2022

Juli/August



Funkien blühen ab Mai bis in den Herbst hinein.

BEI FUNKIEN FUNT ES - EINE GUTE WAHL SPART ÄRGER
Funkie ist ein deutscher Name für eine Staude, die botanisch Hosta heißt. Der hübschere Name Herzblattlilie konnte sich nicht recht durchsetzen, vielleicht ist er einfach zu lang für den gärtnerischen Alltag. Jedenfalls mauserte sich die Staude inzwischen zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Staudengartens, weil sie eine Reihe guter Eigenschaften hat, Grund genug, Funkien zu pflanzen. Zuerst sind da die vielfältige Schönheit und Farbigkeit der Blätter, deren klare Konturen, die präzise Linienführung und Zeichnung der Blattadern, alles in strenger Harmonie. Damit gelten Funkien zuerst als Blattschmuckstauden. Funkien leben lange, was sie als Stauden grundsätzlich tun, doch erweisen sich Stauden als unterschiedlich ausdauernd. Funkien haben einen ausgesprochen langen Atem, nachdem sie zunächst als junge Exemplare ein bisschen Zeit brauchen, sich einzugewöhnen. Immer wachsen die Pflanzen diszipliniert, nie unkontrolliert, da die Horste mit den Jahren an Umfang zunehmen. Vom Austrieb im Frühjahr bis zum Vergehen der Blätter im Herbst sehen sie immer ordentlich aus.


FUNKIEN SIND LEIDER NICHT SCHNECKENRESISTENT
Mit einer Ausnahme: wenn der Garten ein Schneckenparadies ist. Dann ist es mit der Schönheit von Funkien mitunter schnell vorbei. Die Viecher fressen schnell und viel, bis die Blätter wie zerfetzt aussehen. Also sind Schnecken ein Grund, Funkien nicht zu pflanzen, will man sich nicht ständig ärgern. Oder man wendet sich an eine gute Staudengärtnerei, die weiß, welche Sorten besonders gefährdet sind, welche weniger oder gar nicht. Da muss es offenbar große geschmackliche Unterschiede geben. Schneckenfeste Sorten jeweils bei Staudengärtnern erfragen. Also gründlich wählen, erst dann pflanzen. Noch etwas sollte wissen, wer Funkien pflanzen will: dass es nicht allein auf die Blätter ankommt, sondern dass Funkien auch Blütenpflanzen sind. Funkien gehören zu den Liliengewächsen. Das zeigen sie deutlich am Bau der Blüten, die meist ungefüllt, seltener gefüllt, rispenförmig beieinanderstehen und jeweils nur einen Tag aushalten. Es gibt reinweiße Blüten, dazu helllila oder dunkellila gefärbte, sogar rote. Manche Sorten blühen reich, andere halten sich zurück und blühen nur spärlich. Ferner sind da noch unterschiedliche Blütezeiten mit den ersten Blüten ab etwa Mai bis zu den späten im Herbst. Es lässt sich also richtig spielen, was die Blüte betrifft, mehr noch mit den unterschiedlich geformten und gefärbten Blättern, wie viele Gartenbesitzer inzwischen wissen. Man kann nur immer wieder empfehlen, nicht aufs Geradewohl zu pflanzen, sondern das Funkien-Sortiment guter Staudengärtnereien zu prüfen und nach den verschiedenen Gesichtspunkten sorgfältig auszuwählen.


Mai/Juni

Klatschmohn (Papaver rhoeas) 


DIE BRÜDERSCHAFT VOM MOHN

Es gibt nicht nur den einen Mohn, sondern eine ganze Mohnfamilie, unter ihnen drei Brüder, die wir uns ein wenig näher ansehen wollen. Aber zunächst blicken wir tief in eine ihrer Blüten mit den roten, feinen, manchmal ein bisschen knittrigen Blütenblättern, sehen den dichten Kranz zahlreicher Staubgefäße, den dicken Stempel, der schon bei jungen Blüten die spätere Kugelform der Samenkapsel erkennen lässt. Das also ist den Brüdern gemeinsam, dem roten Klatschmohn (Papaver rhoeas), dem Schlafmohn (Papaver somniferum) und dem staudigen Türkenmohn (Papaver orientale). Eine der hervorstechends-ten Eigenschaften der einjährigen Arten von den dreien, von Papaver rhoeas und Papaver somniferum, ist ihre Leidenschaft, große Samenmengen um sich zu verstreuen. Einmal im Garten eine Pflanze, und man hat immer Pflanzen.

Klatschmohn ist eine heimische Feldblume, früher praktisch in jedem Getreidefeld anzutreffen, heute fast ausgerottet, aber mit Blühstreifen um Äcker und auf Wildwiesen in Gärten wieder im Vormarsch, einfach auszusäen im April oder September an Ort und Stelle, wachsen lassen. Die einzelne Blüte hält nur kurz, aber da viele Knospen nachkommen, blüht es feuerrot von Mai bis Juli, bei später Saat länger.

