenster trocken unter. Im Haus beginnt die Treiberei von Chicorée, Löwenzahn- und Petersilienwurzeln, Schnittlauch und Keimsprossen.

Die Bodenbearbeitung wird zügig erledigt, denn jeden Tag kann sie mit ständiger Feuchtigkeit oder Frost unangenehmer, schwieriger oder sogar unmöglich werden. Das wäre besonders für schwerere Böden, die auf gründliche Lockerung angewiesen sind, nachteilig. Es wird immer wieder gegen grobscholliges Graben plädiert, damit die bakterienreichste Erde, die Bodenkrume, als solche erhalten bleibt. Schwere und humusärmere Erde verdichtet jedoch verhältnismäßig schnell und muss immer wieder auch mechanisch aufgelockert werden. Ausnahmsweise grobscholliges Graben sorgt zusammen mit Humuszufuhr dafür, die Bodenstruktur deutlich zu verbessern.  

Auch die geplante Pflanzung von Obstgehölzen wird zügig erledigt. Theoretisch ist zwar die Pflanzung immer möglich, solange der Boden frostfrei ist, aber wie schnell schlägt im Winter das Wetter frostig um. Das könnte einem frisch gesetzten Gehölz ziemlich schaden. Also keinen Tag Aufschub dafür!

Sowohl Beerenobststräucher als auch Obstbäume müssen unbedingt licht und triebkräftig gehalten werden. Das Innere von Baumkronen und Sträuchern braucht Sonne und Luft, damit auch dort einwandfreie Früchte entstehen und reifen.

Außerdem soll der Wind die Blätter nach Niederschlägen rasch abtrocknen können. Notwendiger Schnitt erfolgt jedoch nur bei frostfreier Witterung.
 

 

 
... im Januar
 

Trotz Winter kann man noch aus dem eigenen Garten ernten, direkt vom Beet Grünkohl, Porree, Feldsalat, eventuell sogar Rosenkohl sowie ganz und gar winterharte Schwarzwurzeln und Pastinaken. Wo es kälter wird, schafft man Möhren, Rettiche, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Porree ins Frühbeet und schützt sie da je nach Witterung. Auch im Gewächshaus kann man noch ernten, unter anderem Feldsalat.

Im Haus geht es weiter mit der Treiberei von Chicorée und Löwenzahnwurzeln. 

Sehr zu empfehlen ist jetzt eine Aussaat von Kresse, Kerbel, Senf, Löffelkraut auf der Fensterbank Keimsprosse sind ausgesprochen gesund und ebenfalls leicht zu ziehen, vorteilhaft in mehrstöckigen Keimschalen. 

Was dem Gemüse recht ist, ist dem Obst billig. Es reifen nacheinander die gut lagerfähigen Wintersorten von Äpfeln und Birnen, so dass bis mindestens einschließlich März 

Früchte zur Verfügung stehen. Wurden auch Kartoffeln gezogen, achte man darauf, sie nicht zusammen mit Obst zu lagern, weil die Etylengasausdünstungen des Obstes die Kartoffeln rascher schrumpfen lassen.

Bestellungsplan erarbeiten
Reichlich Zeit verwende man auf den Bestellungsplan für Aussaaten und Pflanzungen auf dem Gemüseland. Am besten hebt man die Bestellungspläne der vergangenen Jahre auf und bezieht sie mit ein. So lassen sich Fehler in der Fruchtfolge vermeiden. Ein fertiger Bestellungsplan gibt Auskunft über die anzubauenden Gemüsearten und –sorten, über Vor-, Haupt-, Nach-, Zwischen- oder Mischkultur, ob diese zu einander passen, wie viel Quadratmeter jeweils vorgesehen sind, wie viel Saat- oder Pflanzgut demnach zu beschaffen ist. Sobald das erledigt ist, wird bestellt oder bald gekauft. 

Für einen Bestellungsplan muss man sich unbedingt reichlich Zeit nehmen. Fehlentscheidungen im Gemüsegarten schlagen nicht so zu Buch, doch wer falsch entscheidet, was langlebige Obstgehölze betrifft, ärgert sich eventuell noch nach Jahren. Je kleiner ein Garten, desto wichtiger ist es, sich die Sache gut zu überlegen, eventuell vorrangig auf Beerenobstarten zu setzen.

Obstgehölzpflanzungen  vorbereiten
Der Schnitt von Obstgehölzen unterbleibt bei Frost, zumal nach neueren Erkenntnissen viele Obstfachleute eher zu einem Sommerschnitt raten. Dagegen nutzt man die Zeit, Obstgehölzpflanzungen theoretisch vorzubereiten mit 1. Auswahl von Art, Sorte und Unterlage, 2. Obstgehölze bestellen, 3. Pflanzplätze bestimmen. 

Wer „Lufthunger“ hat, kann, sofern die Witterung es zulässt, Am warmen Ofen lassen sich jetzt ganz prima die Pflanzplätze für im Nachwinter geplante Pflanzungen erarbeiten. 
 


 


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