Was ist jetzt zu tun

23.05.2017 00:00 | Was ist jetzt zu tun

 

für März und April...

im Gemüse-, Kräuter- und Obstgarten?

In den letzten Jahren fehlte es im Frühjahr an ausreichend Feuchtigkeit. Wer sich dann auf die Lebenskraft der Samen verlässt und nicht gießt, macht schlechte Erfahrungen. Ist es trocken, keimt kein Samen, höchstens verzögert. Man muss also bei entsprechender Witterung gießen. Außerdem tut man alles, um vorhandene Bodenfeuchtigkeit zu erhalten: 1. Beete mit Saaten oder Pflanzungen mit Vlies abdecken, 2. unbedeckten Boden mulchen, 3. nach jedem Niederschlag vorsichtig hacken, um die Kapillare zu zerstören, so dass möglichst wenig Wasser ungenutzt verdunstet.
Das kann im März gesät werden: Möhren, Palerbsen, Dicke Bohnen, Schwarzwurzeln, Pastinaken, Zwiebeln, Schnitt- und Pflücksalat, Kresse, Radieschen, Spinat, Melde, Stielmus und Rübstiel, Speiserüben, Petersilie, Borretsch. In warmen Lagen steckt man Steckzwiebeln, Schalotten, Knoblauchzehen Anfang des Monats, sonst entsprechend später. 
Auch gepflanzt wird, nämlich ausdauernde Würz- und Heilpflanzen wie Salbei, Pfefferminz, Schnittlauch, Zitronenmelisse und andere. Im Frühbeet wachsen Schnittsalat, Kresse, Stielmus, Radieschen, Kopfsalat, Kohlrabi und sorgen für die ersten Ernten im neuen Gartenjahr. Im Kleingewächshaus erfolgt die Anzucht von Tomaten, Sellerie, Paprika und anderen Gemüsearten mit langer Vorkultur.
Im März ist der Garten zweigeteilt. Im Obstgarten muss sich ranhalten, wer noch Beerenobststräucher und Pfirsichbäume pflanzen will, denn die treiben schon mit Macht, blühen teilweise schon, so Pfirsiche in günstigen, warmen Lagen an geschützten Plätzen. Sofort nach Pflanzung dieser Obstarten ist jene von Kirschen und Kernobst dran. Mit der Pflanzung von Wein und Kiwi kann man sich bis Ende April/Mai Zeit lassen.
Bei der Pflanzung von Obstbäumen müssen die Veredlungsstellen zwischen Unterlagen und Edelsorten etwa handbreit über dem Boden bleiben. Außerdem sind die Triebe aller frisch gepflanzten Obstgehölze vorschriftsmäßig zurückzuschneiden, nach der Pflanzung ist kräftig zu gießen, im Bereich der Wurzelscheiben zu mulchen. Starkwachsende Bäume brauchen anfangs stützende Pfähle, schwachwachsende wegen geringer Standfestigkeit zeitlebens. Pflanzen, die vor Kälte bibbern, hängen immer hinterher. Deswegen werden alle Gemüsesaaten und jungen Gemüsepflanzen grundsätzlich vor ungünstiger nass-kalter Witterung mit Folien, Folientunneln, Vlies geschützt. Im absolut verlässlichen Schutz von Frühbeet oder Kleingewächshaus erfolgt Anzucht von Tomaten, Sellerie, Neuseeländer Spinat, Paprika, Gurken, Zucchini, also von Gemüsearten, die viel Wärme brauchen.
  Jetzt folgen Mangold, Rote Bete, Markerbsen, Fenchel, weitere Saaten von Pflücksalat, Radieschen, Rettich. 
Gepflanzt wird auch, möglichst unter denselben Voraussetzungen, und zwar Kopfsalat, Kohlrabi, früher Kopfkohl, Brokkoli, Blumenkohl, vorgetriebene Dicke Bohnen. 
Vorgekeimte Kartoffeln soll man unbedingt erst pflanzen, wenn die Erde wirklich warm genug ist. 
Hat man bei ungünstiger Witterung im März noch keine Steckzwiebeln, Schalotten und Knoblauchzehen gesteckt, holt man dies jetzt nach.
Man vervollständigt das Kräutergärtchen, pflanzt zu diesem Zweck Liebstöckel, Staudenmajoran, Bergbohnenkraut, Thymian, Estragon, Salbei, Schnittlauch, sät Borretsch, Petersilie, Dill. Der April gibt Gelegenheit zur Korrektur an Obstbäumen. Zu steil stehende Triebe von Apfel- oder Birnbäumen mit geringer Neigung zur Bildung von Blütenknospen werden mehr in die Waagerechte gebracht, indem man sie abspreizt oder herunterbindet. In Vorschau auf die bald beginnende Obstblüte achte man auf Anzeichen von Feuerbrand vor allem an Birnen, von Spitzendürre bei Kirschen, Pfirsichen und Aprikosen, unabhängig von Blüten bei Pfirsich auf Kräuselkrankheit.
 