Schlafmohn (Papaver somniferum) 


Schlafmohn stammt als Kulturpflanze aus Kleinasien. Sein Rot geht ein bisschen ins Lilafarbene, die Blüten sind größer, die Pflanzen insgesamt stattlicher und wie mit blausilbriggrauem Wachs überzogen. Mit diesem Mohn wird es für Gartenbesitzer riskant. Man darf ihn nicht haben, denn dieser Mohn ist Morphium-Lieferant. Dazu werden in den Anbaugebieten die Samenkapseln angeritzt, sodass weißer opiumhaltiger Milchsaft fließt und damit Stoff für verhängnisvolle Drogen. Weil Schlafmohn einer der großen Samenstreuer ist, kann es vorkommen, dass er wie aus dem Nichts im Garten auftaucht. Dann muss man wissen, was erlaubt ist und was nicht, Anbau jedenfalls nur unter strengsten Auflagen, auch zur Gewinnung der schwarzen Samen für leckere Mohnkuchen und ähnliche Köstlichkeiten.

Orientalischer Mohn (Papaver orientale ´Princess Victoria Louise´)


Als Schlafmohn im Garten verboten wurde, traf es auch den Türkenmohn. Da gab es einen gewaltigen Aufschrei des Protestes, denn viele Staudenfreunde konnten nicht fassen, diesen Mohn, der so gar nichts mit Opiumanbau zu tun hat, dermaßen verteufelt zu sehen. Der Widerstand lohnte sich, denn Türkenmohn ist nach wie vor gelitten im Garten. Die Pflanze wächst ein bisschen eigenwillig, treibt ziemlich früh im Jahr, bildet blattreiche Stauden mit hohen Blütenstängeln und großen, sich weit öffnenden Blüten von klarem Weiß bis Tiefrot, passend zu Rittersporn und Gartenmargeriten. Nach der Blüte zieht Türkenmohn ein, um im Spätsommer wieder auszutreiben. Die vorübergehende Lücke schließen kleinere Gräser und Storchschnabel. Zum Schluss möchte ich Sie dazu auffordern, sich selbst einmal mit dem Mohn zu beschäftigen. Sie werden wie ich viel Freude an dieser interessanten Bruderschaft haben.


März/April

Die Apfelbaumblüte

DAS GROSSE WUNDER DER BLÜTE
Die Obstblüte ist eine große Sache mit einer Reihe bemerkenswerter Vorgänge in der Zeit von Anfang März bis fast Ende Juni, die einen noch interessanter als die anderen. Die Obstblütenzeit beginnt in der südlichen Pfalz mit Mandelbäumen, die 2021 die ersten Knospen am 5. März öffneten. Kirsch- und Pflaumenbäume blühen grob gerechnet ab Anfang bis Mitte April. Apfelbäume sind spät dran. Die allerletzten Apfelblüten öffneten sich 2021 am 17. Juni in Höhenlagen des Schwarzwaldes.

Eine Obstbaumblüte besteht aus Blütenblättern, männlichen Staubgefäßen mit Staubfaden und Staubbeutel und dem weiblichen Stempel, bestehend aus Narbe, Griffel und Fruchtknoten. In den Staubbeuteln wird Blütenstaub, Pollen, produziert mit mikroskopisch kleinen, männlichen Geschlechtszellen, gewöhnlich in hoher Zahl, damit bestimmt wenigstens ein Pollenkorn auf die Narben des Grifffels gelangt und die Blüte bestäubt. Das Pollenkorn treibt einen Pollenschlauch durch den Griffel bis zum Fruchtknoten, wo die männliche Samenzelle mit der dort vorhandenen Eizelle verschmilzt, damit Befruchtung erfolgt und ein Apfel wachsen kann.

Hilfe bei der Bestäubung von Obstblüten leisten allerlei Insekten, vorrangig Bienen. Von großem Nutzen ist, dass Bienen blütenstet, also treu sind. Das ist umso wichtiger als eine ganze Reihe von Obstarten auf Fremdbefruchtung angewiesen sind, brauchen Pollen anderer Sorten. 

Selbstunfruchtbare Obstarten sind grundsätzlich alle Apfel- und Birnensorten, bis vor einigen Jahren Süßkirschen, bei denen mittlerweile selbstfruchtbare Sorten gezüchteten wurden. Bei Äpfeln gibt es gute und schlechte Pollenspender, was ebenfalls zu beachten ist. Ein schlechter Pollenspender ist ´Boskoop´, sodass mitunter trotz Vorhandensein zweier Sorten eine Fruchtbildung ausbleibt. 

Recht kompliziert ist auch die Sache bei manchen Süßkirschen mit sogenannter Intersterilität, wenn zwei bestimmte Sorten sich nicht befruchten können, deswegen eine dritte hinzukommen muss. Bei Pflaumen und Sauerkirschen gibt es sowohl selbstfruchtbare wie selbstunfruchtbare Sorten. Man muss also bei der Sortenwahl sehr aufpassen, es sei denn der Garten befindet sich in einer Gegend mit reichhaltigem Obstanbau, der garantiert, dass schon jeweils passende Sorten dabei sind. 

