2021


November/Dezember



Die Apfelsorte ´Königlicher Kurzstiel´
Diese sehr alte Apfelsorte wurde schon 1565 in einem Verzeichnis von Bäumen des Lustgartens von Herzog Friedrich I. in Stuttgart als „Carpenduapfel“ aufgeführt. Weitere Namen sind: ´Kurzstieler´, ´Käsapfel´, ´Ringapfel´ und ´Rinkenapfel´. Die Sorte ist in ganz Europa verbreitet. Der Baum wächst schwach und bleibt klein mit aufrechter Krone. Die Triebe verzweigen sich weitgehend von selbst und brauchen nur wenig Unterstützung durch Schnittmaßnahmen. Die späte, robuste Blüte benötigtentsprechend spät blühende Befruchtersorten. Der hohe und nicht ganz regelmäßige Ertrag setzt früh ein. Die Sorte ist unempfindlich und robust gegen die Hauptkrankheiten Schorf, Mehltau und Krebs. Sie hat geringe Anforderungen an den Boden. In witterungsmäßig späten Lagen reifen die Früchte nicht vollständig aus, deshalb empfehlen sich eher warme Bereiche. Die gleichmäßigen Früchte sind mittelgroß und flachrund und fast käselaibförmig. Deshalb werden sie in manchen Regionen auch als „Käsapfel“ bezeichnet. Ihre Schale ist rau, sonnenseits verwaschen rot und gestreift; in der Rötung befinden sich große hellbraune Lentizellen. Der Kelch ist offen, tief und weit eingesenkt. Der Stiel ist kurz, holzig, dick, in tiefer, nicht berosteter Grube. Das Fruchtfleisch ist gelblich, mäßig saftig, sehr würzig und süß. Das Kernhaus ist klein, deshalb besitzt die Sorte eine besondere Eignung als Dörrapfel. Der Apfel kann sehr spät im Oktober gepflückt und bis in den April hinein verzehrt werden. Dieser sehr gute Tafel- und Wirtschafts-, Wein- und Dörrapfel ist eine ausgezeichnete Tafelfrucht für den Selbstversorgergarten. Der relativ schwach wachsende Baum ist problemlos und pflegeleicht. Verwechslungen: mit ´Edelborsdorfer´.


September/Oktober



Der Apfel ´Roter Herbstkalvill´ ist eine sehr alte Sorte unbekannter Herkunft. Exemplare davon standen schon 1565 als ´Echter Rotapfel´ im fürstlichen Lustgarten zu Stuttgart.

Ihre Synonyme sind: ´Braunroter Himbeerapfel´, ´Brautapfel´, ´Edelkönig´, ´Fässleapfel´, ´Französischer Herbstkalvill´, ´Fürstenblut´,´Himbeerapfel´, ´Jungfernapfel´, ´Roter Kardinal´, ´Roter Paradiesapfel´, ´Zehn-Gebote-Apfel´ und andere. 

Die früher in Deutschland und Europa sehr häufige Sorte ist heute eher selten anzutreffen. 

Der Baum entwickelt sich stark mit einer flachrunden Krone. Er ist anfällig für Krankheiten und „Schädlinge“. Er benötigt deshalb entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen. Dabei verlangt er gute, tiefgründige, warme Böden und gleichfalls warme Standorte. Er blüht früh, die
Blüten sind frostempfindlich. Der Fruchtertrag ist selten üppig, dafür aber regelmäßig. Die Früchte sind mittelgroß, breitkegelförmig, stielbauchig und stark gerippt. Die Schale ist glatt, stark fettig, fast vollständig hellkarminrot bis blutrot überzogen. Die Rotfärbung kann bis ins Schwarzrot reichen. Der Kelch ist geschlossen in einer weiten, stark gerippten Einsenkung. Der Stiel ist lang, holzig in weiter, ziemlich tiefer, strahlig berosteter Einsenkung. Das Fruchtfleisch ist weiß, unter der Schale hellrot, stark säuerlich und mit himbeer- bis erdbeerartigem Geschmack und Geruch.

Die Früchte können ab September geerntet werden. Ihre Genussreife beträgt nur acht bis zehn Wochen. Der gepresste Apfelsaft ist hellrot und die gedörrten Ringscheiben sind rosafarbig.