 

bei Zierpflanzen in Haus und Garten?

Jetzt kann man noch laubabwerfende Ziersträucher und -bäume pflanzen. Für die wird es jetzt sogar   Zeit, je wärmer es ist desto mehr. Alles wird sorgfältig vorbereitet mit Ausheben der Pflanzgruben, dem Verbessern der Pflanzerde, Einschlägen von Haltepfählen, wo nötig. Und gut angießen und bei trockener Witterung weiter feucht halten!
Auch Rosen können gepflanzt werden. An Trieben von bereits vorhandenen Rosen schwellen die Knospen. An einem Tag mit bedecktem Himmel, besser noch leichtem Regen, wird der Oberflächenschutz von Trieben entfernt und abgehäufelt. Dann erfolgt der Rückschnitt, von kräftigen Trieben weniger stark, von weniger kräftigen stark, damit letztere durch den starken Rückschnitt wieder mehr in Schwung kommen.  
Trocknete die Erde bei günstiger Witterung schon genügend ab, steht Pflanzung von sommer- und herbstblühenden Staudenarten auf dem Programm.  
Die Erde zwischen den Pflanzen ist vorsichtig zu lockern. Guter, reifer Kompost führt Humus und soviele Nährstoffe zu, dass es für die meisten Stauden reicht. Starkwüchsige Beet- oder Prachtstauden brauchen allerdings mehr.  
Die Anzucht von Sommerblumen mit Vorkultur im Kleingewächshaus oder Frühbeet beginnt. An warmen, sonnigen Plätzen kann man widerstandsfähige Sommerblumen säen wie Ringelblume, Schlafmützchen, Jungfer im Grünen und dergleichen. Man sät dünn und verzieht später auf genügend Abstand von Pflanze zu Pflanze.
Für immergrüne Gehölze beginnt die Pflanzzeit. Pflanzzeit ist ebenso für Blütenstauden mit Sommer- und Herbstflor, Farne und staudige Ziergräser.  
Vor allem sommer- und herbstblühende Prachtstauden wie Rittersporn, Phlox, Sonnenhut und dergleichen müssen mit gesiebter Komposterde versorgt werden.
Den Stauden im Steingarten ist eine Mischung aus Kompost mit scharfem Flusssand lieber. 
Sommerblühende Zweijahrsblumen wie Fingerhut, Königskerzen, Bartnelken müssen nun baldmöglichst an die für sie vorgesehenen Stellen gesetzt werden.  
Viele einjährige Sommerblüher werden gesät. 
Inzwischen ist es schon ein bisschen wärmer geworden, so dass man widerstandsfähigere Arten gut direkt an Ort und Stelle säen kann, was eine Menge Arbeit mit Pikieren, Umtopfen und dergleichen erspart. Wichtig ist allerdings bei Saat an Ort und Stelle, dass man bald nach dem Keimen unbedingt weit genug vereinzelt. Eine Vorkultur unter Glas im Frühbeet oder Kleingewächshaus behält man empfindlicheren Arten vor. 
Frühbeet oder Kleingewächshaus dienen ferner zur Anzucht von Stauden aus Samen und zur Weiterkultur der im Dezember gesäten Kaltkeimer. Der Saat folgt zu gegebener Zeit Pikieren oder gleich Eintopfen. Dahlien, Canna, Knollenbegonien wurden bereits zum Antreiben eingetopft.  
 