Beerenobstarten sind meist selbstfruchtbar, fruchten jedoch mit dem Pollen einer zweiten Sorte besser. Total unfruchtbar unter sonst selbstfruchtbaren Erdbeeren ist die alte, beliebte, da sehr aromatische, leckere Erdbeersorte ´Mieze Schindler´. Sie braucht eine Befruchtersorte. 

Achtung bei sogenannten zweihäusigen Obstarten! Wer Kiwis ernten will, braucht für großfrüchtige Sorten sowohl männliche wie weibliche Pflanze, bei Sanddorn zu mehreren weiblichen Exemplaren ein männliches.


Januar/Februar



EIN RÜCKBLICK AUF 2021. WAS LERNEN WIR DARAUS?

Was war das für ein Jahr, dieses 2021! Auch für Gärtnerinnen und Gärtner aus Passion und überwiegend nicht besonders erfreulich. Wir hatten schon bessere. Aber alles Klagen nützt nichts, wir müssen es nehmen, wie es kommt, wie es immer schon gewesen ist. Können wir aus dem vergangenen Jahr eventuell etwas lernen?

Anfangs lief alles ziemlich normal. Das heißt, so normal wiederum nicht, denn normal wäre ein normaler Winter gewesen. Es fehlen inzwischen beinahe regelmäßig Schnee und vor allen Dingen Kälte, während die Pflanzen ruhen bis Februar oder besser März und nicht schon der Januar ans Austreiben denken lässt. Es wird übel, wenn auf zu warme März- und Apriltage kalte Maiwochen folgen, fiese Kälte wie im vergangenen Mai, die gar nicht besonders eisig war, sondern wo es genügte, auf sonnige, warme Tage nächtliche Minusgrade zu bringen, und das über Wochen immer wieder im Wechsel. 


VIELE SCHÄDEN AN PFLANZEN UND OBSTBLÜTEN
Es gab schon lange nicht mehr so viele Schäden an Rosen. Selbst härtere Sorten froren komplett runter und hatten Mühe, sich zu erholen. Nur wenige, wie die alte Sorte ´Flammentanz´, zeigten sich unbeeindruckt. Auch die Obstblüte wurde gebietsweise erheblich geschädigt, entsprechend waren die Erträge.

Sternrußtau an Rosenblättern.


DANN KAM AUCH NOCH DIE STURZFLUT
Verschont davon blieb Wein, der ja spät blüht, aber dem machte wiederum der feucht-kühle Sommer zu schaffen. Schädliche Pilze hatten Hochsaison,  eine Kraftprobe für an sich resistente Sorten von Tafeltrauben. Dann kam am 14. Juli die Sturzflut, die vor allem dort verheerend wirkte, wo steile, nur sparsam bewaldete Hänge das viele Wasser nicht binden konnten und der zugebaute Boden nicht aufnahmefähig war. 

Fazit: Auf Grundstücken möglichst keine Asphaltdecken oder Ähnliches, in Gärten keine Schottergärten über Folien! Und alle sollten sich bemühen, in Trockenzeiten möglichst alles Regenwasser zu sammeln.


Anemone hupehensis


MANCHE PFLANZEN PROFITIEREN VON DER KÜHLEN NÄSSE
Der feucht-kühle August machte einigen Blütenpflanzen ziemlich zu schaffen. Hervorragend hiel-ten sich jedoch Herbstanemonen (Anemone hupehensis, zum Beispiel die Sorte ´Septembercharme´) und Hortensienbüsche mit reichem Flor umfangreicher Blütenstände. Das gilt vor allem für Arten, die an diesjährigem Holz blühen, denen es darum egal ist, wie kalt und wie lange es friert, und die im Sommer gern reichlich Wasser haben. Die winterharte Fuchsie (Fuchsia magellanica) überzeugte mit monatelangem Flor Tausender Blüten und hätte nicht schöner sein können. 

Hydrangea paniculata

Auch immergrüne Gehölze profitierten nach jahrelangen Durststrecken von der kühlen Nässe. Die war allerdings nachteilig für Gurken, Kürbis, Zucchini, Tomaten und weitere Gemüsearten, die viel Wärme brauchen und denen andauernd hohe Feuchte absolut nicht gefällt. Dann sind Kleingewächshäuser die Alternative, auch weil die Pflanzen dort vor Schnecken sicher sind.


