Was ist jetzt zu tun

08.06.2018 00:00 | Was ist jetzt zu tun

 

für Juni und Juli...

im Gemüse-, Kräuter- und Obstgarten?

 
Juni...
Im Gemüsegarten wird fleißig gesät: Sommerradieschen, Herbstrettich, Buschbohnen, noch einmal Möhren, ferner Steckrüben, Fenchel, Zuckerhutzichorie. Man pflanzt vorgezogene Gurken, Kürbisse, Zucchini, außerdem Kopfsalat, Kohlrabi, Sellerie, Porree, Rosenkohl und Grünkohl.
Diesen Saaten und Pflanzungen gingen gewöhnlich Vorkulturen voraus. Deswegen ist der Gehalt an Nährstoffen zu ergänzen. Saaten und frisch Gepflanztes feucht halten.
Zu dicht stehende Pflanzen aus früheren Saaten wie Rote Bete, Mangold, Rettich, Möhren unbedingt vereinzeln, weil sich andernfalls vor allem Möhren nicht optimal entwickeln. Bohnen, Kartoffeln, Erbsen anhäufeln. Bei kühler Schafskälte Anfang Juni Tomaten, Gurken, Zucchini und dergleichen ausreichend schützen. Gurken an schräg gestellten Gittern ranken lassen, Tomatenpflanzen entgeizen und anbinden.  
Im Obstgarten geht das Ernten richtig los. Zu Erdbeeren kommen Kirschen. Hierzu merke: Vögel bevorzugen rote Kirschen, gelbfrüchtige ignorieren sie meist. Wer Bäume der Sorte ‘Dönissens Gelbe‘ pflanzte, kann hoffen, dass die Vögel nicht alles wegfressen. 
Nach und nach reifen frühe Sorten von Stachel- und Johannisbeeren. Es wird Zeit, herbsttragende Himbeeren arbeitssparend mit waagerecht angebrachtem Wildzaun zu stützen. 
Wein- und Kiwispaliere müssen mit Schnitt der jungen Triebe gebändigt werden. Weinstöcke beginnen zu blühen, blühende Triebe sollten nach dem ersten, höchstens zweiten Blütenansatz entspitzt werden.
Spätestens bis zum 20. Juni ist Gelegenheit, zu starken Fruchtansatz bei Äpfeln und Birnen, Pfirsichen, eventuell auch großfrüchtigen Pflaumen auszudünnen, damit qualitativ einwandfreie Früchte wachsen und unerwünschter Ertragswechsel besonders bei Äpfeln und Birnen unterbleibt. Die Bildung ausreichend vieler Blütenknospenanlagen fürs nächste Jahr unterstützt eine Düngung Ende Juni mit auch den Boden verbessernden Kompost, danach gründlich wässern. Anfang Juni beginnt der Grünschnitt bei Kernobst-Spindelbüschen und Spalierformen. Die diesjährigen Triebe werden auf vier bis fünf (schwachwüchsige) beziehungsweise sechs bis sieben (starkwüchsige Sorten) Blätter zurückgeschnitten. 
Erdbeeren befreit man schon während der Ernte von überflüssigen Ausläufern und wässert bei Trockenheit.
 