Die nur noch sehr selten anzutreffende Sorte galt in der Vergangenheit durch ihr starkes himbeer- bis erdbeerartiges Aroma und das rote Fruchtfleisch unter der Schale als eine pomologische Besonderheit. Aus diesen beiden Eigenschaften ergaben sich die vielen Synonyme beziehungsweise. Trivialnamen, wie zum Beispiel ´Himbeerapfel´, ´Erdbeere´, ´Fürstenblut´ und andere.


Juli/August



Diese alte Apfelsorte ´Schöner von Nordhausen´ wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Gärtner Kaiser in Nordhausen als Sämling gezogen und 1892 dem Handel übergeben. 

Der Baum wächst mittelstark, seine Leitäste stehen schräg aufrecht und sind später geneigt bis waagerecht. Sie sind gleichmäßig mit Seitenholz besetzt. Seine Krone wird breitkugelig. Um Treiben und Fruchten im Gleichgewicht zu halten, ist ein steter Überwachungs- und Verjüngungsschnitt empfehlenswert.

Die Sorte blüht lange. Sie sind frost- und witterungsunempfindlich. Die Blüten biIden sich an den zweijährigen Langtrieben seitlich und endständig an Kurztrieben.

Die Sorte ´Schöner von Nordhausen´ ist anfällig für Schorf, mäßig empfindlich für Stippe und stark für Druckflecken. Außerdem neigt sie zur Kleinfrüchtigkeit.

Die Früchte sind klein bis mittelgroß, rundlich und flachrundlich. Die Kelchgrube ist flach bis mitteltief mit Falten und flachen, breiten Wülsten. Der Kelch ist groß, halb offen bis geschlossen. Die Stielgrube ist flach bis mitteltief, eben, auch bucklig mit schuppigem graubraunen Rost.

Die Schale ist glatt, etwas fettig und ledrig. Die Grundfarbe ist gelb-grün bis weißgelb und die Deckfarbe hellkarmin, hellpurpur bis rot verwaschen. 

Das Fruchtfleisch ist fast weiß bis gelblich weiß, mittelfest, mittel­feinzellig, süß-säuerlich, schwach aromatisch und wohlschmeckend. 

Die Früchte sind von Mitte bis Ende Oktober pflückreif und können von Januar/Februar bis April frisch verzehrt und für alle häuslichen Verarbeitungsarten sowie Safterzeugung verwendet werden. 

Die Bevorratung kann im häuslichen, kühlen und trockenen Vorratslager ohne zu welken bis April und in besonders klimatisierten Räumen bei plus drei bis vier Grad Celsius sieben bis acht Monate erfolgen. 


Mai/Juni



Diese alte Apfelsorte ´Lord Suffield´ wurde um 1820 im englischen Manchester als Zufallssämling gefunden. Sie ist in ganz Westeuropa verbreitet. 

Der Baum mit seiner hochpyramidalen Krone wächst anfangs kräftig und mit einsetzenden Erträgen etwas schwächer. Er blüht mittelspät und länger anhaltend. Die Sorte ´Lord Suffield´ ist als guter Befruchter (diploid) bekannt. Ihre Erträge sind gut und regelmäßig. Das Holz und die Blüte des Baumes sind frosthart. Er ist wenig krankheitsanfällig, aber etwas mehltaugefährdet. Dabei ist er relativ anspruchslos an Boden und Lage, auf trockenen Standorten allerdings schwachwüchsig und durch seine reiche Fruchtbarkeit früh erschöpft. Die Früchte sind groß bis sehr groß. Das Fruchtfleisch ist weiß, feinzellig, locker, etwas säuerlich und ohne Aroma. Die Fruchtform kann man als hochgebaut und leicht gerippt bezeichnen. Die Frucht verjüngt sich stark zum Kelch. Ihre Schale ist geschmeidig, glänzend, fettend, hellgrün bis sonnenseits mattgelb gefärbt und mit weißen Punkten verziert.

Der Fruchtkelch ist geschlossen, mittelgroß, die Blättchen lang und aufrecht. Die Kelchgrube ist eng, flach und schwach gerippt. Die Stielgrube ist tief, mäßig weit und kaum berostet. Das Kernhaus ist sehr groß und weit offen. Die Wände sind gerissen und mondsichelförmig. Die hellbraunen, kleinen Kerne sind eiförmig und dabei gespitzt. 

Die Frucht ist Anfang September pflückreif und vier Wochen haltbar. 

Wie alle gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland eingeführten Küchenäpfel ist die Sorte ´Lord Suffield´ ein vorzüglicher Back- und Kochapfel. Auch die für Selbstversorger wichtigen alljährlich hohen Erträge bei geringen Pflegeansprüchen des Baumes vereinen sich in dieser Sorte.