2021

November/Dezember

Die Myrte, Venus und Aphrodite
Eine Pflanze mit langer Tradition

Geheiratet wird immer, und immer noch kommt dabei die Myrte ins Spiel, dies immergrüne Sträuchlein aus dem Mittelmeerraum mit den feinen Trieben und kleinen glänzenden Blättern, denn Myrten liefern das Material zum Kranz für die Braut, zum Sträußlein für den Bräutigam. Warum? Schon die antiken Völker hatten ein Faible für die Myrte, nicht nur, weil sie mit ihren weißen Blüten zu grünen Blättern hübsch aussieht, sondern weil sie in Symbolik, Kosmetik und Küche wichtige Rollen übernimmt. Bei den alten Griechen war die Myr-
te der Aphrodite geweiht, Göttin der Liebe und Schönheit. Die Römer stellten sie zu ihrer Liebesgöttin Venus. Schon damals war Myrtenschmuck üblich, übrigens auch für Männer, die sich, nachdem sie sich hervortaten, durchaus gern mit Kränzen schmückten. In der Küche war Myrte gänzlich unentbehrlich, denn dazumal erfüllte sie Aufgaben, die später dem Pfeffer zufielen. Sie machte Speisen handfester. Drittens gab es Myrtenöl. Man brauchte es im Haushalt bei allerlei Gelegenheit, um es angenehm riechen zu lassen, verwendete es kosmetisch und zu Heilzwecken, besonders um Atemwegsbeschwerden zu mildern. All das ist immer noch aktuell.



Wir haben es also mit einer universellen Pflanze zu tun. Ganz selbstverständlich breitete sich das Wissen und der gekonnte Umgang mit Myrte zu den unterschiedlichsten Zwecken über die Grenzen des Römischen Reiches hinweg auch in die Länder nördlich der Alpen aus. Da dort das Klima wesentlich rauer ist und mit frostigen Wintern keinen ganzjährigen Aufenthalt draußen erlaubt, wurde die Myrte zur Zimmerpflanze oder wohl besser zur Kübelpflanze umstrukturiert, nicht nur, um dann später bei Gelegenheit Material für einen Brautkranz zu haben, sondern weil die Pflanze einfach hübsch ist, zu vielerlei brauchbar und gut zu halten. 



Wer eine Myrte pflegen will, möglichst über Jahrzehnte, sollte berücksichtigen, dass sie viel frische Luft braucht, sowohl im Sommer als auch im Winter. Im Winter ist sie am besten in einem hellen, kühlen Wintergarten bei plus fünf, höchstens zehn Grad Celsius untergebracht, wird mit weichem Wasser so gegossen, dass das Substrat nicht austrocknet, und nicht gedüngt. Im Nachwinter werden noch jüngere Exemplare jährlich in etwas größere Töpfe umgesetzt, nie tiefer, als sie zuvor standen, in übliche Kübelpflanzenerde. Zu gleicher Zeit kann behutsamer Rückschnitt erfolgen. Bei zu starkem Rückschnitt leidet die Blühfähigkeit. Sobald die Witterung es zulässt, sollte die Myrte draußen an einem warmen, halbsonnigen Platz stehen, wo so gegossen wird, dass das Substrat möglichst gleichmäßig feucht ist, weder zu trocken noch vernässt.


Beides würde die Myrte übel nehmen. Damit sie sich gut entwickelt, von April bis Spätsommer regelmäßig düngen.


September/Oktober

Es ist eine Freude, dem Herbst zuzusehen, wie er Baum und Strauch so wunderbar bunt schmückt, die einen noch schöner als die anderen, so auch Zwergmispeln, die Gartenbesitzer oft besser unter der Bezeichnung Cotoneaster kennen. Mancher wird sagen, „Ach, das grüne Zeug, das am Boden herumkriecht“. Die sind hier nicht gemeint, sondern höher werdende Arten, die sich sehr gut in den immergrünen Rahmen für Haus und Garten einfügen, sich mit mittlerer Größe anpassen und nicht wie wüchsigere Gehölze den Garten eng machen. Es muss ja immer noch genügend Freiraum bleiben zwischen einzelnen Pflanzen, zwischen Gruppen, damit sich alle frei entfalten können und voll zur Geltung kommen. Es handelt sich bei den Cotoneasterarten durchweg um gute Bienennährgehölze und die Vögel lieben in Herbst und Winter die nahrhaften Früchte. Sie sind also nicht nur gärtnerisch interessant, sondern stellen auch eine schöne Ergänzung zu unserer einheimischen Flora dar, die als Futterspender für Insekten und Vögel nützlich ist. 

Die infrage kommenden Zwergmispelarten oder -sorten gefallen mit wintergrünen oder zumindest halbwintergrünen Blättern und roten Früchten. Als Erster sei Cotoneaster frigidus ´Cornubia´ genannt, ein starkwüchsiger Strauch mit trichterförmig angeordneten Zweigen, der drei bis vier Meter hoch wird und sich mit der Zeit drei Meter ausbreitet. Im Juni blüht ´Cornubia´ mit weißen, schirmartigen Blütenständen. Ihnen folgen im Herbst viele intensiv rote Früchte, die, das ist besonders wichtig, bis ins Frühjahr halten, da sie nicht von Vögeln gefressen werden. Man muss den Freiraum, den dieser Strauch braucht, unbedingt beachten, damit er seine volle Schönheit entfalten kann, ihn nicht zwischen andere Gehölze zwängen und womöglich „passend“ schneiden, wenn es eng wird.