Juli...
Dieser Monat ist Beerenmonat – Zum zweiten Mal in diesem Jahr wird im Gemüsegarten mancherlei gesät, so Radicchio zur Herbsternte bis Mitte Juli, Reihenabstand 25 Zentimeter, vereinzeln auf 10 bis 15 Zentimeter in der Reihe. Termin für Zichoriensalat (Fleischkraut) bis 20. Juli, Reihenabstand 30 Zentimeter, in der Reihe 20 bis 25 Zentimeter. Termin für Chinakohl erste Saat 10. Juli, zweite Saat Ende Juli, Reihenabstand 30 bis 40 Zentimeter, verziehen auf 30 Zentimeter in der Reihe. Termin für Chinesischen Senfkohl (Pak Choi) von Juli bis Anfang August, Reihenabstand 30 Zentimeter, in der Reihe verziehen auf 25 Zentimeter. Saat von Knollenfenchel bis spätestens Mitte Juli, Abstand der Reihen und nach dem Vereinzeln in den Reihen 30 Zentimeter.
Man sät ferner noch einmal Buschbohnen und Möhren, zu wiederholten Malen Radieschen und Rettich, Pflücksalat, Kopfsalat, Kohlrabi. Man pflanzt Kopfsalat, Endivien, Kohlrabi, schnell noch Grünkohl und Steckrüben, hat zu tun mit den notwendigen Pflegearbeiten wie Hacken, Wässern, Düngen, Entgeizen von Tomaten. Man erntet diverse Küchenkräuter für den Wintervorrat, trocknet, friert ein, konserviert in Essig oder Öl.
Juli ist ein richtiger Beerenmonat. Späte Erdbeeren reifen zusammen mit Stachelbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, ersten Brombeeren und Heidelbeeren. Steinobst hält kräftig mit. Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche, Mirabellen sind reif. Ende des Monats sind die frühesten Kernobstsorten dran. Für die nachfolgenden Sorten mit Wartezeit zwischen Pflück- und Genussreife ist ein geeigneter Lagerraum herzurichten. Er soll kühl und gut zu lüften sein. 
Damit es im nächsten Jahr wieder viele köstliche Erdbeeren gibt, entrankt man schon während der Ernte, düngt sofort nach Ernteende, lockert die Erde zwischen den Reihen, zieht eventuell mit Ausläufern Nachwuchs für ein neues Beet. Verschiedene Schnittmaßnahmen sind fällig, an Spindelbüschen und Spalieren von Kernobst Sommerschnitt (pinzieren). In den Himbeerreihen begrenzt man die Zahl der nachwachsenden jungen Ruten auf fünf bis sechs kräftige Ruten je laufende Meter. 
Geize in den Blattachseln junger Brombeertriebe werden auf ein Blatt zurückgeschnitten und tragende Triebe von Weinreben ans Spalier geheftet. Falls noch nicht geschehen, Triebe mit Fruchtansätzen auf zwei bis vier Blatt über diesen kürzen, nachwachsende Triebe ebenfalls kürzen, Geize in Blattachseln auf ein Blatt zurückschneiden. Abgeerntete Beerenobststräucher möglichst bald auslichten. Wichtig sind vorbeugende Maßnahmen gegen den Apfelwickler (Obstmade) mit dem Anbringen von Fanggürteln, Aufsammeln von Fallobst. Nicht vergessen, eventuell im Frühjahr frisch gepflanzte Obstgehölze bei Trockenheit zu gießen und die Baumscheibe zu mulchen.
 
 
 

bei Zierpflanzen in Haus und Garten?

Juni...
Der Johannistag am 24. Juni ist zweifellos ein besonderer Tag. Erstens ist er der längste Tag des Jahres, zweitens schließt sich an die kürzeste Nacht des Jahres. Es ist, kurz gesagt: Zeitenwende, jedenfalls in der Natur und also auch im Garten. Das nächste Jahr meldet sich an, muss intensiv vorbereitet werden mit der Aussaat von Stiefmütterchen, Tausendschön, Vergissmeinnicht, Goldlack und anderen frühjahrsblühenden Zweijahrsblühern, geht weiter mit der Aussaat sommerblühender Arten wie Fingerhut, Königskerzen und dergleichen. Man braucht dafür nicht unbedingt besondere Vorrichtungen wie Frühbeet oder gar Kleingewächshaus, ein gut mit Humus versorgtes Anzuchtbeet reicht. Ferner ist günstige Zeit zur Saat von Stauden, die echt aus Samen fallen, und zur Vermehrung von Stauden, besonders Polsterstauden, aus Stecklingen. Dazu braucht man allerdings ein Frühbeet oder bei kleineren Mengen ein Vermehrungsbeet, denn Stecklinge wurzeln gut und zügig nur bei hoher Luftfeuchtigkeit (gespannte Luft) und genügender Wärme (warmer Fuß). Das gilt auch für Rosenstecklinge. In der ersten Monatshälfte ist noch Gelegenheit, Wasserpflanzen zu setzen, weil sich nun nach der Luft auch das Wasser angenehm erwärmte. Der Johannistag erinnert ebenfalls daran, dass laubabwerfende Hecken zum ersten Mal geschnitten werden müssen, nachdem in der Hecke nistende Vögel ihre Brut aufgezogen haben. Nur Strauch- und Wildrosen, bei denen man Fruchtansatz erwartet, werden nicht geschnitten. Rosen sollten nicht später als Ende Juni gedüngt werden. 