März/April



Diese alte Apfelsorte ´Transparent´ wird seit 1869 in der Baumschule Baltet in Frankreich angebaut. Der vollständige Name ist ´Transparent aus Croncels´. Die Synonyme sind´Eisapfel aus Croncels´ und ´Glasapfel aus Croncels´.

Als Elternsorte wird ´Antonowka´ vermutet. Verbreitet ist die Sorte in ganz Europa.

Der früh blühende Baum wächst mittelstark mit kugeliger, locker verzweigter Krone. Er bildet reichlich Fruchtholz und ist ein guter Pollenspender (Diploid). Die Erträge setzen früh ein, sind aber alternierend.

Die Früchte sind groß bis sehr groß. Das Fruchtfleisch ist gelblich weiß, lockerzellig und mildsäuerlich. Die Fruchtform variiert von flach bis hochgebaut, meist jedoch ebenmäßig mit allenfalls flachen Wülsten über den Fruchtseiten. Die Schale ist durchsichtig, hat eine weißgelbe Grundfarbe, eine mit wenig Rosa verwaschene Deckfarbe und bläulich grün durchschimmernde Schalenpunkte mit hellem Hof. Der Kelch ist groß, mit aufrechten, breiten Blättchen. Die Kelchgrube ist weit und mitteltief, am Rand mit flachen Höckern und Falten.

Der Stiel ist dick mit weiter, tiefer und regelmäßig geformter Grube. Das Kernhaus ist mittelgroß und hohlachsig. Die typisch schwarzbraunen Samen sind kurz und breit.

Die Frucht ist Ende August bis Mitte September pflückreif und hält ungefähr vier Wochen.

´Transparent´ ist für alle Erziehungsformen, vom Niederstamm bis zum Hochstamm, geeignet, doch nur in beschränktem Umfang im Hausgarten, da die früh reifenden Früchte zwar sehr gut schmecken, aber sehr druckempfindlich und kaum lagerfähig sind. Die Sorte ist nur für trockene Regionen zu empfehlen, da sie als stark schorfempfindlich gilt.

Verwechslungen mit ´Grahams Jubiläumsapfel´, ´Schöner aus Nordhausen´ und ´Signe Tilisch´.


Januar/Februar

Diese alte Sorte ´Pfaffenhofer Schmelzling´ wurde um 1895 in der Gegend von Ulm als Zufallssämling gefunden; sie ist in Südwestdeutschland als Lokalsorte verbreitet.

Der Baum wächst stark, er bildet große, breitpyramidale Kronen mit dünn hängendem Fruchtholz aus.

Die Sorte blüht mittelfrüh. Sie ist ein sehr guter Pollenspender (diploid). Die hohe klimatische Robustheit von Blüte und Baum ist bemerkenswert.

Der Ertrag des ´Pfaffenhofer Schmelzling´ setzt früh ein, ist regelmäßig und hoch.

Seine Frucht ist klein bis mittelgroß, kugelig bis stumpf kegelförmig mit einer grünlich gelben Grundfarbe bei Reife. Der Kelch ist flach und eng. Die Stielgrube ist mitteltief und nur gering strahlig berostet. Der Stiel ist kurz und dick. Das Fruchtfleisch ist weiß, fest abknackend, saftig, herbsäuerlich und ohne besondere Würze.

Die relativ frühe Reifezeit Anfang September gestattet eine frühe Saftpressung (keltern).

Der ´Pfaffenhofer Schmelzling´ hat eine gewisse Verbreitung dadurch erfahren, dass er früher häufig als Stamm- und Gerüstbildnersorte verwendet wurde. Hochstammanzuchten, bei denen die Kopfveredlungen nicht angewachsen waren, wurden dann von den Baumschulen als Most- und Wirtschaftsapfel für raue Lagen empfohlen.

Auch gegen die Hauptapfelkrankheiten und „Schädlinge“ ist eine sehr hohe Toleranz gegeben. Schorf und Mehltau, aber auch Fruchtfäule und tierische Schaderreger sind bei dieser Sorte nahezu unbekannt. Als Most- und Keltersorte für raue Mittelgebirgslagen kann für diese Sorte auch heute noch eine Empfehlung gegeben werden.