Cotoneaster salicifolius ´Floccosus´ wird drei, auch mal fünf Meter hoch und drei Meter breit, ist also ebenfalls angewiesen auf genügend Platz. Den weißen Blüten im Juni folgen orangerote Früchte. Die Sorte ´Herbstfeuer´ bleibt mit 40 bis 50 Zentimetern erheblich niedriger, wird dazu dreimal so breit, bildet hellrote Früchte, die bis ins Frühjahr halten, weil Vögel sie erst spät bemerken.

Eine schwungvolle Schönheit ist Cotoneaster x watereri ´Pendulus´. Von Natur aus wächst dieser Strauch niederliegend, doch kann man die Haupttriebe stäben, sodass dann die Seitenäste bogig überhängen. Das macht sich zum Beispiel gut, falls er von der einen Seite einer Sichtschutzwand auf die andere überhängt. Hübsch sieht es auch aus, wenn ´Pendulus´ in einem Kübel steht, unterpflanzt mit Schneeheide oder spätblühendem Heidekraut. 

Dieser Cotoneaster ist allerdings etwas empfindlich gegen starken Frost sowie große Temperaturunterschiede zwischen klaren Winternächten und -tagen. Man sollte ihn an sonnigen Plätzen im Winter ein bisschen schattieren, vor Ostwind und -sonne schützen. Auch ´Pendulus´ bildet viele rote lang haltende Früchte. 

Wir wollen Cotoneaster bullatus nicht vergessen, drei Meter hoch werdend, gelegentlich mehr, jedoch nicht wintergrün, dafür mit vielen lebhaft roten Früchten.


Juli/August

Schnittblume aus dem Garten
Wir holen uns im Sommer nicht Rosen, Gerbera, Nelken oder was sonst Floristen standardgemäß an Schnittblumen anbieten, sondern Blüten aus dem eigenen Garten, wo es hoffentlich blüht im Überfluss und wir uns bedienen nach Herzenslust. Da kommt es nicht auf lange Haltbarkeit an. Wir sind ja die Verwalter des Überflusses. Besonders üppig geht es zu, wenn der vorher übliche reingrüne Rasen in eine bunte Blumenwiese verwandelt wurde, Insekten und allen möglichen anderen Tieren zum Nutzen. 

Da kommt es nicht auf kürzere oder längere Haltbarkeit der verschiedenen Blüten in Vasen oder Schalen an. Wir schneiden möglichst morgens, nachdem Nachtkühle die Pflanzen und Blüten erfrischten. Man sollte sich die kleine Mühe machen, alles Blattgrün, das ins Vasenwasser gelangen würde, von den Stängeln zu zupfen und das Vaseninnere nach jedem Gebrauch gründlich zu säubern, damit sich keine Fäulnisbakterien ansiedeln und die Haltbarkeit verkürzen. Alle paar Tage gibt es einen neuen Strauß, vielleicht für den freundlichen Nachbarn gleich mit.
Wer gezielter vorgehen möchte und dafür ausreichend Platz hat, erfährt bald, wie praktisch ein, zwei Schnittblumenbeete als Teil des Nutzgartens sind. Hier wird gesät und gepflanzt, was sich als Schnittblume mit guter Haltbarkeit auch in der Vase bewährt. An Einjahrsblumen wären das Löwenmäulchen, Astern, Gaillardien, Schöngesicht, Jungfer im Grünen, Rudbeckien, Sonnenblumen, Nelken, Zinnien, Studentenblumen, Ringelblumen, Kornblumen, allerlei Chrysanthemen, Wicken und andere, ergänzt durch Dahlien und Gladiolen. Auf ein Beet für Stauden gehören unbedingt Chrysanthemen, Astilben, Nelken, Feinstrahl, viele Astern für Sommer- und Herbstschnitt, Rudbeckien, Sonnenhüte, Sonnenbraut, Scabiosen, Goldrute, Ehrenpreis. 

Wenn man so auf Nutzbeeten kultiviert, braucht man nicht darauf zu achten, dass nur so viele Blüten geschnitten werden, dass es den Gesamteindruck nicht stört, sondern kann richtig zulangen, unter Umständen bei Stauden sogar stark herunterschneiden, damit die Pflanzen sich von unten erneuern. Staudige Schnittblumenlieferanten haben dann noch den Vorzug, dass man nicht jedes Jahr neu anlegen muss, sondern das Beet viele Jahre Blüten liefert, vor allem wenn man rechtzeitig mit Wasser und Nährstoffen dafür sorgt, dass sie kräftig für Nachschub bleiben.
Wer die Blütenfülle über Sommer und Herbst hinaus bis in den Winter und ins nächste Jahr erhalten will, widme seine Aufmerksamkeit auch jenen Blüten, die man trocknen und so haltbar machen kann. Dazu eignen sich Statizie, Strohblumen, Sonnenflügel, Disteln, Schafgarbe, Immortelle, Ziermais, Karde, Bärenklau, Wilde Möhre, verschiedene Gräser. So ist man das ganze Jahr versorgt mit Blüten aus dem eigenen Garten.