Juli...
Wasser sammeln ist Pflicht. Wir möchten den Sommermonat Juli gern warm und trocken. Pflanzen haben größtenteils auch nichts dagegen, doch immerhin brauchen sie genügend Wasser, damit sie sich wohlfühlen und sich gut entwickeln.  Je mehr Wasser aus Regenrinnen in Fässern oder Tonnen landet, desto besser. Und dann verteilt man dieses Nass nicht wahllos über alles, sondern bedient gezielt besonders wasserbedürftige Pflanzen, zum Beispiel Phlox, Sonnenbraut und ähnliche, auch junge Pflanzen wie die Saaten von Zweijahrsblumen. Außerdem wird überall wo möglich gemulcht, zwischen niedrigen und hohen Stauden, Rosen, Blütensträuchern, damit das Wasser im Boden bleibt und nicht ungenutzt verdunstet. Rasengräser wachsen bei Trockenheit langsamer, werden deswegen seltener und weniger tief geschnitten als sonst.  
Wenn das Wetter es zulässt, es also nicht gar zu trocken ist, kann man etliche Stauden für den Frühjahrsflor pflanzen oder bereits genügend erstarkte Zweijahrsblumen.
Schwertlilien macht Pflanzung bei Sommerwetter kaum was aus. Sie haben nach der Blüte kurze Ruhezeit, stecken daher ein bisschen Trockenheit gut weg. Das wird genutzt, um Schwertlilien, die nicht mehr ganz so reich blühen wie zuvor, aufzunehmen, alte Rhizome zu entfernen und Teilstücke mit jungen, prallen Rhizomen an anderer zusagender Stelle zu pflanzen, und zwar mehr waagerecht als senkrecht. Man gießt einmal kräftig an, dann nicht mehr. 
Auch die Pflanzung herbstblühender Blumenzwiebel und -knollen ist witterungsunabhängig. Sie sollte möglichst vor Ende Juli erfolgen. Das betrifft Herbstzeitlose, Sternbergie, herbstblühende Krokusse, letztere in möglichst großer Zahl: Crocus speciosus, Crocus sativus, Crocus zonatus. Alle brauchen sonnige, warme Plätze und durchlässigen Boden. Staudenfans nutzen die Sommermonate zur Vermehrung von Stauden durch Stecklinge. Auch Kletter- und Zwergrosen lassen sich durch Stecklinge vermehren. 
Das Entfernen von Verblühtem wird fortgesetzt, wo es sinnvoll ist. Manche Stauden blühen nach Rückschnitt ein zweites Mal. Hoch werdende Stauden werden gestützt, bevor sie umkippen oder auseinander fallen.
 

im Obstgarten?

 
Juni...
Bei Apfel und Birne entstehen fast aus jeder Blütenknospe fünf bis sieben Einzelblüten. Wenn diese Blüten befruchtet werden, entstehen daraus Früchte, die gegeneinander in NährstoffKonkurrenz treten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nach der Periode der Zellteilung die Periode der Zellstreckung in den Früchten folgt und in dieser letzten Periode entscheidet die Zufuhr von Kohlenhydraten über das Wachstum der Früchte.
Diejenige, die zu dem Nährstoff (Assimilate-)strom am günstigsten steht, wächst am stärksten und wird am größten, während die anderen zurückbleiben oder gar abgestoßen werden. Hierbei ist noch zu beachten, dass die einzelnen Frucht tragenden Zweige, also das Fruchtholz, bezüglich der Versorgung mit Kohlenhydraten, Selbstversorger sind, also von den Assimilaten der Blätter desselben Zweiges versorgt wird. Eine Zufuhr von Kohlenhydraten von anderen Zweigen, Trieben oder gar Kronenteilen erfolgt damit nicht.
Diese Entwicklung kann man von vornherein steuern, indem man die zu zahlreichen Fruchtstände vereinzelt, das heißt ein ausdünnen des Behanges vor nimmt. Entweder werden aus den einzelnen Fruchtständen die überzähligen Früchte entfernt, oder man entfernt ganze Fruchtstände, so dass zwischen den einzelnen ein Abstand von mindestens 15 bis 20 Zentimetern entsteht. Das Ausdünnen beginnt nach dem Junifall (24. Juni – Johannistag), also bis zur Zeit, in der sich der Baum des Fruchtüberschusses von selbst entledigt hat.   Befindet sich der Blüten- bzw. Fruchtstand am älteren Fruchtholz, z. B. an drei- bis sechsjährigen Trieben, so hat letzterer in der Regel ein kleines Laub, das meistens noch nur ungenügend Licht bekommt. Dadurch ist die Produkion der Assimilate dieser Blattfläche ungenügend und die Früchte werden mangelhaft versorgt. In solchen Fällen, wenn man nicht schon beim Schnitt für die Beseitigung des alten Fruchtholzes gesorgt hat, sollte man nach dem Junifall, spätestens drei Wochen nach der Vollblüte, also meistens ab Mitte Juni, mit dem Fruchtausdünnen beginnen, das heißt, diejenigen unterentwickelten kleinen Früchtchen am besten mit der Schere herausschneiden, damit die verbleibenden Früchte ausreichend mit Kohlenhydraten versorgt werden  Meistens beläßt man dann nur eine Frucht pro Fruchtstand, in seltenen Fällen zwei bis drei, was natürlich von der Sorte wie vom Standort der Fruchtstände in der Krone abhängig ist. Zunächst wird man aber abwarten, ob die Eisheiligen nachteilige Folgen an den Blüten hinterlassenhaben.
 