2020


November/Dezember


Der Apfel ´Kaiser Alexander´ ist eine alte ukrainisch-russische Sorte aus dem 17. Jahrhundert. Sie wurde von dem deutschen Arzt und Begründer der Pomologie August Friedrich Adrian Diel als ´Kaiser Alexander von Rußland´ beschrieben. In Russland wird sie ´Aporta Nalivia´ genannt. Die Sorte wurde ab 1830 von Wilhelm Walker, Gärtner an der Königlich-Württembergischen Land- und Forstwirtschaftlichen Lehranstalt in Stuttgart-Hohenheim, vermehrt. Weitere Sortenbezeichnungen sind ´Albert in´, ´Aporta Nalivia´, ´Korallenapfel´ und ´Allerweltsapfel´.


Der Baum wächst kräftig und groß mit einer flachen Krone. Er blüht mittelfrüh und hat eine gute Pollenqualität (diploid).


Der Ertrag setzt früh ein. Die Alternanzneigung, also die Schwankung des Fruchtertrags im zweijährigen Rhythmus, liegt im mittleren Bereich. 


Die Sorte ist frosthart und anspruchslos. Darüber hinaus ist sie widerstandsfähig gegenüber Schorf, Mehltau und Krebs. Dagegen ist die Frucht für den Apfelwickler (Obstmade) und Fäulnis sehr anfällig.


Die Früchte sind sehr groß. Die Form ist insgesamt sehr regelmäßig und breit-kegelförmig abgestumpft. Die Oberfläche ist leicht uneben, mit schwachen breiten Kanten. Die Grundfarbe ist hellgrün, später hellgelb, die Sonnenseite ist punktiert gerötet, dunkelrot gestreift und geflammt. Die Schale ist glatt, etwas fettig, die Lentizellen sind fein und braun. 


Der feine Duft ist deutlich zu riechen. Die Kelchgrube ist mitteltief bis tief, eng, mit feinen Falten oder auch mit schwachen breiten Kanten. Das Kernhaus ist mittelgroß. Die Achse ist geschlossen oder wenig geöffnet. Die Wände sind halbmond-, teils auch ohrenförmig. Das Fruchtfleisch ist weiß, locker, mürbe, saftig und süßweinig.


Der besondere Wert des Tafel- und Wirtschaftsapfels ´Kaiser Alexander´ liegt in seiner hohen Robustheit und Unempfindlichkeit, auch auf schlechten Standorten. Die Frucht wird ab Oktober geerntet und ist bei optimaler Lagerung bis Dezember genießbar. Die großen Früchte eignen sich gut zur Verarbeitung und weniger als Tafelfrucht, da sie leicht faulen. 


Für raue Lagen und Mittelgebirge ist die Sorte ´Kaiser Alexander´ auch heute noch zu empfehlen.


September/Oktober



Der Apfel ´Roter Herbstkalvill´ ist eine sehr alte Sorte unbekannter Herkunft. Exemplare davon standen schon 1565 als ´Echter Rotapfel´ im fürstlichen Lustgarten zu Stuttgart.

Ihre Synonyme sind: ´Braunroter Himbeerapfel´, ´Brautapfel´, ´Edelkönig´, ´Fässleapfel´, ´Französischer Herbstkalvill´, ´Fürstenblut´,´Himbeerapfel´, ´Jungfernapfel´, ´Roter Kardinal´, ´Roter Paradiesapfel´, ´Zehn-Gebote-Apfel´ und andere. 

Die früher in Deutschland und Europa sehr häufige Sorte ist heute eher selten anzutreffen. 

Der Baum entwickelt sich stark mit einer flachrunden Krone. Er ist anfällig für Krankheiten und „Schädlinge“. Er benötigt deshalb entsprechende Pflanzenschutzmaßnahmen. Dabei verlangt er gute, tiefgründige, warme Böden und gleichfalls warme Standorte. Er blüht früh, die Blüten sind frostempfindlich. Der Fruchtertrag ist selten üppig, dafür aber regelmäßig. Die Früchte sind mittelgroß, breitkegelförmig, stielbauchig und stark gerippt. Die Schale ist glatt, stark fettig, fast vollständig hellkarminrot bis blutrot überzogen. Die Rotfärbung kann bis ins Schwarzrot reichen. Der Kelch ist geschlossen in einer weiten, stark gerippten Einsenkung. Der Stiel ist lang, holzig in weiter, ziemlich tiefer, strahlig berosteter Einsenkung. Das Fruchtfleisch ist weiß, unter der Schale hellrot, stark säuerlich und mit himbeer- bis erdbeerartigem Geschmack und Geruch.