Mai/Juni

Die Bougainvillea gehört zu den Wunderblumengewächsen. Die Pflanze liebt über alles Sonne und Wärme. Ohne ausreichendes Quantum davon geht nichts. Während des sommerlichen Aufenthaltes im Freien braucht sie darum einen möglichst sonnigen, warmen Platz. Deswegen werden Bougainvilleen gern vor Südwänden oder Südmauern platziert, wo die Sonne sie nicht nur von vorne bescheint, sondern ihnen indirekt auch den Rücken wärmt. An solchen Plätzen haben die Pflanzen gewaltigen Durst und bei flottem Wachstum großen Nährstoffbedarf, müssen deswegen im Sommer mitunter sogar zweimal täglich gegossen und etwa alle acht Tage am besten flüssig gedüngt werden. Sollte eine Pflanze mäßig blühen, wurde sie eventuell mit zu reichlichem Gießen und Düngen davon abgehalten. Dann muss man sie eine Weile kürzerhalten.

Bougainvillea glabra wirft je nach Umständen ihre Blätter im Herbst ab oder behält sie teilweise, ist demnach halbimmergrün. Ab Ende September wird sie ziemlich trocken gehalten. Man achte sehr darauf, dass sie im Herbst nicht zu nass steht und zusätzlich frühen Frost aushalten muss. Daher schützt man zum Schluss vor Kälte und Regen.



Wird es endgültig ungemütlich draußen, kommt die Pflanze im Haus an einen kühlen, nur fünf, höchstens acht Grad Celsius warmen, möglichst hellen Platz. Während des Winters wird nur so viel gegossen, dass das Substrat nicht austrocknet, und selbstverständlich nicht gedüngt. Bei Triebbeginn im Nachwinter topft man in frisches, kräftiges, lehmhaltiges Substrat und eventuell größeres Gefäß um, schneidet gegebenenfalls zugleich mehr oder weniger kräftig zurück, damit die Pflanze kompakt bleibt. Während der Wachstumszeit dient rechtzeitiges Kürzen entstehender Langtriebe demselben Ziel. 



Im Garten leben viele Pflanzen ziemlich eng beieinander, oft auf Sichtweite. Enges Nebeneinander geht indes nicht immer gut, denn manche Pflanzen trennen Welten. So geht es Fieberklee und Günsel, Fieberklee als Staude für die Flachwasserzone, Günsel für Randzonen mit frischem Erdreich. Günsel würde im Standort von Fieberklee ertrinken, Fieberklee im Reich von Günsel verdursten. Nur ein paar Zentimeter trennen mitunter die beiden Bezirke voneinander. Gartenbesitzer müssen deswegen möglichst immer wissen: Welche Pflanze pflanze ich wo?  



Fieberklee, (Menyanthes trifoliata) ist im nördlichen Europa und ähnlichen Gebieten beheimatet. Wassertümpel in Mooren oder sonstige Teiche sind sein Revier, wo er die Flachwasser- oder Uferzone mit einer Wassertiefe bis 30 Zentimeter besiedelt. Fieberklee heißt dies Gewächs, weil es medizinisch genutzt werden kann bei fiebrigen Erkältungen und dergleichen, was jedoch inzwischen ziemlich selten geschieht. Als Klee wird er bezeichnet, weil seine Blätter kleeähnlich sind, nur wesentlich größer und fetter. Die Pflanze wurzelt im Teichgrund mit hohlen Stängeln, bildet Grün über dem Wasser, im Juni Blütenähren, die nur etwa 30 Zentimeter hoch werden, also wenig auffällig sind, deren weiße Blüten sich bei genauerem Hinsehen als überraschend reizvolle, gewimperte Schönheiten herausstellen.  

Ganz nah, eben in Sichtweite und schön mit Fieberklee harmonierend, wächst Kriechender Günsel, in diesem Fall Ajuga reptans ´Braunherz´ mit attraktiv glänzenden braunroten Blättern. Aber ein gewisser Abstand muss sein, es wurde schon erwähnt warum. Der Günsel ist eine Pflanze für den äußeren Bereich der bodenfeuchten Randzone, wo die Erde praktisch immer ausreichend frisch, jedoch nicht nass ist. Da gedeiht er gut, deckt mit hübschen Blättern die Erde, auch im Winter, entwickelt zudem im Juni intensiv blaue Blütenstände, die mit den reinweißen des Fieberklees harmonieren. 

Die anspruchslose Staude lässt sich mithilfe der sich bildenden Ausläufer leicht vermehren, da ältere oft schon zumindest Wurzelansätze haben. Jedenfalls sind Fieberklee und Günsel ein eingängiges Beispiel dafür, wie wichtig es ist, auf die Ansprüche von Pflanzen zu achten und sie nach ihren und nicht den eigenen, mitunter entgegengesetzten Wünschen zu verwenden. 