 

im Obstgarten?

Warum müssen unsere Obstbäume geschnitten werden ?
 
Zu dieser oft gestellten Frage ein paar grundsätzliche Antworten:
 
1. Unsere Obstbäume sind keine Wildpflanzen, sondern Kulturpflanzen, bestehend aus der Unterlage (Wurzel) und der Edelsorte (Ausnahmen sind die kernechten Pfirsichsorten).
2. Wenn wir diese Kultupflanzen (Obstbäume) sich selbst überlassen, vergreisen (Altersphase) diese zu schnell. Der Fachmann sagt: „Sie geraten aus dem physiologischen Gleichgewicht.
3. Wir unterscheiden bei unseren Obstbäumen Vegetatives Wachstum (Holztrieb- und Blattbildung) und generatives Wachstum (Fruchttrieb-, Blüten-, Früchte- und Samenbildung). Nur wenn beides in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander vorhanden ist, können wir von einem Gleichgewicht sprechen. Nur durch die laufende Verjüngung der Holz- und Fruchttriebe an den Haupt leitästen wird dieses Gleichgewicht herbeigeführt.
Ein naturgemäßer Obstbaumschnitt soll den Jungbaum möglichst bald in das physiologische Gleichgewicht bringen und den Obstbaum so lange wie möglich in diesem Gleichgewicht halten.
 
Auslichtungsschnitt
Beim Auslichtungsschnitt werden alle Fruchtzweige, die zu alt, zu steil und zu dicht oder zu viel sind, an der Basis eines Hauptleitastes weggeschnitten (Wegschnitt, kein Rückschnitt).
Man muß vor allem darauf achten, dass auch im Inneren eines Baumes eine ausreichende Belichtung vorhanden ist. Auch die unteren Kronenpartien sollten immer soviel Licht bekommen, dass sie Triebe, Blätter und Früchte bilden können und nicht durch Lichtmangel verkahlen. Man erntet ja die Früchte immer lieber und leichter im unteren Teil der Krone und sollte deshalb jedes Jahr konsequent dafür sorgen, dass die untere Kronenhälfte nicht von den oberen Kronenteilen zu stark beschattet wird. Deshalb muß immer die obere Kronenzone, wenn sie zu stark geworden ist, stärker zurückgeschnitten werden. Das erreicht man durch Ableiten der Hauptleitäste auf waagrechte Fruchtzweige.
Besonders wichtig ist der Auslichtungsschnitt bei Sauerkirschen und Pfirsichen, die ungeschnitten schnell vergreisen. Die Kirschsorte ´Schattenmorelle´ trägt ihre Früchte nur am vorjährigen oder einjährigen Fruchtzweig.
Bei den Pfirsichen unterscheiden wir Blattknospen, unwahre Fruchtknospen, wahre Fruchtknospen und Bukettknospen. Aber nur die einjährigen Fruchtzweige mit wahren Fruchtknospen bringen Früchte.
Süßkirschen tragen ab dem zweijährigen und älteren Fruchtholz. Sie sollten nur nach einer Vollernte, und zwar im Sommer nach der Ernte, geschnitten werden. Der Sinn und Zweck dieser Maßnahme ist, dass die Schnittwunden schneller heilen, damit es nicht zu dem gefürchteten Gummifluß kommt. Das gleiche gilt für Walnußbäume, die aber nur in dringenden Fällen ausgelichtet werden sollen.
 
