Gemüse-, Kräuter- und Obstgarten

17.07.2020 11:00

 
... im September
 

IIm Gemüsegarten sind bestimmte Saat- und Pflanztermine einzuhalten. Man sät Spinat und Feldsalat für die Ernte im Nachwinter und Frühjahr, Anfang September Frühjahrszwiebeln für die Ernte ab April, doch nur in Gegenden mit milden Wintern. Spät gesäte Radieschen entwickeln erfahrungsgemäß besonders zarte Knollen. Schnittsalat und Blattstielgemüse entwickeln sich bis Oktober noch recht gut. Ein Versuch lohnt sich ferner mit Löffelkraut, Kerbel und Kerbelrübe. Ende September steckt man winterharte Steckzwiebeln und Knoblauchzehen. 

Ab und zu tut dem Boden eine Bodenkur gut, die ihn mit Humus und Bodenlebewesen anreichert. Dazu dient Gründüngung, etwa mit Bienensaug (Phacelia).

Man pflanzt im September mehrjährige Küchenkräuter, also Schnittlauch, Liebstöckel, Estragon, Zitronenmelisse, Thymian, Bergbohnenkraut, Bergmajoran, Meerrettich, Weinraute, Salbei, Pfefferminz und andere, außerdem Rhabarber. 

Ältere Rhabarberstöcke lassen sich im September aufnehmen und durch Teilen verjüngen. Dann pflanzt man an anderem Platz in frische, gute, nährstoffreiche Erde. Vergingen seit der letzten Bodenuntersuchung mehrere Jahre, sollte jetzt erneut untersucht werden auf Nährstoff-, eventuell auch Humusgehalt, damit man im nächsten Kulturjahr entsprechend den Empfehlungen sinnvoll düngt.

Viele Apfel- und Birnensorten werden im September pflückreif. Da heißt es aufpassen, denn auch das ist Terminsache. Es geht darum, zwischen Pflück- und Genussreife zu unterscheiden und die besten Pflücktermine abzupassen. Sowohl mittelfrühe wie späte Apfel- und Birnensorten müssen nach dem Pflücken durch kürzere oder längere Lagerung allmählich die sorteneigentümliche Genussreife erlangen. Erst dann schmecken sie richtig. Informieren Sie sich und achten Sie auf Farbe, Geruch, Kerne der Frucht und ob sie sich leicht vom Fruchtholz lösen lässt. Außer Kernobst reifen von Steinobst Pflaumen und Pfirsiche. Hinzu kommen herbsttragende Beerenobstsorten, Hasel- und Walnüsse, Esskastanien. Etwas später geht das Ernten weiter mit Wein und Kiwi, Preiselbeeren und Mispeln. 

Ist für die Zeit nach dem Laubfall die Pflanzung von Obstgehölzen geplant, müssen jetzt Arten und Sorten ausgewählt, bei guten Gartenbaumschulen bestellt und die Pflanzstellen oder Pflanzflächen vorbereitet werden mit intensiver Bodenlockerung sowie Zufuhr von Kompost und Nährstoffen. Stammformen und Obstbäume auf schwachen Unterlagen brauchen stützende Pfähle, die ebenfalls bei der Pflanzung zur Hand sein müssen, am besten schon vor der eigentlichen Pflanzung eingeschlagen werden. 


 
... im Oktober
 

Es kann nass, kühl oder sogar frostig werden, ungemütlich für Fruchtgemüsearten. Bohnen, Tomaten, Gurken, Zucchini- und Kürbisfrüchte brauchen gegebenenfalls Schutz oder müssen sofort geerntet werden, so alle Tomaten, nur nicht die ganz kleinen. Ausgewachsene, aber noch nicht voll ausgefärbte reifen an warmer, dunkler Stelle nach. Noch vollkommen grüne kann man zu Marmelade oder Chutney verarbeiten, eventuell zusammen mit Paprikaschoten. Gurken gleich verbrauchen, Zucchini lassen sich einige Tage lagern, ausgewachsene Kürbisse mehrere Wochen.

Wurzel- und Kohlgemüse soll so lange wie möglich draußen bleiben, zumal den ersten leichten Frösten gewöhnlich noch eine Periode milden Wetters folgt. Die meisten Kohlarten halten ein wenig Frost aus, ebenfalls Zuckerhut-Chicorée. Chinakohl leidet unter Frost. Deswegen überbaut man ihn mit einem Folientunnel oder nimmt ihn vor dem Frost mit Wurzel aus der Erde und schlägt ihn im Frühbeet ein. Ist das Frühbeet nicht frei, weil noch Gurken oder Paprika wachsen oder Feldsalat gesät wurde, wickelt man jeden Kopf einzeln in Papier und stellt sie dicht an dicht in eine Kiste, diese an einen kühlen Platz. Wurzelgemüse ist in der Erde am besten aufgehoben und übersteht leichten Frost. Leere Beete werden für die Bodenbearbeitung vorbereitet: Humuszufuhr, Bodenlockerung.

Es steht die Pflanzung ausdauernder Küchenkräuter an, von Schnittlauch, Estragon, Pimpinelle, Liebstöckel, Zitronenmelisse, ausdauerndem Majoran und Bohnenkraut sowie Pfefferminz für Tee. Anfang des Monats kann noch Rhabarber gepflanzt werden, bis Mitte Oktober Knoblauch und winterharte Steckzwiebeln. Im Gewächshaus sät man Spinat und Feldsalat. Man kümmert sich um Gartenabfälle und bereitet das Aufsetzen eines Komposthaufens vor.

Im Obstgarten hält das Ernten an. Im Lauf des Monats werden noch späte Sorten von Tafeläpfeln und -birnen pflückreif. Besonders anspruchsvolle Sorten wie etwa ´Golden Delicious´ oder ´Gräfin von Paris´ brauchen einen milden, sonnenreichen Herbst, damit später essreife Früchte tatsächlich gut schmecken. Unter jedem abgeernteten Kernobstbaum noch einmal Fallobst auflesen, dann die Gürtel zum Fang von Apfelwicklerraupen abnehmen und statt ihrer Leimgürtel zum Fang von Frostspannerweibchen anbringen.

Außer Kernobst reifen herbsttragende Brom- und Himbeeren, Preiselbeeren, Quitten, Kiwi und Wein. Nach Ernteschluss alle Ruten herbsttragender Himbeeren bis zum Erdboden abschneiden. Bei Brombeeren die alten Ruten entfernen, die jungen diesjährigen anbinden. Die Pflanzzeit für Obstgehölze naht. Man muss seine Wahl treffen und das Gewünschte bestellen.


 


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