März/April

Man kann Löwenmaul sagen oder Löwenmäulchen zu dieser Pflanze, doch es gibt einen feinen Unterschied. Das Löwenmaul ist eine Sommerblume wie viele, das Löwenmäulchen (Anthirrinum majus) ist was Extras: man hat es gern. Die Verkleinerungsform „chen“ findet sich bei etlichen Pflanzen, zu denen Menschen ein besonderes Verhältnis haben. In die Liga der sehr beliebten Bekannten gehören neben Löwenmäulchen Schneeglöckchen, Maiglöckchen, Marienblümchen, es würden sich sicher noch weitere finden lassen. Das Löwenmäulchen punktet mit interessanten Blüten, die ihr Maul aufreißen, wenn man seitwärst drückt. Einmal in jedem Sommer muss das sein, ein Spiel für Kinder und Erwachsene, sofern sie Kinder blieben.

Das herzliche Verhältnis zu Löwenmäulchen hat aber auch praktische Gründe. Löwenmäulchen blühen bunt und farbkräftig lange von Juli bis Frost, bringen nachhaltig Farbe in den Garten, und man kann sie selbst anziehen. Dazu muss man wissen, dass sich junge Löwenmäulchen zunächst bei kühler Anzucht langsam entwickeln sollen. Man sät deswegen unter Umständen bereits im Februar, gewöhnlich im März, immer unter Schutz, in Schalen mit Anzuchtsubstrat, vorteilhaft eine niedrige und eine hohe Mischung für verschiedenste Zwecke. Löwenmäulchensamen ist fein. Man muss recht dünn säen und deckt nur mit Sand ab. Die günstigste Keimtemperatur beträgt etwa 12 Grad. Hält man gleichmäßig feucht, keimen die Körner nach zwei bis drei Wochen.

Dann genügen acht bis zehn Grad Celsius. Viel Licht und Luft geben den Pflanzen den wünschenswert gedrungenen Wuchs. Sobald sich die Keimlinge fassen lassen, spätestens wenn sie sich gegenseitig berühren, wird pikiert im Abstand von vier mal vier Zentimetern oder gleich mit etwas größerem Abstand oder noch besser in kleine Töpfe, so dass sie nicht noch einmal versetzt werden müssen. Die jungen Pflanzen stehen weiterhin kühl und werden möglichst vormittags gegossen, damit sie bis abends abtrocknen.

Im April oder Mai wird an Ort und Stelle gepflanzt. Löwenmäulchen haben, da sie ursprünglich aus dem westlichen Mittelmeergebiet stammen, einiges für Wärme übrig. Sie lieben sonnige Plätze, kommen mit wenig Wasser aus, leiden jedoch bei großer Trockenheit, wie die meisten Sommerblumen. Hohen Sorten hilft Windschutz, aufrecht zu bleiben. Im Übrigen sind Löwenmäulchen keine Lückenbüßer. Sie brauchen gute, genügend nährstoffreiche Erde. Alle blühen bestens, wenn man die Pflanzen regelmäßig durchputzt und Verblühtes entfernt. Löwenmäulchen können sogar überwintern und blühen im nächsten Jahr wieder, wenn sie an einem etwas geschützten Platz stehen und mit Gartenhäcksel oder ähnlich gemulcht wird. Doch aufgepasst. Überwinterte Pflanzen erkranken besonders leicht an Löwenmaulrost, stehen sie lange zu feucht. Sie bekommen fleckige Blätter und blühen schlecht.


Januar/Februar


 

Die Pfeifenwinde heißt botanisch Aristolochia macrophylla. Wenn ich mit der Pfeifenwinde im eigenen Garten rede, nenne ich sie Blattmadame, denn ihre Blätter sind das Größte. Ein Gespräch wird hin und wieder nötig, wenn Blattmadame zu sehr das macht, was sie am liebsten macht, nämlich Blätter wachsen lassen, riesige Blätter, viele Blätter an langen, schlingenden Armen, mit denen sie umwindet, was passend steht. Passend für Blattmadame ist hier ein Rankgitter aus stabiler Baustahlmatte an der Südseite des Carports. Wozu eine Garage, wenn eine Baustahlmatte und ein Rankgewächs vom Kaliber einer Aristolochia genügen als schützende Seitenwand. Die macht aus heißer Sommersonne ein schattiges Plätzchen fürs Auto und verbirgt es außerdem ein bisschen, denn Autos sind ja an sich keine Augenweide.

Blattmadame verliert allerdings im Herbst ihre Blätter, aber in jedem Frühjahr treibt sie aus und blüht bald danach. Da muss man aufpassen, denn andernfalls könnten einem die Blüten entgehen. Sie sitzen zwischen den jungen Blättern ziemlich versteckt, gern an der der Sonne abgewandten Seite, sind unauffällig gelbgrünbraun gefärbt. Man könnte sie glatt übersehen. 

Das wäre schade, denn sie sind mehrfach interessant. Ihre Form macht ohne Weiteres klar, warum die Pfeifenwinde zu Deutsch Pfeifenwinde heißt. Die Blüten gleichen, mit gekrümmtem Stiel und Pfeifenkopf, akkurat einer Pfeife zu Großvaters Zeiten. In der nordamerikanischen Heimat dieser Schlingpflanze werden die Blüten von Fliegen bestäubt, nachdem sie von deren aasähnlichem Geruch angezogen wurden. Keine Angst: Der Geruch ist minimal, meist für Menschen nicht wahrnehmbar. Auch Fliegen habe ich noch nie beobachtet, keine Früchte, keine Samen. Wozu auch, eine Blattmadame reicht völlig! 