Die Früchte können ab September geerntet werden. Ihre Genussreife beträgt nur acht bis zehn Wochen. Der gepresste Apfelsaft ist hellrot und die gedörrten Ringscheiben sind rosafarbig.

Die nur noch sehr selten anzutreffende Sorte galt in der Vergangenheit durch ihr starkes himbeer- bis erdbeerartiges Aroma und das rote Fruchtfleisch unter der Schale als eine pomologische Besonderheit. Aus diesen beiden Eigenschaften ergaben sich die vielen Synonyme beziehungsweise. Trivialnamen, wie zum Beispiel ´Himbeerapfel´, ´Erdbeere´, ´Fürstenblut´ und andere.


Juli/August

Diese alte Sorte wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von Gärtner Kaiser in Nordhausen als Sämling gezogen und 1892 dem Handel übergeben. 

Der Baum wächst mittelstark, seine Leitäste stehen schräg aufrecht und sind später geneigt bis waagerecht. Sie sind gleichmäßig mit Seitenholz besetzt. Seine Krone wird breitkugelig. Um Treiben und Fruchten im Gleichgewicht zu halten, ist ein steter Überwachungs- und Verjüngungsschnitt empfehlenswert. Die Sorte blüht lange. Sie sind frost- und witterungsunempfindlich. Die Blüten biIden sich an den zweijährigen Langtrieben seitlich und endständig an Kurztrieben.

Die Sorte ´Schöner von Nordhausen´ ist anfällig für Schorf, mäßig empfindlich für Stippe und stark für Druckflecken. Außerdem neigt sie zur Kleinfrüchtigkeit.

Die Früchte sind klein bis mittelgroß, rundlich und flachrundlich. Die Kelchgrube ist flach bis mitteltief mit Falten und flachen, breiten Wülsten. Der Kelch ist groß, halb offen bis geschlossen. Die Stielgrube ist flach bis mitteltief, eben, auch bucklig mit schuppigem graubraunen Rost.

Die Schale ist glatt, etwas fettig und ledrig. Die Grundfarbe ist gelb-grün bis weißgelb und die Deckfarbe hellkarmin, hellpurpur bis rot verwaschen. 

Das Fruchtfleisch ist fast weiß bis gelblich weiß, mittelfest, mittel­feinzellig, süß-säuerlich, schwach aromatisch und wohlschmeckend. 

Die Früchte sind von Mitte bis Ende Oktober pflückreif und können von Januar/Februar bis April frisch verzehrt und für alle häuslichen Verarbeitungsarten sowie Safterzeugung verwendet werden. 

Die Bevorratung kann im häuslichen, kühlen und trockenen Vorratslager ohne zu welken bis April und in besonders klimatisierten Räumen bei plus drei bis vier Grad Celsius sieben bis acht Monate erfolgen. 


Mai/Juni

Diese alte Apfelsorte wurde um 1820 im englischen Manchester als Zufallssämling gefunden. Sie ist in ganz Westeuropa verbreitet. 

Der Baum mit seiner hochpyramidalen Krone wächst anfangs kräftig und mit einsetzenden Erträgen etwas schwächer. Er blüht mittelspät und länger anhaltend. Die Sorte ´Lord Suffield´ ist als guter Befruchter (diploid) bekannt. Ihre Erträge sind gut und regelmäßig. Das Holz und die Blüte des Baumes sind frosthart. Er ist wenig krankheitsanfällig, aber etwas mehltaugefährdet. Dabei ist er relativ anspruchslos an Boden und Lage, auf trockenen Standorten allerdings schwachwüchsig und durch seine reiche Fruchtbarkeit früh erschöpft. Die Früchte sind groß bis sehr groß. Das Fruchtfleisch ist weiß, feinzellig, locker, etwas säuerlich und ohne Aroma. Die Fruchtform kann man als hochgebaut und leicht gerippt bezeichnen. Die Frucht verjüngt sich stark zum Kelch. Ihre Schale ist geschmeidig, glänzend, fettend, hellgrün bis sonnenseits mattgelb gefärbt und mit weißen Punkten verziert.

Der Fruchtkelch ist geschlossen, mittelgroß, die Blättchen lang und aufrecht. Die Kelchgrube ist eng, flach und schwach gerippt. Die Stielgrube ist tief, mäßig weit und kaum berostet. Das Kernhaus ist sehr groß und weit offen. Die Wände sind gerissen und mondsichelförmig. Die hellbraunen, kleinen Kerne sind eiförmig und dabei gespitzt. 

Die Frucht ist Anfang September pflückreif und vier Wochen haltbar. 