Pflanzenschutz
Auch die ersten „Schädlinge“ sind schon unterwegs. Ausgerüstet mit einer Lupe können wir beim Spaziergang im Garten schon die ersten ihrer Art beobachten. Die Kenntnis der wichtigsten obstbaulichen Schaderreger und ihrer Lebensweise ist sowohl zum Verständnis vieler Symptome als auch für das rechtzeitig Einleiten der Gegenmaßnahmen unabdingbar. Viele Schäden, die wir erst in einigen Wochen an den Obstgehölzen feststellen können, werden nämlich häufig schon jetzt verursacht.
Zwischen den gerade aufbrechenden Blütenknospen sitzen die braunen Mütter der Kleinen Pflaumenlaus (Brachycaudus helichrysi). Sie schlüpfen bereits im Verlauf des Winters und gebären nun in großer Zahl grün gefärbte Jungläuse, deren Saugtätigkeit zu auffälligen Verkräuselungen der Blätter führt. Der Schaden wird erst nach der Blüte sichtbar, zu einem Zeitpunkt, zu dem die Läuse auf der kranken Pflanze abwandern. Sie kehren dann im Herbst wieder auf die Pflaume zurück. Diese Laus ist auch als Überträger der Scharka-Krankheit gefürchtet.
Ebenfalls bereits ab Knospenaufbruch ist der Apfelblütenstecher (Anthonomus pomorum) aktiv. Der etwa vier Millimeter große Rüsselkäfer mit dem V-Zeichen auf dem Rücken, belegt etwa Mitte bis Ende März die noch grünen Blütenknospen mit einem Ei. Die schlüpfenden Larven fressen im Inneren der Blüte, die sich dann zur Blütezeit nicht mehr entwickeln kann. Innerhalb der vertrockneten Blütenblätter findet man dann die gelbliche Käferlarve. Das Auftreten des Käfers kann festgestellt werden, indem man die Blüten des Apfelbaums abklopft und die herunterfallenden Käfer mir einem Behälter auffängt. 
 
Kahle Obstbaumstämme kerben 
Was versteht der Obstbau-Fachmensch unter dem Begriff „kerben“? Also: Obstbaumkronen haben oft ungleich starke Seitenäste, längere Stammabschnitte ohne Seitenäste oder zu viele Seitenäste, die an einem Astquirl ansetzten. Ein Zuviel an Ästen läßt sich leicht über den Baumschnitt korrigieren, wenn Stämme dagegen zu wenig Äste für einen gleichmäßigen Kronenaufbau besitzen, kann man ein Jahr nach der Pflanzung beginnen zu kerben. Der richtige Zeitpunkt dafür ist Anfang März, wenn die Knospen schwellen und an einigen Stellen schon etwas Grün zwischen den Knospenschuppen erscheint. 
An jüngerem (meist ein- bis dreijährigem) Holz werden an den Stammabschnitten, an denen zusätzliche Äste entstehen sollen, die Kerbschnitte gesetzt. Oberhalb einer Knospe wird ein kleines Rindenstück herausgetrennt. Dies kann klassisch mit einem Kerbschnitt erfolgen oder auch mit einem dicken Sägeblatt einer Taschen- oder Baumsäge. Je nach Stammstärke sollte der Kerbschnitt 15 bis 30 Millimeter lang und drei bis acht Millimeter breit sein. Die offene Wunde verheilt relativ rasch, dennoch: bei andauernd feuchter Witterung besteht die Gefahr einer Infektion durch holzschädigende Bakterien und Pilze.
Bei vitalen Bäumen kommt es an 50 bis 80 Prozent der Kerbschnitte zur Bildung eines Seitentriebes. Der Erfolg hängt vor allem vom richtigen Zeitpunkt des Kerbens im Frühjahr ab.
 

 

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