Die macht sich seit Jahrzehnten prächtig. Ich muss oft bremsen, wenn sie aufs Dach das Carports klettern will, was sie leicht könnte, doch wäre das nicht gut, denn Regenwasser soll zügig ablaufen und mit der Zeit würde das Gewicht der Pfeifenwinde recht schwer. Also schneide ich während der Vegetationszeit weg, was zu viel ist, und im Nachwinter vor Austrieb stutze ich auch, mitunter gehörig, sodass alles wieder passt. Selbst starker Schnitt macht der Pflanze nichts aus. Sie wächst ungeniert von Neuem, verschwendet sich in der Bildung neuer schöner, großer, herzförmiger, bis 30 Zentimeter groß werdender Blätter, die sich schuppenförmig übereinanderlegen. 

Um ihr einen Gefallen zu tun, sollte man die Pfeifenwinde wegen der großen Blätter an einen etwas windstilleren Platz setzen, wie ihn auch die benachbarte winterharte Fuchsie gernhat. Vor Nordwind schützt die gegenseitige Bretterwand des Carports, und auch das Haus sorgt für angenehme Umstände. Im Herbst bleibt das Falllaub als Mulch liegen. Gepflanzt wird nach dem Winter vor dem Austrieb.

2020


November/Dezember


 

Im Idealfall bilden Haus und Garten eine Einheit. Das Gegenteil ist: hier Haus, dort Garten, übergangslos gegenübergestellt. In solchem Fall haben Haus und Garten so gut wie nichts miteinander zu tun. Das kann unter Umständen sehr akkurat aussehen, aber auch sehr nüchtern, um nicht zu sagen kühl und abweisend. Ein anderes Bild, ein anderes Gefühl ergibt sich, wenn der Garten mit Pflanzen unmittelbar an das Haus herangeführt wird. 

Es genügt nicht, zum Beispiel eine Rasen- oder Blumenwiesenfläche mit angrenzendem Weg bis zur Hauswand anzulegen. Besser ist es, wenn der Garten allmählich ansteigend auf das Haus zukommt. Weiter entfernt setzt man niedrige Gewächse, dann etwas höhere, staffelt das Ganze, bis zum Schluss ein schon höheres Gehölz den Sockel verdeckt und so das Haus in den Garten einbezieht. Besonders schön machen sich an solchen Stellen eine Zwergmispel mit dem botanischen Namen Cotoneaster horizontalis und der Gelbbunte Spindelstrauch Euonymus fortunei ´Emerald Gold´, so beide in meinem Garten.

Die Zwergmispel wächst fischgrätenartig verzweigt in normalem Stand etwa einen Meter hoch. Pflanzt man sie vor eine Hauswand, legt sie ihre Zweige an die Mauer bis gut zwei Meter hoch, ohne umzufallen, und begrünt so den Haussockel. Im Juni blüht sie mit kleinen, sehr bienenfreundlichen Blüten, im Herbst bereiten viele kleine, kugelrunde rote Früchte Vögeln Freude. Dazu färben sich die im Sommer glänzend grünen Blättchen ebenfalls rötlich. 

Das ist noch nicht alles. Das Gehölz ist frosthart, verträgt Hitze und Trockenheit, Stadtklima und Wind in freier Lage. Es kommt noch etwas Wichtiges hinzu: Sie wächst sowohl in schwach saurem wie in kalkhaltigem Boden, und wo es im Bereich von Gebäudemauern verhältnismäßig trocken ist, verträgt sie auch das. Sollte sie mal über Fensterbrüstungen hinauswachsen, einfach zurückschneiden. Alles in allem: ein Tausendsassa.

Und nun der Gelbbunte Spindelstrauch. Der ist auf seine Weise ebenfalls bemerkenswert. Erstens haben seine Blätter starken reingelben Anteil, sodass sie von Ferne leuchtend gelb wirken. Im Frühjahr, wenn es sonst noch nicht sehr bunt im Garten ist, überzeugen sie als intensiver Farbklecks. 

Auch der Spindelstrauch lehnt sich gern an Mauern an, ist aber weniger standfest, sodass man ihm am besten mit einem quer gespannten dünnen Draht etwas Halt gibt, begrenzt die Höhe auf 150 bis 200 Zentimeter oder ähnlich. Die Triebe zu den Seiten und in der Höhe öfter sanft entspitzen, damit das Ganze kompakt bleibt.

Dieser Spindelstrauch kann Südsonne vertragen und etwas Trockenheit, jedoch keine Dürre und harten Winterfrost. Deswegen ist eine geschützte Westmauer sicherlich besser als exponierte Südlage. Als ganzjähriger Farbträger klasse!