Wie alle gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland eingeführten Küchenäpfel ist die Sorte ´Lord Suffield´ ein vorzüglicher Back- und Kochapfel. Auch die für Selbstversorger wichtigen alljährlich hohen Erträge bei geringen Pflegeansprüchen des Baumes vereinen sich in dieser Sorte.


März/April

Diese alte Apfelsorte wird seit 1869 in der Baumschule Baltet in Frankreich angebaut. Der vollständige Name ist ´Transparent aus Croncels´. Die Synonyme sind´Eisapfel aus Croncels´ und ´Glasapfel aus Croncels´.

Als Elternsorte wird ´Antonowka´ vermutet. Verbreitet ist die Sorte in ganz Europa.

Der früh blühende Baum wächst mittelstark mit kugeliger, locker verzweigter Krone. Er bildet reichlich Fruchtholz und ist ein guter Pollenspender (Diploid). Die Erträge setzen früh ein, sind aber alternierend.

Die Früchte sind groß bis sehr groß. Das Fruchtfleisch ist gelblich weiß, lockerzellig und mildsäuerlich. Die Fruchtform variiert von flach bis hochgebaut, meist jedoch ebenmäßig mit allenfalls flachen Wülsten über den Fruchtseiten. Die Schale ist durchsichtig, hat eine weißgelbe Grundfarbe, eine mit wenig Rosa verwaschene Deckfarbe und bläulich grün durchschimmernde Schalenpunkte mit hellem Hof. Der Kelch ist groß, mit aufrechten, breiten Blättchen. Die Kelchgrube ist weit und mitteltief, am Rand mit flachen Höckern und Falten. Der Stiel ist dick mit weiter, tiefer und regelmäßig geformter Grube. Das Kernhaus ist mittelgroß und hohlachsig. Die typisch schwarzbraunen Samen sind kurz und breit.

Die Frucht ist Ende August bis Mitte September pflückreif und hält ungefähr vier Wochen.

´Transparent´ ist für alle Erziehungsformen, vom Niederstamm bis zum Hochstamm, geeignet, doch nur in beschränktem Umfang im Hausgarten, da die früh reifenden Früchte zwar sehr gut schmecken, aber sehr druckempfindlich und kaum lagerfähig sind. Die Sorte ist nur für trockene Regionen zu empfehlen, da sie als stark schorfempfindlich gilt.

Verwechslungen mit ´Grahams Jubiläumsapfel´, ´Schöner aus Nordhausen´ und ´Signe Tilisch´.
 


Januar/Februar

Diese alte Sorte wurde um 1895 in der Gegend von Ulm als Zufallssämling gefunden; sie ist in Südwestdeutschland als Lokalsorte verbreitet.

Der Baum wächst stark, er bildet große, breitpyramidale Kronen mit dünn hängendem Fruchtholz aus.

Die Sorte blüht mittelfrüh. Sie ist ein sehr guter Pollenspender (diploid). Die hohe klimatische Robustheit von Blüte und Baum ist bemerkenswert.

Der Ertrag des ´Pfaffenhofer Schmelzling´ setzt früh ein, ist regelmäßig und hoch.

Seine Frucht ist klein bis mittelgroß, kugelig bis stumpf kegelförmig mit einer grünlich gelben Grundfarbe bei Reife. Der Kelch ist flach und eng. Die Stielgrube ist mitteltief und nur gering strahlig berostet. Der Stiel ist kurz und dick. Das Fruchtfleisch ist weiß, fest abknackend, saftig, herbsäuerlich und ohne besondere Würze.

Die relativ frühe Reifezeit Anfang September gestattet eine frühe Saftpressung (keltern).

Der ´Pfaffenhofer Schmelzling´ hat eine gewisse Verbreitung dadurch erfahren, dass er früher häufig als Stamm- und Gerüstbildnersorte verwendet wurde. Hochstammanzuchten, bei denen die Kopfveredlungen nicht angewachsen waren, wurden dann von den Baumschulen als Most- und Wirtschaftsapfel für raue Lagen empfohlen.

Auch gegen die Hauptapfelkrankheiten und „Schädlinge“ ist eine sehr hohe Toleranz gegeben. Schorf und Mehltau, aber auch Fruchtfäule und tierische Schaderreger sind bei dieser Sorte nahezu unbekannt. Als Most- und Keltersorte für raue Mittelgebirgslagen kann für diese Sorte auch heute noch eine Empfehlung gegeben werden.