Juli...
In den letzten Jahren bekomme ich zunehmend mehr Beratungsanfragen zum Thema unbefriedigende Haltbarkeit (Fleischbräune und Stippe) bei Kernobst. Hierbei handelt es sich nicht um Krankheuten, sondern um physiologische Störungen, die schon am Baum sichtbar auftreten können oder erst bei der Lagerung. Man bezeichnet solche Stoffwechselstörungen der Früchte auch als nicht parasitäre Krankheiten. Auftreten und Stärke der Symptome schwanken in Abhängigkeit von Sorte, Witterung und Standort. Ursachen hierfür können sein:
 
– Ungünstige Wachstums- und Wetterbedingungen sein. Hierbei kommt es zu Störungen der Kalziumaufnahme.
– Reifezeit und Erntetermin: Die Wahrscheinlichkeit von Stippe, Schalen-und Kernhausbräune ist bei einer zu frühen Ernte deutlich höher, bei zu später Ernte ist vermehrt mit Glasigkeit, Fleisch- und Altersschalenbräune zu rechnen.
– Ungünstige Lagerbedingungen: Beim Kernobst unterscheidet man folgende physiologische Erkrankungen. 
 
Schalenbräune: Hier weist die äußere Schicht der Schale flächig Verbräunungen auf, das Fruchtfleisch bleibt unbeschädigt. Die Symptome treten meist erst im Verlauf der Lagerung auf, sie haben aber keinen negativen Einfluß auf den Geschmack.
Fleischbräune: Das Fruchtgewebe wird stellenweise hell- bis dunkelbraun. 
Stippigkeit: Unter der Schale erscheinen eingesunkene, dunkelbraune Flecken. Hierbei handelt es sich um abgestorbene und eingetrocknete Gewebepartien des Fruchtfleisches, verursacht durch Kalziummangel. Eine besondere Form der Stippigkeit sind die Lentizellenflecken (Lentizellenstippe). Anfällig sind besonders ´Gravensteiner´, ´Cox Orange Renette´, ´Boskoop´, ´Jonagold´ und ´Topaz´. 
Glasigkeit: Schon lange vor der Ernte erscheinen glasige Stellen im Fruchtfleisch. Dabei sind die Zellzwischenräume nicht wie bei normalen Früchten mit Luft, sondern mit süßem Zellsaft gefüllt. Manchmal bilden sich diese Symptome während der Lagerung zurück, in ungünstigen Fällen kann sich daraus aber auch eine Fleischbäune entwickeln. Glasigkeit gilt in Deutschland als Mangel, und Partien mit glasigen Früchten werden reklamiert. Ganz anders ist das aber beispielsweise in Japan: dort gelten glasige ´Fuji´ als eine Delikatesse und erzielen die höchsten Preise! Anfällig sind ´Cox Orange Renette´, ´Gloster 69´ und besonders ´Fuji´.
 
Zur Befallsminderung tragen bei: 
 
1. Verzicht auf stippenanfällige Sorten. 
2. Angepasster Fruchtbehang, das bedeutet in erster Linie eine gute Handausdünnung. 
3. Gleichmäßige Wasser- und NährstoffVersorgung währen der Saison.
4. Rechtzeitige Ernte: nicht zu früh und nicht zu spät. 
5. Sehr wirksam ist auch eine gute Kalziumversorgung. Die braunen Flecken sind Orte von starkem Kalziummangel, deshalb muß dieser Nährstoff in Form von Blattspritzungen direkt auf die Früchte aufgebracht werden (Früchte sollen Walnußgröße haben).
 
Bei empfindlichen Sorten oder wo im letzten Jahr die Stippe aufgetreten ist, Können ab jetzt bis zur Ernte mehrere Spritzungen im Abstand von 10 bis 14 Tage mit Kaliumpräparaten durchgeführt werden.
 

 

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